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People | 21.10.2021

Minimali(stische) Mädels

Zur Feier des Online-Gangs ihres Shops gibt das minimali-Gründerteam einen Einblick in ihre Geschichte sowie nützliche Nachhaltigkeits-Tipps für den Alltag.

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Die Mädels: Marlene Znopp, 25, und Katharina Muhr, 23 Jahre alt, kannten sich tatsächlich schon zu Schulzeiten, wenn auch nur aus Parallelklassen, bevor sie sich vor ca. drei Jahren in Graz wiedergefunden haben. Aus der Wiedervereinigung ist inzwischen nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch ein kleines Business gewachsen. © Thomas Luef

Gelauncht und bestellbereit: Ein neues nachhaltiges Grazer Label mit Fokus auf – nomen est omen – Minimalismus ist Ende September mit in die Liga der unzähligen Online-Shops gezogen. Bewusst leben und bewusst kaufen mag es in vielen Formen geben und mag womöglich in noch vielen mehr vereinzelt am Markt betrieben werden, doch das befreundete sympathische Gründerpaar rund um Katharina Muhr und Marlene Znopp sticht mit seinen erfrischenden Vertriebsideen hervor.

STEIRERIN: Fangen wir mit dem Anfang an: Wie ist die Idee zu minimali entstanden?
Katharina: Mit der Grundidee, etwas im Zero-Waste-Bereich zu machen, hatte ich bereits gespielt – ich habe in dem Bereich schon eine Weile gearbeitet. Dann habe ich in gewisser Hinsicht einen Schubs in die richtige Richtung bekommen, über den ich dann mit Marlene gesprochen habe. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber noch keine Ahnung, dass ich das mit ihr zusammen machen würde – obwohl sie sogar gefragt hat, ob ich mir denn nicht eine Freundin als Partnerin in der Sache vorstellen könnte. Nach ein paar Tagen hab ich sie so durch die Blume gefragt, ob sie mit mir zusammen an dem Projekt arbeiten will – und sie antwortete nur: „Ich dachte, du würdest nie fragen!“
Marlene: An der Stelle müssen wir aber fast meinen Papa erwähnen, der uns sowohl so als auch als unser Business-Manager aber fast immer unterstützt hat und uns stets helfend zur Seite steht. Ohne ihn wären wir jetzt nicht da, wo wir sind.

Wie würdet ihr eure Produktpalette beschreiben?
Marlene: Wir wollten unbedingt neue, lockere Namen für die Kategorien im Online-Shop finden, die der Produktauswahl auch gerecht werden, ohne sie einfach in eine Schublade zu stecken. Am einfachsten beschrieben: Es sind wirklich Alltagsprodukte, die im Grunde jeder Mensch braucht, nicht einfach nur wirklich will.
Katharina: Genau, Produkte, die man in gewissen Altersgruppen eben braucht. Wie unsere Putzutensilien hier in der Küche. Beim Alltagseinkauf greift man da üblicherweise zum Plastik-Putzschwammerl – hier haben wir Varianten aus Leinen oder Bürsten aus Holz mit Naturborsten. Die Produktpalette zieht sich dabei durch die Bereiche Küche, Badezimmer und „Unterwegs“ bzw. „im Freien“ – dafür bieten wir beispielsweise Edelstahlbrotboxen und Thermos- und gebrandete Glasflaschen, Coffee-to-go-Becher und knickbare Edelstahl-Trinkhalme an. Wir wollten Kunden einen Umstieg mit Minimalaufwand ermöglichen.

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© Thomas Luef

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© Thomas Luef

Wie erleichtert minimali den Umstieg konkret?
Marlene: In unserem Shop äußert sich das zum Beispiel durch unsere Kriterien: vegan, plastikfrei beziehungsweise so reduziert und langlebig, dass es Sinn macht, Kunststoff zu verwenden, und kleine Unternehmen zu unterstützen und nicht nur bei Großkonzernen einzukaufen. Es gibt Online-Shops, die ähnliche Nachhaltigkeitsprodukte anbieten – aber dann oft von einer Vielzahl großer Firmen und unendlich viele Sorten und Varianten desselben Produkts.
Katharina: Oder überhaupt dasselbe Produkt unterschiedlicher Unternehmen, um eine möglichst große Produktspanne anzubieten. Und wir haben uns dazu entschieden, das coolste Produkt einer Firma bzw. eines Kleinunternehmens auszuwählen und dabei wenn möglich auch zu bleiben. In puncto Erleichterung mit Produkten haben wir beispielsweise unsere Zahnbürsten aus Weizenstroh mit Borsten aus Rizinusöl. Sie fühlen sich an wie Plastik, was der Gewohnheit guttut, sind aber biologisch abbaubar.
Marlene: Wir waren so froh, weil unsere Hautpflege-Lieferantin Deos nicht nur in Dosen, sondern auch als Stick anbietet. Das ist ja meistens die Angst beim Umstieg: dass man auf etwas verzichten muss, was man schon kennt. Wir wollen, dass die Veränderung Spaß macht – mit Produkten, die nicht typisch „öko“ sind, sondern cool und jung sind und von ebenso coolen Menschen hergestellt werden. Der Umstieg soll kein Downgrade sein. Ein Beispiel ist unsere Kosmetiklinie, bei der man das erste Gehäuse behalten kann und dann nur noch die Fillers nachkaufen muss. Der Inhalt ist magnetisch befestigt und lässt sich einfach mit einem kleinen Stift, wie beim iPhone, entfernen.


Katharina Muhr © Thomas Luef


Marlene Znopp © Thomas Luef

 

 

Thema „Nachhaltigkeit“: Worauf achtet ihr im Alltag sonst besonders?
Katharina: Ich kaufe auch nicht ausschließlich in verpackungslosen Läden ein, aber, wenn es die Option gibt, greife ich immer zur nachhaltigeren Variante. Wenn es in Sachen Herkunftsland, Material oder Verpackung schlecht steht, verzichte ich lieber ganz.
Marlene: Außerhalb von unserem Shop, der uns beiden den Alltag ja ebenfalls erleichtert, liegt mein Fokus vermutlich auf der Ernährung. Einerseits ernähre ich mich vegan, andererseits habe ich durch meinen Mann, der am Gemüsemarkt vor Ort bei uns arbeitet, schnell und einfach die Gelegenheit, viele Produkte unverpackt und regional einzukaufen.

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© Thomas Luef

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© Thomas Luef

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© Thomas Luef

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© Thomas Luef

Nachhaltige Tipps & Tricks der minimali-Mädels:

In Sachen Lebensmitteleinkauf: Es gibt im Prinzip jedes in Plastiksackerl eingeschweißte Gemüseprodukt auch unverpackt. Meist ist es dann auch zeitgleich regionaler.

Alte Marmeladengläser sind tolle To-go-Cups für Kaffee von daheim, aber auch für Kaffee aus einer Vielzahl von Grazer Lokalen. Erstens lassen sie sich am besten zuschrauben, zweitens spart man einfach Geld. Wir haben das auch schon für Eis bei der Grazer Eisperle genutzt.

Am Markt kann man manchmal auch Produkte, die schon in Plastik waren, in den eigenen Behälter umfüllen lassen – oft können sie die Verpackung wiederverwenden.

Kleidung untereinander tauschen, Second-Hand-Shoppen!

Die Klassiker: Mit dem Rad fahren, wenn etwas anderes nicht nötig ist. Wir waren vor ca. drei Jahren zuletzt in einem Flugzeug und finden einfach andere Wege, trotzdem praktisch zu reisen.