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People | 06.05.2022

Vom Mamasein und anderen Wundern

Der Zauber der Geburt verbindet Model Cheyenne Ochsenknecht und Hebamme Eva Derler. Ein offenes Gespräch über Freundschaft, Verzicht und warum Mamasein keine Selbstverständlichkeit ist.

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Model Cheyenne Ochsenknecht und Hebamme Eva Derler im Interview

Im März 2021 war es soweit. Da brachte Cheyenne Ochsenknecht, Model und seit einiger Zeit auch Wahl-Steirerin, ihre kleine Tochter Mavie im Sanatorium St. Leonhard in Graz auf die Welt. Mit dabei Hebamme Eva Derler. Rund ein Jahr danach treffen wir uns mit den beiden Frauen und Mamas – bei denen aus einer Bekanntschaft längst Freundschaft wurde – genau am selben Ort wieder, um über die wichtigen Dinge im Leben zu reden.

 

Cheyenne, rückblickend: Wie war dein erstes Jahr als Mama?
Cheyenne Ochsenknecht: Sehr gut, bis auf den Schlafmangel (lacht). Ich habe gelesen, dass Mütter durch ihre Kinder rund sechs Monate Schlaf im Leben verlieren.

Du bist viel unterwegs, drehst aktuell auch gerade die eigene Doku-Soap „Die Ochsenknechts“ mit deiner Familie. Wie managt du das?
Cheyenne: Ich nehme Mavie einfach überall mit. Sie ist mit drei Monaten das erste Mal geflogen und liebt es. Da ist sie mir sehr ähnlich. Ich war damals mit vier Wochen schon im Flugzeug unterwegs.

Eva, du bist selbst zweifache Mama – Dorian ist 25, Marie 15. Was bedeutet für dich Mamasein?
Eva Derler: Muttersein ist ein Glück und keine Selbstverständlichkeit. Das erlebe ich auch tagtäglich bei meinem Beruf als Hebamme.

Wie habt ihr beide euch kennengelernt?
Eva: Über meinen Beruf. Cheyenne war vor der Geburt auf der Suche nach einer Hebamme.
Cheyenne: Eva wurde mir empfohlen und wir haben uns einfach von Anfang an super verstanden. Ich kann sie immer anrufen, bei Fragen zu Mavie, aber auch zu allen anderen Themen.

Du bist ja seit einiger Zeit Wahl-Steirerin. Wie kam es dazu?
Cheyenne: Durch meine beste Freundin lernte ich meinen Verlobten Nino kennen. Beim ersten Treffen haben wir kaum miteinander geredet. Es war eher Liebe auf den zweiten Blick (lacht). Er ist Steirer. Gemeinsam führen wir nun seinen Hof mit Rindern und haben schon einige Projekte in Planung – von einem eigenen Hofladen bis zu neuen Produkten mit Metzgermeister Robert Buchberger.

Das heißt, du packst am Hof richtig mit an?
Cheyenne: Aber sicher. Am Tag der Geburt war ich noch den Stall ausmisten. Nino musste mir fast die Mistgabel wegnehmen, damit wir endlich ins Krankenhaus fahren konnten.

Jetzt bist du ja schon eine Zeit lang in der Steiermark. Was ist das Schöne hier?
Cheyenne: Meine Freundschaft mit Eva! Das war Liebe auf den ersten Blick (lacht). Aber auch die Berge, die Spezialitäten und die Mentalität der Menschen schätze ich sehr.

Am 5. Mai ist der Internationale Tag der Hebammen. Eva, was bedeutet dieser Beruf für dich?
Eva: Meine Oma, die „Storchentante Resi“, war freiberufliche Hebamme und hat in ihrem Leben rund 11.000 Kindern auf die Welt geholfen. Schon als Kind habe ich immer mit ihrem Hebammenkoffer gespielt. Diese Faszination hat mich nie mehr losgelassen. Seit 1996 bin ich nun als Hebamme tätig und war bereits bei der Geburt von einigen Tausend Kindern dabei – ich kann daher sagen: Der Zauber der Geburt vergeht nie. Ich erlebe nach wie vor Gänsehautmomente und bin oftmals tief berührt. 

Es ist aber ein sehr herausfordernder Job. Wie lässt sich der Beruf als Hebamme mit der Familie vereinbaren?
Eva: Als Belegshebamme bin ich 365 Tage im Jahr in Bereitschaft. Das ist natürlich oftmals anstrengend, da der Alltag nur schwer planbar ist. Da ist es schon vorgekommen, dass ich an Weihnachten oder am Muttertag im Kreissaal gestanden bin und nicht bei meiner Familie sein konnte. Ich bin aber unglaublich stolz auf meine Kinder und auf die Unterstützung meines Mannes, dass sie dafür Verständnis hatten und diese Flexibilität bewiesen.

Hast du einen Tipp für alle, die vielleicht gerade auf der Suche nach einer Hebamme sind?
Eva: Es ist wichtig, die richtige Hebamme für einen zu finden und nicht „die beste“. Die Chemie muss einfach stimmen, genauso wie die Vorstellungen rund um die Geburt.

Persönlich

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Eva Derler (44)
ist Belegshebamme im Sanatorium St. Leonhard und Mutter von zwei Kindern – Dorian und Marie. Zu ihren Hobbys zählen Spaziergänge mit Familie und Hund Fanny, Skifahren und Lachen. Seit November 2021 ist sie auch Gemeinderätin der Stadt Graz.

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Cheyenne Ochsenknecht (21)
ist Model und Schauspielerin. Mit ihrem Verlobten Nino Sifkovits und Tochter Mavie wohnt sie in der Nähe von Graz, wo sie gemeinsam eine Landwirtschaft führen.

Fotos © Thomas Luef