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People | 24.07.2019

Für eine gute weibliche Zukunft

Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe und Bestärkung in aller Welt: über Frauenprojekte und Frauenleben in anderen Kulturen, die Steirerinnen und Steirer mit viel Engagement unterstützen und begleiten.

Themen:

Mädchen mit Zukunft

Tamara Verma
Leiterin eines Schulprojektes & Waisenhauses in Indien

Swati war sechs Jahre alt, als sich ihr Leben für immer verändern sollte. Als einziges Kind in der Familie, vaterlos und ohne schulische Perspektiven, begleitete sie ihre Mutter täglich zur Arbeit, um zu Putzen anstatt zu spielen. Als zusätzliche Arbeitskraft tauschte sie früh Kindheit gegen den Kampf ums Überleben. In Indien trauriger Alltag für viele notleidende Kinder, die entweder Kinderarbeit leisten oder auf der Straße leben müssen. Bildung? Bloß ein Luxus, der nichts zu diesem Kampf beitragen würde, so die Sicht indischer Familien, die in Armut leben. Swati hatte aber Glück. Der Sohn des gut situierten Arbeitgebers ihrer Mutter legte regelmäßig einen Teil seines Stipendiums beiseite, um eine Schulausbildung für Swati zu ermöglichen. Zudem gründete er das Schulprojekt „project poor child education support“ – eine Schule, die sich über Spenden und Patenschaften finanziert, um vor allem Mädchen eine solide Schulausbildung zu ermöglichen und diese in ein unabhängiges Leben zu begleiten.

Swati war das erste Mädchen, das diese Schule besuchen durfte. Eingeschüchtert, aber wissbegierig, wie sich herausstellen sollte. Und mit dem Wunsch, später einmal Ärztin zu werden. Heute ist Swati 23 Jahre alt, befindet sich gerade in ihrer Facharztausbildung und arbeitet bereits in einem Krankenhaus in Delhi. Ehe? Kommt für sie ganz ohne bitteren Beigeschmack einer finanziellen Abhängigkeit oder häuslichen Gewalt infrage. Weil sie dank ihres Bildungsniveaus und damit verbundenen gesellschaftlichen Status die Chance hat, einen weltlich eingestellten Mann zu ehelichen und damit auch in der Ehe weiterhin Karriere machen zu dürfen.
Geholfen hat ihr auf diesem Bildungsweg auch eine Steirerin. Tamara Verma, die heute mit besagtem Schulprojektgründer namens Vijay verheiratet ist und mit ihm gemeinsam in Graz lebt. Von hier aus wie vor Ort leitet das binationale Ehepaar mittlerweile vier Schulen in Thakurdwara und vier weitere sowie ein Waisenhaus um diesen Ort herum, im Nordosten Indiens. Rund fünf Autostunden von Delhi entfernt, sodass die beiden alle Kinder besuchen können, wenn sie zu Besuch sind.

 

Wir sehen uns als ein Netzwerk
für Mädchen und Frauen.

Tamara Verma

 

„Eine Schulausbildung verändert das Leben eines indischen Mädchens. Denn wenn Frauen finanziell unabhängig sind und in der Ehe auch weiterhin bleiben, können sie selbst über ihr Leben bestimmen“, weiß Tamara Verma, die mit Team und Ehemann 400 Kinder betreut und bereits rund 1.000 Kindern geholfen hat, eine Schulausbildung zu erhalten. „Hinzu kommt: Umso höher das Bildungsniveau bei Mädchen, desto eher haben sie die Möglichkeit, einen weltoffenen, gebildeten Mann zu ehelichen.“ Tradition trifft dann auf Moderne. Die Moderne siegt bestenfalls. Wenn nicht, hat frau eben die Mittel, zu gehen. Was mit den Mädchen passiert, die keine Schulbildung erhalten, wollen wir wissen: „Junge Mädchen werden als Arbeitshilfe eingeteilt, dann ab 14 Jahren arrangiert verheiratet.“ Mit einem Mädchen werde in Indien wegen der hohen Mitgift, die ihre Eltern leisten müssen, wie auf einem Markt gefeilscht: Je jünger das heiratsfähige Mädchen, desto wertvoller ist es für den Zukünftigen und desto geringer fällt die Mitgift ihrer Eltern aus. „Während Söhne den Status ,Altersvorsorge‘ in indischen Familie genießen, fallen Mädchen eher unter die Kategorie ,kostspielig‘“, erzählt Verma. Das Resultat: Arrangierte Kinderehen, sexuell traumatisierte Mädchen, häusliche Gewalt und Unterdrückung. „Diese Mädchen scheinen plötzlich seelenlos zu sein, sie wirken innerlich tot.“ 

Die Aufklärungsarbeit scheint mitunter neuralgischer Punkt zu sein, denn Bildung bedeutet nicht gleich Rettung aus dem Elend oder einer arrangierten Ehe. „Mädchen sollten bereits in jungen Jahren verinnerlichen, dass sie trotz der Schulbildung auch in der Ehe ihrer Karriere nachgehen müssen, um unabhängig zu bleiben.“ Ein präsentes Thema, das in ihren Schulen zusammen mit geschulten Psychologen besprochen und behandelt werde. „Wir sehen uns als Netzwerk für Frauen, damit diese auf Gleichgesinnte treffen und Unterstützung bei ihrer Auflehnung gegen Männer erhalten.“ Mit einer Spende von nur 34,– pro Monat werde laut der Steirerin ein indisches Schulkind einen ganzen Monat lang versorgt – Kleidung, Essen, Schulmaterial, eine Unterkunft (wenn notwendig in ihrem Waisenhaus, welches sie mit ihrem Mann betreut) und neue Perspektiven gegeben. Bitte schenken auch Sie ein Stück Zukunft!

Spenden:

Dhara PCES Verein
IBAN: AT69 3293 9000 0007 1746
BIC: RLNWATWW939
Bank: Raiffeisen Bank Austria

www.poorchildeducationsupport.com