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People | 28.03.2020

Familie, Freundschaft, Für immer

Schwestern, Arbeitskollegen und beste Freundinnen. Das geht? Ja – und auch noch besonders gut, wie die beiden Tanzprofis Patricia Stieder-Zebedin und Olivia Strohecker beweisen.

Bild 2003_ST_Schweighofer-3.jpg
© Marija Kanizaj

Mehr als ziemlich beste Freundinnen sind Patricia Stieder-Zebedin und Olivia Strohecker. Als Schwestern mit zwei Jahren Altersunterschied sind sie zusammen aufgewachsen, als Arbeitskollegen betreiben sie die Tanzschule Schweighofer in Graz und als beste Freundinnen sind sie immer füreinander da – ein gegenseitiges Vertrauen und Verlassenkönnen, das die beiden Tanz-Aficionadas für nichts in der Welt missen wollen. „Eine Person zu haben, mit der man sich vertrauensvoll austauschen kann, eine beste Freundin, ist wohl das Wichtigste im Leben überhaupt. Wir schauen uns oft an und wissen, was der andere denkt, ohne etwas zu sagen“, schätzt Patricia, die die Leitung der Tanzschule über hat, die Beziehung. Aber auch das Reden kommt nicht zu kurz. „Wir sind beste Freundinnen, die alles besprechen und sich gegenseitig immer helfen“, ergänzt Olivia, die neben der Tanzschule auch als klinische Psychologin arbeitet. „Oft telefonieren wir mehrmals täglich miteinander, zum Bereden gibt es immer etwas. Sei es über die Tanzschule, unsere Töchter oder einfach etwas, was dem anderen gerade auf der Seele liegt.“
Dieses gegenseitige Vertrauen und die Harmonie merkt man auch im Gespräch mit den beiden Schwestern, in dem auch die Lachmuskeln mehr als gut beansprucht werden. „Wir haben schon immer sehr miteinander harmoniert und nur selten wirklich gestritten“, erinnert sich Patricia. „Natürlich gab es schon mal Reibereien, aber das ist ja normal. Geschwister – sie streiten sich, sie lieben sich. Aber im Grunde haben wir uns meist sehr gut ergänzt. Sogar beim Tanzen. Patricia war immer der führende Part und ich habe mich führen lassen, wenn wir gemeinsam geübt haben“, lacht Olivia.
Dieses gegenseitige Ergänzen kommt ihnen nun in ihrem Berufsleben zugute, vor allem wenn Entscheidungen zu treffen sind. „Wir entscheiden immer gemeinsam. Die Meinung des anderen ist ganz, ganz wichtig. Ich glaube, wir würden nie irgendwas ohne den anderen entscheiden. Natürlich wird diskutiert, aber da wir grundsätzlich die gleiche Haltung und Einstellung haben, gehen die Meinungen selten weit auseinander. Meist haben wir sogar sehr ähnliche Ideen“, sind die beiden sich einig.

Tanz durchs Leben. Schon als kleine Kinder haben die beiden Grazerinnen gemeinsam getanzt – bei der Familienkonstellation auch kein Wunder. „Unser Stiefvater, der die Tanzschule gegründet hat, war unter anderem Europameister sowie mehrfacher Staatsmeister und unsere Mutter war professionelle Balletttänzerin. Wir haben von klein auf zuerst daheim im Wohnzimmer und später dann in der Tanzschule gelernt.“ Der Spaß an der Sache und die Leidenschaft standen dabei immer im Vordergrund. „Als Jugendliche haben wir dann bei den Kursen zum Assistieren begonnen und sind so mehr und mehr in den Betrieb hineingewachsen. Die Nachfolge war dann ein fließender Übergang.“ Und so wie früher sehen die beiden die Arbeit in ihrer Tanzschule noch immer mehr als Leidenschaft an. „Unsere Arbeit ist sehr erfüllend, man gibt und bekommt auch ganz viel. Es ist einfach ein Umfeld, wo alle immer positiv gestimmt sind – ein Ort voll schöner Emotionen. Unsere Arbeit ist unsere Leidenschaft, daher empfindet man es auch nicht als Arbeit.“
Doch die Schwestern verbindet viel mehr als die Liebe zum Tanz. „Wir gehen beide gerne Skifahren, verbringen auch unseren Winterurlaub gemeinsam mit der Familie.“ Diese Bindung bedeutet aber nicht, dass die beiden Schwestern rund um die Uhr Zeit miteinander verbringen. „Wir haben beide einen sehr lieben eigenen Freundeskreis und es vergehen auch Zeiten, in denen wir uns kaum sehen. Denn auch wenn der Arbeitsplatz der gleiche ist, hat man oft andere Arbeitszeiten oder einfach so viel zu tun, dass einem kaum Zeit zum Miteinanderreden bleibt. Man sieht sich, wenn man sich sehen will, und wenn man wen braucht, ist wer da.“

Kreativität trifft treibende Kraft. Bei so viel Harmonie muss es doch auch Unterschiede geben. Und die findet man dort, wo man es wohl am wenigsten erwartet – auf der Tanzfläche. „Mein Herz schlägt für alle Latino-Tänze“, kommt Olivia ins Schwärmen. „Und Patricia ist eine wahre Koryphäe auf dem Gebiet des Ballroom.“ Für die Inszenierung von Polonaisen war die Tanzschul-Leiterin schon weltweit gefragt. Im Allgemeinen sehen sich die Schwestern gegenseitig als treibende Kraft beziehungsweise als kreativer Part, die gemeinsam ein erfolgreiches Ganzes ergeben. „Olivia ist bei uns die treibende Kraft, die immer neuen Input gibt und oft so richtig Gas gibt. Ich lebe meine Kreativität sehr gerne bei Balleröffnungen und Choreografien aus“, erklärt Patricia. „Beides zusammen hilft uns dabei, immer in Bewegung zu bleiben. Man muss in einem Betrieb, wo man ja auch ständig vor Herausforderungen steht, flexibel bleiben. Wenn du zu starr bist, hast du keine Chance.“

So tanzen die beiden Schwestern weiterhin beschwingt durchs Leben, teilen schöne Stunden, reden über ihre Sorgen und sind gegenseitig füreinander da.