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People | 17.01.2023

Voller Energie in die Zukunft

Zukunftsfähigkeit ist für Kerstin Huber, Nachhaltigkeitskoordinatorin der Energie Steiermark, eine Herzensangelegenheit. Der STEIRERIN gab sie im Gespräch Einblick in die nachhaltige Unternehmensführung.

Bild 2211_ST_KerstinHuber2.jpg
© Martin Schönbauer

Schonend mit Ressourcen umzugehen hat Kerstin Huber wirklich von der Pike auf gelernt. Schon in ihrem Elternhaus legte man sehr viel Wert aufs Energiesparen und saisonal-regionale Lebensmittel. Da verwundert es nicht, dass sie sich auch im Laufe ihrer beruflichen Karriere des Themas angenommen hat – mehr noch: es zu einer Herzensangelegenheit gemacht hat. Und das mit Erfolg. Dass die Energie Steiermark laut Umfrage österreichweit „bester Arbeitgeber der Branche“ ist, führt Huber auch auf den starken Fokus auf nachhaltiges Wirtschaften zurück. „Auch intern bemerken wir, dass sich das Interesse an dem Thema stetig steigert und sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer aktiver in die Agenden einbringen.“ Und der Output kann sich sehen lassen.

 

STEIRERIN: Frau Huber, Sie sind Nachhaltigkeitskoordinatorin der Energie Steiermark. Was umfasst für die Energie Steiermark das Thema Nachhaltigkeit?
Kerstin Huber: Bei einem Energie-unternehmen gehen viele primär davon aus, dass sich das Thema auf schonende Ressourcennutzung sowie erneuerbare Energien beschränkt. Aber es ist um ein Vielfaches mehr. Unser Fokus liegt auf drei Säulen – ökonomisch, ökologisch und sozial. Das heißt, wir leben unsere gesellschaftliche Verantwortung als steirisches Unternehmen nach außen, aber mindestens genauso stark nach innen als Arbeitgeber. Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Diversität, Chancengerechtigkeit und vieles mehr ist auch klar in unseren Zielen für eine nachhaltige Entwicklung verankert.

Seit wann geht das Unternehmen verstärkt diesen Weg?
Nachhaltigkeit ist schon lange ein entscheidendes Thema. Eine richtungsweisende Verstärkung fand mit der Etablierung des „grünen Tisches“ 2012 statt – ein gesicherter Raum, wo wir mit NGOs, Politik sowie Fachexpertinnen und Fachexperten in Diskussion sein konnten.

Seit 2014 gibt es auch einen Nachhaltigkeitsbericht.
Ja, für den ersten haben wir ein Jahr lang Daten gesammelt. Das Ganze muss ja nach internationalen Standards dokumentiert werden. Mittlerweile haben wir bereits den vierten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht sowie einen eigenen Nachhaltigkeitsbeirat eingerichtet, der aus dem „grünen Tisch“ heraus entstanden ist und uns mit einer externen Sicht auf das Thema unterstützt. Erweitert wurde dieser Beirat um den Bereich Soziales, vertreten durch die karitativen Einrichtungen Volkshilfe und Caritas.

 

"Auch die Generationen nach uns
möchten eine Welt und Umwelt erleben,
wiewir sie haben,
oder vielleicht sogar eine bessere."

Kerstin Huber

 

Gibt es Beispiele für Ideen, die daraus bereits entstanden sind?
Das Thema Energiearmut wurde von Seiten der Sozialeinrichtungen an uns herangetragen. Daraus entstand die Einrichtung eines Nachhaltigkeitsfonds, mit dem man unkompliziert Personen und Familien in akuter Not helfen kann.

Welche neuen Ziele stehen auf der Agenda?
Die Ziele betreffen alle Bereiche, beispielsweise die Steigerung der Frauenquote. Diese ist natürlich von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich – im Büro höher als bei den Monteurinnen und Monteuren im Außendienst. Im Durchschnitt liegt der Frauenanteil im Unternehmen bei 25 %, in der Führungsebene bei 16 %. Bis 2030 ist das Ziel 25 % in der Führungsebene zu erreichen.Das ist realistisch. Ein weiteres Ziel: Im Bereich der erneuerbaren Energien wollen wir sowohl die Windkraft auf 300 MW als auch die Photovoltaik auf 300 MW bis 2030 erhöhen. Natürlich muss man sich seine Ziele hoch stecken, aber sie müssen auch erreichbar bleiben. Da sind wir aber auf einem guten Weg.

Beflügelt oder bremst die aktuelle Energiekrise Ihrer Meinung nach das Thema Nachhaltigkeit?
Von den derzeitigen Kostensteigerungen ist jede und jeder betroffen. Auf lange Sicht bin ich davon überzeugt, dass das der Nachhaltigkeit hilft, da die Wichtigkeit der erneuerbaren Energien sowie die Unabhängigkeit von fossilen Energien nun endgültig in der Gesellschaft angekommen sind.

Nachhaltigkeit ist für Sie eine Herzensangelegenheit. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?
Dass mehr Menschen sich bewusst machen, dass auch die Generationen nach uns eine Welt und Umwelt erleben möchten, wie wir sie haben, oder vielleicht sogar eine bessere. Wenn man etwas sorgsamer und achtsamer im Alltag lebt, kann man schon viel erreichen – auch als Einzelperson.

Bild 2211_ST_KerstinHuber1.jpg
© Martin Schönbauer

ZUM UNTERNEHMEN

Die Energie Steiermark mit Sitz in Graz ist mit rund 1.950 MitarbeiterInnen und 29 Hauptbetriebsstandorten das viertgrößte Energie- und Dienstleistungsunternehmen Österreichs. Bei der Energieerzeugung setzt das Unternehmen ausschließlich auf erneuerbare Energie aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse.

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