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People | 22.10.2018

Im Einklang

Idia und Alice, die Töchter des bekannten Integrationsexperten Fred Ohenhen, im Gespräch über berufliche Ziele, den Umgang mit Vorurteilen, Modelambitionen und Kuchen.

Fotos Thomas Luef, Tina Reiter, KK

Interkulturelle Verständigung war schon in Idias und Alices Kindheit Thema, ist ihr Vater doch der Grazer Integrationsexperte Fred Ohenhen, der sich seit mittlerweile 20 Jahren als IKU-Projektleiter für den Verein ISOP für das Miteinander verschiedener Kulturen einsetzt. Beruflich streben seine Töchter ihm bereits nach. Aber auch auf dem Laufsteg und der Bühne machen die beiden eine gute Figur. Im Schwestern-Gespräch verrieten die hübschen Grazerinnen uns mehr.

 

STEIRERIN: So auf den ersten Eindruck wirkt ihr beiden sehr harmonisch miteinander. Stimmt das?

Idia: Ja, das stimmt. Wir verstehen uns wirklich gut.


War das schon immer so?

Alice: Soweit ich mich erinnern kann, haben wir auch als Kinder kaum gestritten.
Idia: Es war uns beiden immer wichtig, dass wir ein gutes Verhältnis haben.


Heißt das auch, dass ihr euch sehr ähnlich von der Art her seid?

Beide: Eher nicht so (lachen). Obwohl unsere Freunde oft sagen, dass wir uns schon sehr ähnlich sind.
Alice: Idia ist sehr perfektionistisch. Da muss alles immer einen genauen Ablauf haben.
Idia: Ja, das stimmt. Ich mache mir schon oft selbst Stress. Alice dagegen ist viel entspannter. Sie war auch als Kind immer die etwas Ruhigere.
Alice: Und du hast immer so viel Power gehabt.


Und welche Gemeinsamkeiten gibt es?

Alice: Auf jeden Fall Musik. Idia hat mir früher immer die coolen Sachen vorgespielt.
Idia: Die coole große Schwester eben (lacht). Wir gehen auch sehr gerne gemeinsam auf Konzerte und Festivals. Mittlerweile bist du, was Musik betrifft, schon besser informiert als ich.
Alice: Und wir machen auch gerne zusammen Musik. Ich spiele Gitarre und singe leidenschaftlich gerne.
Idia: Du hast ja auch immer wieder Auftritte. Ich habe früher auch Instrumente gespielt, das ist jetzt eher weniger geworden.


Idia Ohenhen (22)

geboren: 18. März 1996
Studiert Jus an der KF-Uni Graz und modelt nebenbei –
zuletzt auf der Vienna Fashion Week.

 


Dafür modelst du ja mittlerweile – gerade erst auf der Vienna Fashion Week.

Idia:
Ja, das hat sich zufällig ergeben. Aktuell modle ich so, wie es sich neben dem Studium ausgeht. Viel Zeit verbringe ich auch beim Sport. Früher habe ich sogar Leistungssport  betrieben und konnte sogar einige Titel  – u.a. mehrmals Bronze in der allgemeinen Klasse österreichweit im Hochsprung – gewinnen.


Stichwort „Studium“: Ihr studiert Jus und Management internationaler Geschäftsprozesse – das sind sehr ambitionierte Richtungen. Mit welchem Ziel habt ihr euch die Studienrichtungen ausgesucht?
Idia: Ich interessiere mich am meisten für Völkerrecht. Mein Traum wäre es, eines Tages bei den Vereinten Nationen zu arbeiten. 
Alice: Ich starte mit meinem Studium im Oktober, habe daher noch nicht so fixe Vorstellungen. Aber international tätig zu sein, interessiert mich natürlich.
Idia: Oder vielleicht machst du ja doch ein Café auf.


Ein Café?
Alice: Ja (lacht). Das wäre auch so ein Wunsch von mir. Ein Café kombiniert mit Konditorei, wo ich dann selber Musik machen kann und Musiker für Auftritte einladen könnte. Ich liebe es ja, zu backen.
Idia: Und ich liebe es, deine Kreationen zu verkosten (lacht).


Inwiefern hat euch die Arbeit eures Vaters bei der Entscheidung der Studienrichtung beeinflusst?
Alice: Ich glaube schon, dass es uns sehr beeinflusst hat. Wir haben schon als Kinder seine Bemühungen intensiv mitbekommen. Er war ja mit seinem Projekt IKU auch bei uns an der Schule. Aber es war auch daheim Thema. Sowohl unserem Vater als auch unserer Mutter Ingrid, die mit internationalen Studierenden arbeitet, war ein weltoffenes Denken immer wichtig.
Idia: Darauf sind wir auch sehr stolz. Das, was unsere Eltern uns vorgelebt haben, hat mit Sicherheit eine Rolle dabei gespielt, dass wir beide jetzt Richtung internationaler Arbeit gehen wollen.

 

Alice Ohenhen (19)

geboren: 9. Mai 1999
Studiert Management int. Geschäftsprozesse an der FH Joanneum.
Liebt es, Musik zu machen.


Welche Lebenstipps eurer Eltern sind euch sonst noch besonders gut in Erinnerung geblieben?
Alice: Tolerant gegenüber anderen zu sein und dass verschiedene Kulturen sehr wohl friedlich nebeneinander und miteinander leben können.
Idia: Es war aber auch Thema, dass wir es aufgrund der Hautfarbe schwerer haben könnten als andere.


Und habt ihr das Gefühl, dass es zum Teil schwerer war?
Idia: Nicht wirklich. Ich glaube auch, dass sich da über die Zeit zum Glück schon viel verändert hat. Und wenn man doch mit blöden Ansagen konfrontiert wird, wissen wir damit umzugehen.

Studium, Musik, modeln ... bleibt da noch viel Zeit für gemeinsame Familienaktivitäten?
Alice: Idia und ich verbringen sowieso viel Zeit miteinander. Wir sind sogar gerade erst zusammen mit einer Freundin in eine Wohnung gezogen.
Idia: Und einmal im Jahr machen wir immer als Familie gemeinsam Urlaub, das ist ein Muss. Darauf freuen wir uns immer schon.
Alice: Alle drei, vier Jahre reisen wir sogar gemeinsam nach Nigeria, Papas Heimat. Da ist unsere Oma, die wir Iye nennen, Onkeln und Tanten, eine große Familie. Da ist immer was los. Das ist wie eine zweite Heimat für uns.