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Upgrade | 19.03.2020

Ikone der Emanzipation

Im Wettbewerb der Diagonale geht die österreichische Regisseurin Sabine Derflinger mit „Die Dohnal“ an den Start. Mit der STEIRERIN sprach sie darüber, warum Frauenpolitik noch immer so wichtig ist.

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© Derflinger Productions/Elfie Semotan

Alljährlich mutiert Graz zum Nabel der (heimischen)  Filmwelt:  Die Diagonale lockt von 24. bis 29. März zahlreiche Cineasten in die Murmetropole, die Preise, die bei dem Festival vergeben werden, sind nicht nur ob ihrer Dotierung unter den Filmschaffenden heiß begehrt. Als Eröffnungsfilm wird heuer die Uraufführung des außergewöhnlichen Dokumentarfilms „Der schönste Platz auf Erden“ von Elke Groen gezeigt.

Starker Film, starke Frau. Große mediale Aufmerksamkeit zieht heuer „Die Dohnal“ auf sich, ein Dokumentarfilm der Regisseurin Sabine Derflinger, der rechtzeitig zum zehnten Todestag der Ikone der österreischen Frauenbewegung deren unbeugsamen Kampf gegen das Patriarchat wieder in Erinnerung ruft. Der Film wird auch im Wettbewerbsprogramm der Diagonale vertreten sein.
Die STEIRERIN ist Medienpartnerin des Festivals, übernimmt die Schirmherrschaft für die einmalige Aufführung von „Die Dohnal“ im Rahmen des Festivals am 29. März um 14 Uhr im Annenhofkino und lädt im Anschluss an den Film zu einem Empfang in die Diagonale-Bar „Bar8020“ ins Hotel Mariahilf.

 

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Regisseurin Sabine Derflinger © Petro Domenigg

Gegensätzliche Kräfte. Johanna Dohnals Lebenspartnerin Annemarie Aufreiter hatte die Idee zu dem Film, erzählt Derflinger im Exklusiv-Interview. Drei Jahre lang hat sie gemeinsam mit der Cutterin Niki Mossböck und der Kamerafrau Christine Maier an dem Film gearbeitet. „Wir mussten sehr viel zusammensuchen. Das ist symptomatisch, denn die Dokumentation von Frauengeschichte ist noch immer sehr lückenhaft“, erzählt Derflinger. Besonders wichtig war ihr die Verbindung zur heutigen Zeit. „Denn im Moment regieren gegensätzliche Kräfte: Einerseits gibt es sehr starke Frauen in Machtpositionen, andererseits aber auch Männer, die unglaublich rückschrittlich regieren – ich glaube, die Tage des Patriarchats sind gezählt, aber es bäumt sich halt noch einmal auf.“ Dagegen gelte es mobil zu machen. „Wir brauchen eine neue Politisierung“, ist Derflinger überzeugt.

Füreinander einstehen. „Eine friedliche Gesellschaft braucht Gleichberechtigung – und zwar weltweit“, so die bekannte Krimi-Regisseurin. Auch sie selbst habe von Johanna Dohnals Arbeit profitiert: „Erst durch sie waren unverheiratete Mütter automatisch Vormund ihres Kindes. Davor kam das Jugendamt, um das zu klären!“ Von der Fristenlösung bis hin zur Gründung des ersten Frauenhauses hat Johanna Dohnal so vieles ins Rollen gebracht, wovon österreichische Frauen noch heute profitieren. Also: Sehen Sie sich das an!

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© beigestellt

Die Diagonale

Filmfestival. Als unverzichtbarer Treffpunkt für Filmbegeisterte aus dem In- und Ausland zeigt die Diagonale von 24. bis 29. März rund 100 aktuelle österreichische Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilme im Wettbewerb und vergibt Österreichs höchstdotierte Filmpreise. Als Herzstück des Festivals bietet der Wettbewerb zudem den Rahmen für Uraufführungen sowie für Österreichpremieren nach Präsentationen bei namhaften internationalen Festivals. Begleitet wird das Festival im und rund um das Festivalzentrum Kunsthaus Graz von umfangreichen Rahmen- und Vermittlungsprogrammen. 

www.diagonale.at