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People | 01.02.2022

Miteinander Großes schaffen

Es passiert nichts Gutes, außer man tut es: So lautet das Motto der Familie Krainer. Seit 2013 rufen sie jährlich zur Spendenaktion auf – und haben mittlerweile über 100.000 Euro gesammelt.

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Moritz mit Altbürgermeister Alfred Stingl bei der ersten Spendenübergabe 2013.

Schon zum achten Mal sammeln Viktoria und Klaus Krainer mit ihren beiden Jungs Moritz (9) und Matteo (8) für in Not geratene Familien aus der Region. Aus rein privater Initiative heraus setzt die Predinger Famile jedes Jahr zu Weihnachten ein wertvolles Zeichen für die Gemeinschaft: Dass wir alle die Macht haben, etwas beizutragen, und gemeinsam Großartiges ermöglichen können.

 

STEIRERIN: Wie ist die Idee zur Initiative entstanden?

Viktoria Krainer: Begonnen hat alles zufällig. Ich war damals mit meinen kleinen Söhnen zu Hause, Moritz war knapp 2 Jahre alt. Zur Beschäftigung haben wir in der Winterzeit zusammen einen Porzellanteller bemalt. Als Moritz ihn ganz stolz seinem Papa präsentierte, ist die Idee entstanden, den Teller für einen guten Zweck zu versteigern. Klaus hatte damals Einblick in die Aktion „Von Mensch Zu Mensch“ mit dem Grazer Altbürgermeister. Wir sammelten also dafür Geld – wer mitmachte, hatte die Chance, den bemalten Teller zu gewinnen. Es sind gleich 900 Euro zusammengekommen, die Moritz dem Altbürgermeister bei der Jahresfeier der Aktion als Überraschungsscheck überreichte.

 

Ihr habt also direkt Feuer gefangen.

Wir sind im Sommer darauf nach Preding gezogen und wollten die Aktion dort regional weiterführen. So haben wir Kontakt zum Pfarrer aufgenommen, der uns eine Familie vorschlug, die Unterstützung brauchte. Die Aktion hat sich seit damals jährlich massiv gesteigert. Im zweiten Jahr waren es schon 2.700 Euro, dann 3.600 Euro. Letztes Jahr haben wir ganze 37.000 Euro gesammelt! Mit diesem Betrag konnten wir gleich drei Familien unterstützen. 2021 haben wir auch unter dem Jahr eine Spendenaktion gemacht, weil eine Mutter dringend Hilfe für ihren behinderten Sohn brauchte. Damit konnten wir nun insgesamt schon über 100.000 Euro sammeln.

 

Wie gefällt euren Söhnen die Weihnachtstradition?

Sie sind in die Aktion reingewachsen. Wir unterstützen sie zwar beim Basteln, aber im Grunde machen sie alles selbst. Jetzt kommen sie auch schon mit eigenen Ideen. Moritz und Matteo haben uns zum Beispiel gefragt, ob sie eine Karte in der Schule aufhängen dürfen. Wir erziehen sie so zu Menschen, die selbstständig denken: Was kann ich, was liegt in meiner Macht. Zu lernen, wenn ich was aufhängen will, muss ich erst die Lehrerin fragen und vielleicht den Direktor.

 

Da sind sie bestimmt auch stolz.

Unsere Söhne werden auch von anderen Kindern und vor allem Erwachsenen angesprochen, das gefällt ihnen sehr. Einmal ist sogar der Bürgermeister vor unserer Tür gestanden und hat „den zwei, die da so fleißig unterstützen“ ein Sackerl mit Süßigkeiten gebracht. Dass ihnen der Bürgermeister höchstpersönlich was vorbeibringt, ist natürlich etwas Besonderes. Da kriegen sie was fürs Leben mit: Egal wer ich bin, ich kann etwas beitragen. Das sind schöne Lerneffekte für die Kinder: Achtsamkeit und Dankbarkeit, Wertschätzung und ganz viel, das uns alle sehr geprägt hat.

 

Wie verläuft die Organisation?

Anfang November machen wir uns schon Gedanken, was wir basteln möchten, und suchen nach regionalen Familien, die wir begünstigen. Die Reichweite erzielen wir hauptsächlich über Facebook. Am 3. Adventsonntag startet die Spendenaktion, am Dreikönigstag werden die gebastelten Gewinne verlost. Mit den Begünstigten machen wir danach eine gemeinsame Übergabe mit Foto, manche möchten aber auch nicht namentlich genannt werden.

 

Was wünscht ihr euch dieses Jahr?

Wir hoffen, dass es weiterhin so erfolgreich ist. Es ist eine gute Sache, auch für die, die etwas beitragen möchten. Wir hoffen, dass es viele Nachahmer gibt: Jeder kann so eine Aktion initiieren. Es geht uns darum, dass Menschen sehen, sie können unterstützen. Was uns die Begünstigten auch oft sagen: Das Wichtigste, was wir ihnen geben konnten, ist das Gefühl, nicht alleine zu sein.


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Unterstützen auch Sie mit Ihrer Spende.
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Klaus Krainer

IBAN: AT41  1700 0004 8102 4595

www.familiekrainer.at


©Familie Krainer, Jori Konstantinov (geopho.com)