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People | 26.05.2021

Der Weg zum Herzen …

… ist süß, salzig, chaotisch, kreativ – und geht durch den Magen. Die Food-Blogger-Schwestern Nina und Antonia Stangl verzaubern mit einem Einblick in ihr kreatives Schaffen und drei umwerfenden Rezepten.

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© beigestellt

Die guten Hexen im Lebkuchenhaus. „Verwunschen“ oder „verzaubert“ mögen die richtigen Worte sein, um das Gefühl zu beschreiben, das sich auftut, wenn man ihren Blog zum ersten Mal öffnet. Die beiden Schwestern Nina und Antonia Stangl haben mit „Two Sisters Living Life“ wahrlich etwas Magisches erschaffen, mit dem sie seit 2019 Menschen in Begeisterung versetzen und zeigen: Die Küche ist für viel mehr als nur zum Kochen da – und ein Gericht ist mehr als nur das Produkt des strikten Befolgens immer gleicher Rezepte.

Über Kreativität und Leidenschaft. 14 Jahre sind es, die die beiden Schwestern zeitlich voneinander trennen, und doch verbindet sie eine besondere Geschwisterbeziehung miteinander. Eine Bindung, die schon in frühen Jahren durchs Kochen geprägt wurde: „Ich habe schon früh auf meine Schwester aufgepasst und sowohl sie als auch unseren Bruder bekocht“, erzählt Nina. Man könnte meinen, der Weg zur sinnbildlichen Backstube wäre demnach ein kürzerer gewesen. Doch wie so oft galt ein gesundheitlicher Schicksalsschlag im Leben Ninas als Auslöser für ein Umdenken. „Manchmal bekommt man vom Leben einen Wink mit dem Zaunpfahl, das Leben ernst zu nehmen und auf die Bremse zu treten“, erzählt sie. Und so kam es, dass ihr Verlangen nach Veränderung sie auch zu einer beruflichen und kreativen Vereinigung mit ihrer kleinen Schwester Antonia führte. 2019 ging schließlich „Two Sisters Living Life“ online, für ihren Blog und ihre Bilder wurden sie inzwischen mit zwei Awards ausgezeichnet.

Das Herz des Hauses. Ganz nach dem Motto „Einmal da, immer da“ wurde die Leidenschaft zu Kochen und Küche bei beiden Schwestern recht früh geweckt – mitunter wegen der Familie aus Gastronomen, aus der sie nun mal stammen. „Familienbetriebe sind wie die Mafia, ein Aussteigen gibt’s nicht“, scherzen die beiden. Die Küche sei dabei nicht nur ein Ort, an dem Gerichte zubereitet werden, sie sei – in den Worten der Geschwister Stangl – „das Herzstück des Hauses, wo beim gemeinsamen Kochen Probleme besprochen und gelöst werden sowie auch neue Kraft geschöpft werden kann.“ Eine Tradition, die bei Antonia bereits im Alter von 10 begonnen hat, die die beiden Schwestern nach wie vor gemeinsam ausüben und die Nina inzwischen mit ihren eigenen Kindern fortführt.

Kulinarische Abenteuer, geschmackliche Poesie. Neben dem herzlichen und zwischenmenschlichen Aspekt der Kochstube sehen die Geschwister die Küche in gewisser Hinsicht wie ein Labor – mit viel kreativem Freilauf. Gerade das „Werkeln“ und Experimentieren sei es, das die beiden entspannen ließe. Der kreative Prozess ist für sie eine Möglichkeit, kulinarische Abenteuerreisen in den eigenen vier Wänden zu erleben, und beginnt für Nina meist mit einer einzigen Zutat: „Zum Beispiel Orangen. Jetzt fangen die Gedanken zu kreisen an. Was kann ich aus Orangen machen? Welche Zutaten, welche Kräuter könnte ich dazu kombinieren? Mir kommt die Idee, frischen Rosmarin in einer Marmelade mit den Orangen zu vereinen. Nun folgt der Prozess des Probierens und Abstimmens der einzelnen Zutaten. Das kulinarische Ergebnis ist ein Blogrezept für eine dekadente fein herbe Orangenmarmelade aromatisiert mit Vanille und frischem Rosmarin.“

Das Ying und Yang der Spezialitäten. Fragt man die beiden danach, was sie denn an ihrem kreativen Schaffen am meisten genießen, so zeigt sich: Die Schwestern ergänzen sich perfekt. Obgleich beide die Leidenschaft zu Küche und Kochen miteinander teilen, hat doch jede ihr Spezialgebiet. So übernimmt Nina meist den visuellen Part des Blogs: „Ich liebe es, mit verschiedenen Elementen der Fotografie eine visuelle Story, eine Emotion rund um das Gericht zu kreieren“, während Antonia sich liebend gerne dem Kreieren neuer Rezepte widmet: „Mein großer Traum ist das Publizieren eines gemeinsamen Kochbuches“, schwärmt sie.

Ein Tipp für kreative Geister? Eine Erkenntnis, die viele früher oder später durchleben: Sehr vieles in unserem Leben ist anderen Menschen gewidmet, aber nicht uns, nicht unseren Träumen, nicht unseren Leidenschaften. „Loslassen vom Perfektionismus und dem sich selbst auferlegten Druck war für mich persönlich ein sehr heilender Prozess“, erzählt Nina. Das unvermeidbare Chaos des Lebens sei das, was schlussendlich neue Kreativität, Ideen und Kraft brachte.

www.twosisterslivinglife.com

Instagram: @twosisterslivinglife