Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 17.12.2020

Immer in Bewegung

Veränderungen und Herausforderungen hatten für Barbara Muhr schon immer einen gewissen Reiz – ein Vorteil als neue MCG-Vorständin, wo sie Stärke und Zuversicht in turbulenten Zeiten beweist.

Themen:
Bild 2011_ST_ME_Muhr-6-0.jpg
© Thomas Luef

Manchmal schließen sich Lebenskreise – so wie aktuell bei Barbara Muhr. Wenn Sie ihr neues Büro im Messeturm betritt, kommen schöne Erinnerungen auf. Seit September verantwortet die Steirerin als Vorständin des Messe Congress Graz gemeinsam mit Armin Egger die Geschicke der städtischen Tochtergesellschaft. Ein Unternehmen, mit dem sie viel verbindet – seien es Besuche des Frühjahrsmesse-Vergnügungsparks als Kind gemeinsam mit ihrer ältesten Schwester, das Tina-Turner-Konzert im Stadion genau an ihrem 16. Geburtstag, großartige Sportevents wie der Daviscup oder Herbert Grönemeyer live in der Eishalle. So wie wohl fast jede Steirerin und jeder Steirer gehört die Messe zum Lebensrhythmus auch für sie einfach dazu.

Da musste Muhr auch nicht lange überlegen, als die Spitzen der Stadtregierung auf sie zukamen – mit dem Angebot, einen neuen Geschäftsbereich zu übernehmen, in dem sie viel voranbringen könnte. „Nach zehn Jahren als Vorständin in der Holding Graz lief heuer der Vertrag aus – der perfekte Zeitpunkt, etwas Neues anzugehen. Ich bin ein Mensch, der Veränderungen schätzt und immer etwas Spannendes daran sieht. Da habe ich nicht lange überlegen müssen. Es fühlte sich einfach richtig an.“

STEIRERIN: Wie teilen sich die Aufgabengebiete zwischen dir und Armin Egger auf?
Wir sind gleichrangige Vorstände, jeder hat jedoch seine Schwerpunkte. Bei mir sind das Sport, Marketing, der Personalbereich sowie die AMB, unsere eigene Veranstaltungstochter, die darauf spezialisiert ist, europaweit Messestände zu bauen – auch für externe Kunden.

Coronabedingt sind aktuell Veranstaltungen nur sehr eingeschränkt möglich – wahrscheinlich nicht gerade die leichteste Zeit, diesen neuen Job zu übernehmen.
Vor Herausforderungen habe ich mich noch nie gescheut. Und ja, aktuell können viele klassische Veranstaltungen wie die Herbstmesse, die Häuslbauermesse oder die Bälle leider nicht stattfinden. Umso froher sind wir, dass der Sport – wenn auch eingeschränkt – funktioniert. Wir haben erst die Eishalle B neu eröffnet und das Sportzentrum in Weinzödl wird gerade umgebaut. Sport wird es immer geben und er ist auch ein großer Wirtschaftsfaktor. Gerade in dem Bereich haben wir noch sehr viel vor.

Bild 2011_ST_ME_Muhr-8.jpg
© Thomas Luef

Wird es eine deiner Aufgaben sein, Sport eine neue Bedeutung zukommen zu lassen?
Genau. Ich war ja selbst Leistungssportlerin und bin im Sport sehr gut vernetzt. Da können wir viel bewegen. Zum einen wurde 2021 in Graz ja das Sportjahr ausgerufen, zum anderem beteiligen wir uns auch an einem Evaluierungs­prozess der Global Active Cities.

Global Active Cities – was versteht man darunter?
Das ist eine spannende Vereinigung von internationalen Städten, die mit großem Einsatz ihren Bewohnern einen aktiven und gesundheitsbewussten Lebensstil ermöglichen und dafür zertifiziert werden. Das wollen wir mit Ende 2021 auch erreicht haben.

Wann, glaubst du, ist es wieder möglich, Konzerte und Events normal zu besuchen?
Am liebsten wäre mir natürlich morgen. Aber wann das genau sein wird, ist leider nicht abzusehen.

Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben?
Ganz einfach: Stärken stärken und Schwächen möglichst nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Man muss nicht versuchen, jemandes Schwäche besser zu machen, sondern man sollte Stärken gezielt fördern. Die vier F sind mit beim Führen wichtig – fordern, fördern, Feedback geben und erhalten sowie sich gemeinsam freuen beziehungsweise Erfolge feiern.

Bei all den Aufgaben und Zielen – bleibt da überhaupt noch Zeit, selbst Sport zu betreiben?
Die Zeit dafür muss man sich nehmen und die brauche ich auch. Ich gehe regelmäßig in der Früh laufen. Das ist meine Zeit für mich. Dabei entstehen meist auch die besten Ideen. Natürlich versuche ich auch noch aktiv Tennis zu spielen.

Du hast ja noch einen Sport vor Kurzem neu für dich entdeckt.
Ja, ich habe heuer die Golf-Platzreife gemacht. Früher habe ich den Sport eher belächelt. Aber dieses Lachen ist mir beim Spielen sehr schnell vergangen (lacht). Da bin ich sehr schnell sehr demütig geworden.