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People | 15.06.2021

Kinderwunsch – Beratung und Sicherheit

Im Kinderwunsch Institut Schenk in Dobl wird ungewollt kinderlosen Paaren geholfen. Claudia Schenk-Hauschka und Michael Schenk im Gespräch über medizinische Fortschritte, den Faktor Zeit und das Pflanzen von Bäumen.

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© Thomas Luef

Die Coronapandemie führt zu einem Umdenken in vielen Bereichen. Auch in puncto Kinderwunsch nutzen viele Paare das oftmalige Mehr an Zeit, um sich in Ruhe über die Familienplanung Gedanken zu machen. Doch nicht immer klappt es gleich auf Anhieb mit der erhofften Schwangerschaft. Die Gründe dafür können vielfältig sein.

Ungewollte Kinderlosigkeit ist aber kein Tabuthema mehr, ganz im Gegenteil. In der Steiermark gibt es mit dem Kinderwunsch Institut in Dobl bei Graz einen Expertenpool, der sich darauf spezialisiert hat, genau diesen Paaren zu helfen. Über 3.000 Glückskinder haben dank dem Kinderwunsch Institut Schenk schon das Licht der Welt erblickt. Prokuristin Claudia Schenk-Hauschka, der ärztliche Leiter Michael Schenk und ihr Team begleiten die Paare dabei mit viel Sensibilität und modernster medizinischer Expertise auf dem Weg zu einer erfolgreichen Schwangerschaft.

STEIRERIN: Ein Jahr Pandemie – wie geht es Ihnen?
Michael Schenk: Im Großen und Ganzen sehr gut. Wir haben das Coronajahr gut überstanden. Der Anfang war natürlich, wie für die meisten, ein Wahnsinn. Aber zum Glück konnten wir uns schnell auf die geänderten Umstände einstellen.
Claudia Schenk-Hauschka: Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um das Institut digital aufzurüsten. Tele-Medizin, Homeoffice, Videokonferenzen und Co. gehören nun schon lange zu unserem Alltag. Und das werden wir dort, wo es gut funktioniert, auch in Zukunft beibehalten.

Stichwort: Tele-Medizin. Was hat sich in diesem Bereich getan?
Michael Schenk: Mit Zoom haben wir einen Anbieter gefunden, der den hohen medizinischen Datenschutzstandards dank End-to-End-Verschlüsselung entspricht. Für mich persönlich hat die Tele-­Medizin zwei große Vorteile. Einerseits kann man ohne Maske das Lächeln der Patienten sehen. Andererseits schont es die Umwelt.

Da gibt es eine schöne, neue Aktion.
Claudia Schenk-Hauschka: Ja, wir bieten die Möglichkeit der Tele-Medizin allen Interessierten an, um bewusst unnötige Autofahrten zu vermeiden und so CO2 zu reduzieren. Für jeden, der dieses Online-Angebot annimmt, sowie auch für jede Schwangerschaft, die durch uns ermöglicht wird, lassen wir über Treemates einen Baum pflanzen.

Haben Sie den Eindruck, dass in puncto Kinderwunsch die Nachfrage gestiegen ist?
Michael Schenk: Die Nachfrage ist sehr groß. Ich glaube, die Paare haben aktuell einfach mehr Zeit, sich mit dem Gedanken des Kinderwunsches ausei­nanderzusetzen. Kinder bekommen steht bei den meisten auf der To-do-Liste, wird aber aufgrund von Karrierewünschen und Co. oft nach hinten verschoben. Was prinzipiell auffällt, ist, dass die Patienten jünger werden, und das ist eine enorm wichtige Entwicklung.

Inwiefern?
Michael Schenk: Es gibt gute und bessere Zeiten, um schwanger zu werden. Aber Fakt ist, je jünger man ist, desto höher sind die Chancen. Sind mit 20 noch 90 Prozent der Eizellen einer Frau fit, sind es mit 30 noch 50 Prozent und mit 40 nur noch 10 Prozent. Auch bei Männern nimmt die Qualität der Samenzellen mit zunehmenden Alter ab. Wir merken aber, dass das Bewusstsein für diese Tatsache steigt. Da haben wir mit unserer Initiative 32, die auf den Faktor Zeit aufmerksam macht, auch einen bedeutenden Teil dazu beigetragen.

Welche Rolle spielt Ihr „FertiBot“ dabei?
Claudia Schenk-Hauschka: Der Ferti­Bot ist eine von uns mitentwickelte digitale Möglichkeit des Fruchtbarkeitstests über den Facebook Messenger. Nach der Beantwortung einiger Fragen gibt er eine erste Einschätzung über die Fruchtbarkeit. Die Auswertung erfolgt unter strenger Einhaltung der Datenschutzbestimmungen und ist völlig anonym.

Bei Ihnen im Institut wird stetig an neuen Entwicklungen und Innovationen gearbeitet.
Michael Schenk: Immer am neuesten medizinischen Stand zu sein beziehungsweise sogar maßgeblich an Innovationen in diesem Bereich mitzuarbeiten, ist uns sehr wichtig. So gibt es zum Beispiel seit Mitte letzten Jahres im Kinderwunsch Institut Schenk die Möglichkeit, eine neue Art der Embryo-Analyse, den Embrace-­Test, durchzuführen – und das als erstes Institut in Österreich.

Wie funktioniert der Embryo-Gen-Test?
Michael Schenk: Die Zellen, die für die Untersuchung nötig sind, müssen dabei nicht mehr direkt vom Embryo entnommen werden, sondern wir nutzen die Kulturflüssigkeit rund um den Embryo und darin enthaltene zellfreie DNA. So lässt sich der Embryo ohne Biopsie genetisch untersuchen, und das mit großem Erfolg.  

Frau Schenk-Hauschka, Sie setzen sich stark für die Wissensvermittlung schon im Schulalter ein. Welche Idee steht hinter Ihrem Projekt Mikro-Wunder?
Claudia Schenk-Hauschka: Mit unserem Projekt Mikro-Wunder haben wir voriges Jahr im Mai gestartet. Gemeinsam mit renommierten Partnern wie Allergosan, Hygienicum oder FH Joanneum haben durch das Projekt teilnehmende Schulklassen die Möglichkeit, die Wichtigkeit des Mikrobioms kennenzulernen. Das reicht von Ernährung, Nahrungsmittel und Gesundheit bis zu Hygiene und Körperpflege. Ein Thema, das immer wichtig ist, aber in Zeiten von Corona noch einmal mehr an Bedeutung bekommt, da es wichtig ist, zu erklären, dass es sowohl Bakterien gibt, die gesund machen, als auch jene, die krank machen.

Warum ist das Thema Mikrobiom Ihnen persönlich so ein großes Anliegen?
Claudia Schenk-Hauschka: Das Mikrobiom ist einfach überall. Auch bei uns im Kinderwunsch Institut spielt es eine große Rolle. Von uns durchgeführte wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Darmgesundheit unter anderem mit­entscheidend ist, ob Frauen schwanger werden oder nicht. Das Mikrobiom ist ein Gamechanger in diesem Bereich.

Können Schulen bei Interesse noch an dem Projekt teilnehmen?
Claudia Schenk-Hauschka: Ja, unter www.mikro-wunder.at kann man sich gerne noch bewerben und einen Antrag stellen.

 

www.kinderwunsch-institut.at