Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 11.03.2021

Podcast zum Gründen

Wenn die Kinder schlafen, baut Mama ihr Business. Als erfolgreiche Podcast-„Macherin“ spricht STEIRERIN-AWARDS-­Gewinnerin Julia Oswald über Mut zum Gründen und Frauenpower.

Bild 2103_ST_ME_JuliaOswald-1_02.jpg
STEIRERIN-AWARDS-­Gewinnerin Julia Oswald in der Kategorie "Die Macherin". © Thomas Luef

Die Grazer Geo- und Englisch-Lehrerin Julia Oswald hat ihre Karenzzeit genutzt: Während die kleinen Töchter mittags schliefen, hielt sie in ihrem Podcast „Lunchbreakstories“ die Geschichten weiblicher Gründerinnen fest. Die Erzählungen wollen Frauen Mut machen, ihre Ideen umzusetzen, und zeigen, dass es viele individuelle Wege zum Erfolg gibt. Mittlerweile ist der Podcast zum Selbstläufer geworden und Julia bekommt auch Anfragen als Speakerin und Workshopleiterin.

STEIRERIN: Soll Lunchbreakstories mal zum Vollzeitjob werden?
Julia Oswald: Ich kann mir nicht vorstellen, nicht mehr zu unterrichten. Wenn ich mehr Workshops geben kann und mehr als Speakerin gebucht werde, freue ich mich. Für den Podcast nehme ich auch Sponsoren an. Ich bin eine Multipassionistin und kreativer, wenn ich an mehreren Projekten arbeite. Natürlich verzettle ich mich so auch mal, aber es gibt mir irrsinnig viel Energie, wenn viele Sachen anstehen, die ich machen darf.

Was kannst du aus den Interviews mitnehmen?
Jede Geschichte inspiriert und hat Learnings für mich. Gerade im letzten Jahr konnte ich viele Kleinunternehmerinnen interviewen und sie in der Corona-Zeit unterstützen. Es ist befriedigend zu hören, dass sich für jemanden aufgrund des Podcasts etwas ergeben hat.

 

"Das Konzept von Lunchbreakstories ist es,
Frauen vom Träumen ins Tun zu bringen."

 

Was hat sich im letzten Jahr getan?
Lunchbreakstories ist mittlerweile mehr als nur ein Podcast. Es macht vielen Frauen total viel Mut, die Interviews zu hören, um sich umzuorientieren. Das gibt Hoffnung, weiterzumachen. Das Konzept ist, Frauen vom Träumen ins Tun zu bringen. Es hat damals idealistisch begonnen und sich um Selbstverwirklichung gedreht; mit Corona geht es auch um Existenzsicherung: Vielen Frauen bleibt gar keine andere Wahl, als sich selbstständig zu machen. Viele fühlen sich gelähmt, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. Dabei sollten wir uns aber auch niemals in unserer eigenen Welt verstecken, sodass man die Not anderer Menschen vergisst.

Wie suchst du deine Interviewpartnerinnen aus?
Nach ihrer Persönlichkeit und was sie wie machen. Ich schaue auf Abwechslung, damit sich jede Frau wiederfinden kann und um zu zeigen, dass jeder Weg anders ist. Auch wichtig sind Frauen unterschiedlichen Alters: Sehr viele Hörerinnen sind über 40, weil sie sich dann noch mal umorientieren möchten. Wenn eine Gründerin sich auch sozial engagiert, ein Soziales Business betreibt oder auf Nachhaltigkeit schaut, möchte ich ihr eine Bühne geben. Und Regionalität ist mir sehr wichtig, weil ich Frauen in meiner Umgebung fördern möchte.

Welchen Tipp kannst du unseren Leserinnen mitgeben?
Auch wenn das kitschig klingt, ist das immer mein Tipp: Nicht zu viel überdenken und überlegen, einfach mal loslegen. Keine Angst davor haben, Fehler zu machen, denn aus Fehlern lernt man am allermeisten. Unternehmertum ist eine Berg- und Talfahrt, das geht eben nun mal auf und ab. Einfach anfangen und nicht so viele Ängste haben.