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People | 28.05.2018

Kinder & Karriere

Ulrike Schickhofer ist frischgebackene Dreifach-Mama und gerade zur Geschäftsführerin in einer Steuerberatungskanzlei aufgestiegen. Was sie ihren Kindern mit auf den Weg geben will.

Das jüngste Familienmitglied ist im Jänner zur Welt gekommen: Söhnchen Gregor. Noch in der Schwangerschaft, genau am Tag vor dem Start in den Mutterschutz, hat man der Prokuristin die Position der Geschäftsführerin und Partnerin in der Steuerberatungskanzlei Wesonig angeboten – und sie hat mit Freude angenommen.

Nur zwei Monate nach der Geburt ist Ulrike Schickhofer mit einem begrenzten Stundenausmaß wieder in den Job zurückgekehrt und leitet nun mit ihren zwei männlichen Kollegen die Geschäfte in Weiz und Gleisdorf, zwei von drei Standorten mit insgesamt über 90 Mitarbeitern. „Ich arbeite einfach sehr gerne, wollte meine Kunden gleich weiterbetreuen und meinen Aufgabenbereich behalten. Der Job ist gewissermaßen mein viertes Kind“, lacht die studierte Juristin.

Trotz der neuen Führungsaufgaben soll genug Zeit für den Nachwuchs daheim bleiben. Eine gute Planung ist dabei essenziell, die Großeltern unterstützen tatkräftig dabei. Ehemann und Landeshauptmann-Vize Michael Schickhofer hat Anfang des Jahres den Papa-Monat absolviert. „Es hat mich in den ersten Lebenswochen schon sehr entlastet, dass permanent jemand da ist und mich unterstützt.“ Erstes, zweites, drittes Kind – macht das einen großen Unterschied? „Eigentlich wollte ich bei Gregor schon einiges anders machen, nämlich beispielsweise nicht bei jedem kleinen Mucks immer sofort reagieren. Aber ich habe festgestellt, dass ich mich als Mama wie damals bei Minna und Vincent verhalte – ich mache alles ganz genau gleich.“

Was will Ulrike Schickhofer ihren Kindern denn mit auf den Weg geben? Minna besucht mittlerweile die dritte Volksschulklasse, Sohn Vincent die erste. Den kleinen Bruder  haben sie übrigens begeistert willkommen geheißen. „Mir ist wichtig, dass sie selbst herausfinden, wer sie sind, was sie bewegt und erfüllt. Dabei will ich sie unterstützen. Sie sollen ihre Begabungen entdecken und eine Aufgabe finden, die sie glücklich macht.“

 

Offenheit ist der Dreifachmama dabei ein Anliegen: „Meine Kinder dürfen ihre Emotionen ausleben, sich erproben und im Umgang mit verschiedensten Menschen Empathie lernen. Wir bereden aber auch sehr viel und ich leite sie an, Entscheidungsprozesse selbst zu treffen.“ Nachsatz: „So werden sie zu starken Persönlichkeiten, auch gegenüber Erwachsenen, das macht es natürlich nicht immer ganz einfach“, schmunzelt sie. Sich nach einem Streit zu entschuldigen ist in der Familie ein wichtiges Prinzip, „meine Kinder können das schon sehr gut, das gelingt ja manchen Erwachsenen noch nicht. Mir ist auch wichtig, dass sie Bitte und Danke sagen, höflich und bescheiden sind – gerade in der heutigen Zeit, in der man einfach viele Dinge für selbstverständlich hält.“

Klare Regeln sind im Hause Schickhofer ein gemeinsamer elterlicher Grundsatz. „Meine Mutter hat immer sehr intuitiv aus der Situation heraus gehandelt, sie kann auch sehr gut mit Kindern umgehen, ich bin allerdings eher ein planender Mensch.“ Auf Diskussionen zu den beschlossenen Ge- und Verboten lässt sich Ulrike Schickhofer aber dennoch ein, „mit mir kann man durchaus verhandeln, auch Regeln“, lacht sie. Werden Aufgaben ordentlich erledigt, so wird beispielsweise die erlaubte Fernsehzeit nach Wunsch großzügiger bemessen. 

Das Alter und die Persönlichkeit, nicht aber das Geschlecht spielt für sie eine Rolle in der Erziehung. „Mein Papa hatte als Unternehmer schon ein modernes Frauenbild. Wir waren vier Kinder und für uns war es selbstverständlich, dass Mädchen und Buben alle Wege offenstehen.“

Ulrike Schickhofer will nach einem Jahr wieder im Ausmaß von 30 Wochenstunden in der Steuerberatungskanzlei arbeiten, „das sehe ich aber auch als Maximalarbeitszeit. In der Gesellschaft muss noch mehr Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Führungspositionen auch mit Teilzeitmodellen gut möglich sind.“   

Zusammenhalt ist und bleibt dafür ein hoher Wert. Landesvize Michael Schickhofer hat freilich einen dicht gefüllten Terminkalender, einen Halbtag pro Woche hat er aber für die Kinderbetreuung reserviert, ein Wochenende im Monat gehört der Familie. „Unser Modell funktioniert, weil die Großfamilie zusammhält“, betont Ulrike Schickhofer, „ich bin schon so aufgewachsen, dass alle Generationen beisammen sind und darüber hinaus immer wieder etwas miteinander unternehmen. Wir fahren auch als Großfamilie in Urlaub. Bei uns ist einfach immer viel los, und das gefällt uns allen sehr.“