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People | 09.08.2022

Der Weg ist das Ziel

Frisch mit dem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet, ruht sich das Musikduo Cari Cari nicht auf den wohlverdienten Lorbeeren aus. Im Gegenteil. Ein neues Album ist schon in der Pipeline.

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© www.andreasjakwerth.com

Zeit zum Feiern bleibt den beiden Vollblutmusiker:innen Stephanie Widmer und Alexander Köck von Cari Cari wenig. Kaum haben sie sich den begehrten FM4-Award beim Amadeus 2022 abgeholt, geht es schon weiter mit Tour-Terminen, Artwork und Fotoshootings.


STEIRERIN: Der Amadeus ist nicht eure erste Auszeichnung, aber mitunter eine der bekanntesten. Was bedeutet euch der Preis?

Alexander: Wir haben natürlich auf einen Sieg gehofft, aber wirklich gerechnet haben wir nicht damit. Es gibt in Österreich so viel gute musikalische Künstlerinnen und Künstler. Der Gewinn war da schon etwas ganz Besonderes.


Bevor ihr in Österreich bekannt wurdet, habt ihr im Ausland Erfolge gefeiert. Ist Österreich ein schlechtes Pflaster für junge Musiker:innen?

Stephanie: Wir haben erst kürzlich beim Ukraine-Benefizkonzert am Wiener Heldenplatz gespielt und waren wieder einmal von der Qualität und der Bandbreite der heimischen Szene begeistert.

Alexander: Hierzulande fehlt es oftmals aber noch an Locations, wo auch junge Bands und Co. auftreten können, wie zum Beispiel die Cselley Mühle im Raum Eisenstadt – dort hatte ich meine ersten Auftritte. Als Duo spielen wir viel im Ausland und erleben, dass dort eindeutig mehr in diese Richtung gemacht wird. In Frankreich gibt es sogar Quoten, wie viel heimische Musik im Radio gespielt werden muss. Da würde ich mir auch in Österreich ein stärkeres Interesse des medialen Mainstreams an der jungen Musik wünschen.

Stephanie: 2019 waren wir unter anderem für den Amadeus in der Kategorie „Song des Jahres“ nominiert. Und trotzdem wurde unser Lied in manchen Mainstream-Sendern nie gespielt.

 

Die neue Single „Zdarlight 1992“ erschien im März 2022. © beigestellt

 


Was wäre euer Wunsch diesbezüglich?

Alexander: Es gab in den letzten Jahren in diesem Bereich schon Schritte in die richtige Richtung, aber beim Support für den heimischen Nachwuchs gäbe es noch Luft nach oben. An der Qualität der heimischen Szene scheitert es dabei garantiert nicht.  


Die Konzerte werden größer, die Streamingzahlen steigen und die Preise-Sammlung wächst – was ist euer nächstes Ziel?

Alexander: Der Weg selbst ist unser Ziel. Natürlich ist es schön, einen Punkt erreicht zu haben, an dem wir frei entscheiden können, was wir machen, und an dem wir finanziell unabhängig sind. Trotzdem zählt für uns nach wie vor einfach der Spaß an der Musik.

Stephanie: Es ist immer wieder schön und berührend zu sehen, welche Gefühle wir in Menschen mit unserer großen Leidenschaft Musik auslösen.


Ihr ward gerade mit der deutschen Pop-Rockband „AnnenMayKantereit“ auf Tour, im Herbst folgt ein wahrer Tour-Marathon. Wie tankt ihr eure Energiereserven zwischendurch auf?

Stephanie: In Langenwang in der Steiermark hat meine Familie eine Hütte ganz ohne Strom und Warmwasser – und am wichtigsten ohne Handyempfang. Dort verbringen wir gerne Zeit mit Schwammerlsuchen, Holzhacken oder Feuermachen. Der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen.


Im Herbst kommt euer neues Album raus. Was könnt ihr darüber verraten?

Alexander: So viel, dass es ein super Album wird. Alles weitere erlebt man am besten selbst – vielleicht gleich beim Konzert am 6. Oktober im Grazer Orpheum. 


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© www.andreasjakwerth.com

Cari Cari …

… wurde von der Steirerin Stephanie Louise Widmer und dem Burgenländer Alexander Köck gegründet; ihre Debüt-­EP ­„Amerippindunkler“ (2014) wurde sogleich international hochgelobt. Mit ihrem Sound, der Indie-Rock mit Didgeridoo-Einlagen verbindet, haben sie seitdem die Herzen ihrer Fans erobert.

www.caricariragazzi.com