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People | 09.12.2020

Handgemacht

Moni Grausgruber war als Köchin in ganz Europa unterwegs. Seit sieben Jahren stellt die gebürtige Osttirolerin nun in Gratkorn erfolgreich Ravioli, Knödel & Co. her und beweist damit, dass Tiefkühlkost sehr wohl hochwertig sein kann.

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Moni Grausgruber © Mavric

Durch die Nudelmaschine läuft langsam der gelbe Nudelteig. Am dunkelbraunen langen Arbeitstisch hebt sich der gelbe Gries von der Arbeitsfläche ab. Flott spritzt Renate eine ebenfalls gelbe Masse in regelmäßigen Abständen auf den Teig. Heute stehen Kürbisravioli auf dem Programm in Monis Manufaktur in Gratkorn. 3.750 Stück werden an jenem Tag davon produziert, zusätzlich zu Knödeln und den sogenannten Dolomiten, abgewandelte Schlipfkrapferl mit Osttiroler Henkele, die sie selbst kreiert hat. Von dort hat es Gründerin Moni Grausgruber nämlich vor sieben Jahren in die Steiermark verschlagen.

Auf Erfolgskurs. Die junge Tirolerin ist gelernte Köchin und war jahrelang auf Saison, unter anderem in Spanien und Ischgl, unterwegs. In der Küche war sie immer die Spezialistin für Ravioli und Knödel, erinnert sich die 34-Jährige. Sich damit selbstständig zu machen, war schon lange ein Traum von Moni. Da es in ihrer Heimat Osttirol vor allem die Osttiroler Schlipfkrapfen zur Genüge gibt, machte sie sich auf die Suche nach einem Haus in der Steiermark. In Gratkorn wurde sie fündig. Sie fing alleine an, Osttiroler Schlipfkrapfen, Ravioli und Kaspressknödel herzustellen. Sie bot Kostproben auf Bauernmärkten und in Betrieben an. Als sie ihren Geschäftspartner Stefan Paier kennenlernte, nahm der Vertrieb richtig Fahrt auf: „Stefan hatte den Einfall, in den Einzelhandel zu gehen“, erklärt die Unternehmerin. Die Idee: Eigene Tiefkühltruhen mit Monis Produkten in Supermärkten aufzustellen. Das Interesse war da und so stehen die Tiefkühltruhen mit Ravioli und Co. mittlerweile in 250 Geschäften in ganz Österreich.

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© Thomas Luef

2.000 Eier. Heute beschäftigt Moni Grausgruber insgesamt zwölf Mitarbeiterinnen, die eine große Palette an tiefgefrorenen Produkten herstellen: Neben den Osttiroler Schlipfkrapfen gibt es unter anderem Speckknödel, Spinat-Ricotta-Knödel, aber auch süße Topfenknödel oder Kaspressknödel. Außerdem bietet die Wahl-Steirerin Steinpilz-Ravioli, Süßkartoffel-Ravioli, Räucherfisch-Ravioli oder Falafel mit steirischen Käferbohnen an. Von der Jahreszeit abhängig gibt es saisonale Schmankerl wie Bärlauchknödel, süße Erdbeerknödel oder eben die Kürbisravioli.

Neben der Saisonalität ist der Köchin vor allem die Regionalität besonders wichtig: Alles, „was möglich ist“, bezieht sie aus der Region. „Die Kartoffeln vom Bauern schmecken einfach anders. Und ich möchte die Region stärken, vor allem kleine Betriebe. Sie sollen überleben“, sagt sie. Ein guter Abnehmer ist Moni auf jeden Fall: In einer Woche verarbeitet sie unter anderem 2.000 Eier, 100 Liter Milch und im Herbst 400 Kilogramm Kürbis. Ihre Affinität zur Küche ist der jungen Frau in die Wiege gelegt: Aufgewachsen in einem Hotel, ihre Mama ist ebenfalls Köchin und ihre Oma bereitet oft Osttiroler Schlipfkrapfen zu. Wie früher wird auch beim Monis produziert: Es wird alles mit der Hand gemacht. Auch das schmeckt der Konsument letztendlich, ist sie überzeugt: „Wir schneiden beispielsweise den Käse der Kaspressknödeln mit der Hand in Würfeln. Und man beißt dann in eine gutes Stück Bergkäse hinein.“

Um ihre Produkte noch bekannter zu machen, ist Moni auf der Suche nach einer „Schmankerl-Queen“: Sie soll in gemütlicher Runde daheim die Speisen vorstellen. „Man muss es kosten, um es zu verstehen.“ Wenn Moni Grausgruber nicht in ihrer Manufaktur in Gratkorn werkt, dann ist sie am liebsten sportlich in der Natur unterwegs. Sie geht gerne klettern, Rad fahren und snowboarden. Über Weihnachten und Silvester reist sie einen Monat lang. Diese Auszeit braucht und gönnt sich die Geschäftsfrau. Für die Zukunft wünschen sich Moni und Stefan, dass es die Manufaktur auch in 15 Jahren noch gibt. Und dass sie ihre Werte beibehalten können: Ehrlichkeit, Handarbeit – und „hinter dem stehen zu können, was man macht“.

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Mit viel Liebe zum Detail und zu regionalen Produkten produzieren Moni Grausgruber und ihr Team ihre Schmankerln. © Thomas Luef

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Mit viel Liebe zum Detail und zu regionalen Produkten produzieren Moni Grausgruber und ihr Team ihre Schmankerln. © Thomas Luef

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Mit viel Liebe zum Detail und zu regionalen Produkten produzieren Moni Grausgruber und ihr Team ihre Schmankerln. © Thomas Luef

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Mit viel Liebe zum Detail und zu regionalen Produkten produzieren Moni Grausgruber und ihr Team ihre Schmankerln. © Thomas Luef