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People | 15.03.2022

Sozial durchstarten

Es ist eine Sparte des Entrepreneurships, das zunehmend an Bedeutung gewinnt: das soziale Unternehmertum. Hierbei steht anstatt der „Million Dollar Idea“ des klassischen Start-ups die nachhaltige Wirkung im Fokus der Geschäfte. Die Vorstände des Social Business Hub Styria erzählen, wo­rum es beim sozialen Gründen geht.

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© Thomas Luef

Vorstände Social Business Hub Styria Rüdiger Wetzl-Piewald & Kirsten Tangemann

STEIRERIN: Zuallererst – was ist ein Social Business?
Rüdiger Wetzl-Piewald: Soziale GründerInnen wählen den unternehmerischen Zugang, um gesellschaftliche, soziale Themen anzugehen und Probleme zu lösen. Der Unternehmenszweck ist, etwas Gutes zu tun.

Ich mache also mein Ehrenamt zum Beruf?
Kirsten Tangemann: Es gibt Prognosen, dass wir einen Zuwachs der Verbindung von sinnhaften Tätigkeiten mit beruflicher Tätigkeit erleben werden. Mit Problematiken wie dem Klimawandel brauchen wir den Schritt in diese Richtung dringend.
Wetzl-Piewald: Das Klischee, mit moralisch Wichtigem kein Geld verdienen zu dürfen, müssen wir aufbrechen. Wenn ich etwas nur ehrenamtlich mache, ist das super – aber wenn ich diese Leidenschaft zum Beruf machen kann, ist das eine Leistung. Unsere Aufgabe als Hub ist es, das zu zeigen.

Wann ist ein Sozialunternehmen erfolgreich?
Wetzl-Piewald: SozialunternehmerInnen haben die spannende Mentalität, dass Erfolg bedeutet, dass andere das Geschäftsmodell kopieren und die Idee sich verbreitet – denn dann erst entsteht der wirkliche Wandel.

Wer ist eure Zielgruppe?
Wetzl-Piewald: Mit dem Social Business Hub ist es unser Ziel, mehr Sozialunternehmen zu schaffen. Wir gestalten unsere Angebote bewusst niederschwellig, sodass sie auch für ältere Menschen zugänglich sind. Es ist nie zu spät, eine gute Idee zu haben.
Tangemann: Zwar sitzen wir im Unicorn in einem akademischen Umfeld, aber wir wollen, dass Leute von überall ihre Ideen einbringen können. Gerade im ländlichen Bereich gibt es viele Themen wie Abwanderung, Überalterung. Menschen sollen für sich selbst Lösungen entwickeln, die für ihre Bedürfnisse passen.

Was sind die ersten Schritte bei der Gründung eines Sozialunternehmens?
Wetzl-Piewald: Man muss ein Thema finden, das einen selbst bewegt. Wenn mich etwas wirklich stört, treibt mich das auch an. Dann sollte ich nicht beim Problem verharren, sondern überlegen: Was wäre, wenn … Die Mutkomponente ist ganz wesentlich. Dann kommt man zu uns, wo man mit Gleichgesinnten zusammenkommt, sich inspirieren lässt und erkennt, schau, es ist gar keine Raketenwissenschaft, etwas zu tun.
Tangemann: Man muss was finden, wofür man brennt, und darf sich nicht hindern lassen von Stimmen, die einem erklären, warum was nicht geht. Das Thema, das einen wirklich bewegt, selbst anzugehen, ist extrem erfüllend – deswegen machen es auch so viele.