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People | 27.09.2022

Familien verbinden

Mit dem „FamilienZelt“ in Raaba-Grambach hat Sarah Ruthofer-Kolar einen geschützten Raum für den Austausch unter steirischen Familien geschaffen. Denn nur so können Eltern voneinander lernen.

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Als Mama von drei Kindern weiß Sarah Ruthofer-Kolar, welche Eltern-Kind-Angebote in der Steiermark gut ankommen. © Thomas Luef

Elternkompetenz stärken, Potenzial von Eltern aufgreifen und teilen, voneinander und miteinander lernen … Dafür braucht es einen Ort, einen sicheren Raum, wo Familien generationenverbindend zusammenkommen können, um sich gegenseitig zu stärken. Denn: Jede Eltern-Kind-Beziehung ist einzigartig, daher ist es essenziell, die Eltern in ihrem Miteinander mit den Kindern zu unterstützen, vermeintliche Schwächen wahrzunehmen und die Möglichkeit für einen Austausch zu bieten.

Das war die Vision von Sarah Rut­hofer-­Kolar, diesjährige STEIRERIN-­AWARD-Gewinnerin in der Kategorie „Lokalheldin“ und selbst Mama von drei Kindern. „Als mein Mann und ich in der Gemeinde Raaba-Grambach mit dem Hausbau begannen, wollte ich wissen, was es in der Gemeinde an Angeboten für Familien gibt. Da ich nicht fündig geworden bin, habe ich mir selbst Gedanken über Familienangebote gemacht“, erinnert sich Sarah Ruthofer-Kolar, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine gut vernetzte Mama war und sich mit Initiativen einbrachte. Der zündende Funke kam dann beim Workshop „Familienfreundliche Gemeinde“, wo sie auf Mitgründerin Natascha Herrmann traf und mit ihr gleich erste Ideen für das „FamilienZelt“ schmiedete. Und wer weiß besser um die Bedürfnisse von Familie und Kind als eine Mama? Dann ging alles schnell, im Frühjahr 2019 eröffnete das „FamilienZelt“ in der steirischen Gemeinde Raaba-Grambach und wurde zum wahr gewordenen Herzensprojekt beider Mamas, deren Begeisterung auf viele Familien übersprang. Als das Projekt „FamilienZelt“ bald da­rauf in den Dachverband der unabhängigen Eltern-Kind-Zentren Österreichs aufgenommen wurde, schloss sich der Ideen-Kreis aus generationenverbindend – vernetzend – Eltern-Kind-orientiert – nachhaltig und umweltbewusst. Denn das alles ist das „FamilienZelt“.


© Thomas Luef

Zur Person

Als gut vernetzte Mama gründete ­Sarah Ruthofer-­Kolar die Institution „FamilienZelt“ in Raaba-Grambach. Hier sollen Familien Platz finden, um sich zu familienrelevanten Themen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

 

 

 

„Wie geht ihr damit um?“

Mit dieser Grundfrage kommen Mütter, Väter und Großeltern zusammen, nehmen an Elternbildungsangeboten teil, tauschen sich zu familienrelevanten Themen aus und nehmen Wissenswertes aus Vorträgen mit nach Hause. Elternbildung für steirische Familien also. „Ich persönlich liebe das ,FamilienFrühstück‘ am Freitag. Im gemütlichen Rahmen haben Mütter, Väter, Großeltern und andere Bezugspersonen von Kindern die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich zu vernetzen“, so die Gründerin. „Die Kinder spielen, während die Großen in Ruhe einen Kaffee genießen und plaudern.“ Dabei haben schon einige überforderte Eltern gelernt, die Dinge entspannter zu sehen und vielleicht sogar etwas gemütlicher anzugehen. Damit ist ein erster Schritt getan, Eltern zu entlasten und ihnen auf einfachem Wege Ideen, wie es anders auch gehen könnte, mitzugeben. Sarah Ruthofer-Kolar und Natascha Herrmann haben eine neue Ebene geschaffen, nämlich die Möglichkeit, im Gespräch mit Gleichgeforderten Entlastung zu finden. „Genauso gibt es vom Land reichlich Angebote zur Familienentlastung. Wichtig ist aber, dass die Familien schnell und einfach zu den Informationen kommen und wissen, welche Angebote es in ihrer Umgebung gibt. Das übernehmen auch wir.“

Mit ihrem dritten Kind ist Sarah Rut­hofer-Kolar gerade noch in Karenz, aber dennoch weiterhin für ihr Herzensprojekt da – dann, wenn die Kinder schlafen, oder zwischendurch, wenn sich die Zeit ergibt. Wie viele andere Mütter schafft auch sie den Spagat zwischen Mamaglück und beruflicher Herausforderung. Ideen für neue FamilienZelt-Projekte hat sie natürlich auch schon in der Pipeline: etwa das „Generationenverbindende Theater“, das „FamilienZelt-­Mobil“ oder den „FamilienKompass für die Gemeinde“. „Die Ideen wachsen und reifen, wenn die Zeit dazu reif ist. Kleinere Projekte wie die Zusammenarbeit mit dem Kindergemeinderat und den beiden Jugendzentren der Gemeinde werden schon in naher Zukunft umgesetzt“, so die STEIRERIN-AWARD-Gewinnerin.
Woher all die Inspirationen für neue Projekte kommen? Von ihren Kindern! „Wissen hole ich mir durch das gemeinsame Tun mit den Kindern, ich beobachte sie sehr gerne und auch mich, wenn sie mir wieder einmal den Spiegel vorhalten.“