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People | 16.11.2021

Fest daran glauben

„Du kannst alles erreichen“, gab der erfolgreiche Unternehmer und „Eis-König“ Charly Temmel seinem Sohn Swen mit auf den Weg. Es war ein guter Rat, wie sich herausstellte. Ein Vater-Sohn-Gespräch beim sommerlichen Heimatbesuch.

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Text: Hedi Grager, Fotos: © Prontolux, Sudy, Privat

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Vater-Sohn-Duo

Swen Temmel, geboren am 25. August 1991 in Graz, lebt aktuell in L.A. Meilensteine seiner Karriere bisher waren die Auszeichnung mit dem Daytime Emmy Award sowie Hauptrollen in Filmen mit Weltstars wie Al Pacino, Bruce Willis oder Sylvester Stallone.

 

 

 

Charly Temmel, geboren am 20. Juli 1956 in Klagenfurt, aufgewachsen in St. Andrä im Sausal/Südsteiermark. 1986 übernahm er die Kaffee-Konditorei Raunigger in Puntigam, das heutige Stammhaus. Sein Eis vertreibt der Unternehmer in der Steiermark, in Kärnten, in Wien sowie in den U.S.A.

 

 

 

Vor beinahe 30 Jahren war Charly Temmel für drei Tage in Los Angeles und war sofort von dieser Stadt fasziniert. „Da es dort keine Eisgeschäfte gab, habe ich mich sofort entschlossen, welche zu eröffnen“, erzählt der erfolgreiche Unternehmer und ehemalige Sturm-Präsident. Auch wenn ihn manche für verrückt hielten, „ich habe daran geglaubt.“ Einige Zeit später holte er seine Familie nach. Sohn Swen ging damals in die 1. Klasse Volksschule, die er in L.A. wiederholte. Das Erste, woran er sich erinnern kann, ist, dass er „Where is the bathroom?“ fragte, denn etwas Englisch konnte er. „Eine weitere Erinnerung ist die 3rd Street Promenade, wo mein Vater sein erstes Eisgeschäft aufgesperrt hat.“ Die Umstellung an sich fiel Swen nicht schwer, nur die Mathe-Schularbeiten. „Meine Mama half mir zwar, aber in Österreich wurde das anders gelehrt – und so ging auch Mama wieder in die Schule“, meint er augenzwinkernd.

Gute Ratschläge und Werte. Wichtig war für Charly, täglich einmal gemeinsam mit seiner Familie zu essen und dabei offen über alles zu sprechen. „Ich habe Swen nie belogen, ihm sehr ehrlich erklärt, wie das Leben spielt, und ihm gezeigt, dass ich Vertrauen zu ihm habe. Auch, dass er die Heimat nie vergessen darf und nie aufgeben, um sein Ziel zu erreichen.“ Genau diese Werte sind es, die Swen seinen Kindern einmal mitgeben möchte. „Ich hatte die beste Kindheit und habe alles bekommen, was ich wollte.“ Aber er musste lernen, dass man für Geld auch Leistung erbringen muss. So verkaufte Swen in den Heimatferien Temmel-Eis in der Herrengasse oder Mehlspeisen im Café Temmel in Puntigam. „Mit 15 Jahren habe ich dann im ‚Schatzi on Main‘, dem früheren berühmten Lokal meines Vaters, Teller gewaschen, Essen zugestellt und später als Kellner gearbeitet. Ich hatte immer einen Job, und das finde ich sehr wichtig.“

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Einer seiner Lieblingsplätze als Kind – in diesem Schirmständer im Stammhaus in Puntigam saß Swen Temmel besonders gerne.

Kindheitserinnerungen. Mit einem Lachen erinnert sich Swen an sein kleines Versteck im Temmel-Stammhaus in Puntigam. „Keine Ahnung, warum, aber ich bin immer im Schirmständer gegenüber der Musikbox gesessen.“ Gerne denkt er an die Zeit mit seinem Opa in St. Andrä, dem er beim Arbeiten helfen durfte. „Deshalb ist er handwerklich sehr begabt“, verrät Charly stolz. „Ja, und wenn etwas kaputt ist, repariere ich es“, bestätigt Swen. Auch beim Umbau des Café Kaiserhof half er fleißig mit, als es sein Vater übernahm. Mit einem Schmunzeln verrät Charly, dass Swen dort auch gerne abservierte. „Oftmals hinterlegte der damalige Direktor Erich heimlich ein paar Schillinge für ihn am Tisch“, und Swen ergänzt lachend: „Ich habe nur die Tische abgeräumt, wo Geld lag.“

 

Ich habe Swen nie belogen
und immer sehr ehrlich erklärt,
wie das Leben spielt.

Charly Temmel

 

Unvergessen ist ein gemeinsamer Motorrad-Ausflug von Vater und Sohn. „Als ich 14 Jahre alt war, fuhren wir auf der Harley meines Vaters von L.A. nach San Francisco und bis zum Yosemite National Park. Wir waren zehn Tage nur mit Rucksack unterwegs und hatten eine echt tolle Zeit“, schwärmt Swen, der für Benzin und Navigation zuständig war. Dazu pickte er während der Fahrt den Plan auf den Rücken seines Vaters, der bestätigt: „Es war ein perfekter Vater-Sohn-Ausflug, den man nie vergisst.“

Hollywood lässt grüßen. Jetzt ist Swen wieder zurück in L.A. und bei seiner Verlobten Meadow, die selbst Schauspielerin ist. Abgedreht sind seine Filme „Survive the game“ mit Bruce Willis, „Bandit“ mit Josh Duhamel und Mel Gibson und „Wash me in the river“ mit Robert de Niro. Im September kommt „American Boogeywoman“ ins Kino und im Oktober „Survive the game“, in dem Swen eine Hauptrolle spielt.

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