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Lifestyle | 24.10.2022

Essen gegen Krebs

Wie hängen Krebs und Ernährung wirklich zusammen – und kann man mit der richtigen Ernährung die Heilung unterstützen? Die Diätologin und Autorin von „Kochen gegen Krebs“ Claudia Petru hat Antworten.

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Fast täglich poppt im Web wieder ein neuer Artikel über ein Lebensmittel auf, das angeblich krebs­erregend ist. Doch wie viel davon ist wahr und wo sollte man wirklich aufpassen? Claudia Petru unterstützt als Diätologin seit rund 20 Jahren Menschen dabei, ihre Ernährung an Krankheitsbilder anzupassen. Als Vorsitzende eines Vereins, der sich auf die Bedürfnisse von Frauen mit (Brust-)Krebs konzentriert, begleitet sie Patientinnen im Therapieprozess. In ihrem Kochbuch findet man einfache, schnelle Rezepte, die auf bestimmte Beschwerdebilder in der Brustkrebstherapie abgestimmt sind. Kurz gesagt: Sie kennt sich aus.

STEIRERIN: Welche Lebensmittel können Krebs vorbeugen?
Claudia Petru: Grundsätzlich gilt: Die Menge macht das Gift. Wir können nicht sagen, dass Salz, Schokolade oder Fleisch schädlich sind. Die Natur hat sich ja was dabei gedacht, als sie Kakaobohne und Zuckerrübe wachsen ließ. In der Vorsorge gibt es drei ganz klare Faktoren: Menschen mit Übergewicht haben ein höheres Risiko zu erkranken als Menschen mit Normalgewicht. Ein weiterer Faktor, den man in allen wissenschaftlichen Journalen finden wird, ist der regelmäßige Konsum von Alkohol. Lifestyle-Entscheidungen bilden die letzte Instanz: Rauche ich, bewege ich mich genügend, trinke ich genug.
Bis zum 40. Lebensjahr haben wir einen wunderbaren Körper mit guten Selbstheilungskräften und Reparaturmechanismen. Mit einem ausgeglichenen Lifestyle und viel Schlaf können wir gewisse Fehler gut reparieren. Natürlich sollten wir auch gewisse Grundregeln beachten – gesund essen, viel Gemüse, zwei Liter Wasser am Tag. Die Ernährungspyramide gibt Orientierung.

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Diätologin und Autorin von „Kochen gegen Krebs“  Claudia Petru. © beigestellt

Wie ernähre ich mich während einer Krebstherapie?
Am Beispiel Brustkrebs wird zwischen zwei Krebs-Subtypen unterschieden, die verschiedene Therapieformen brauchen. 70 Prozent der Frauen mit Brustkrebs weisen hormonabhängige Tumore auf. Wenn die Krebszelle Östrogen bekommt, wird sie zum Wachstum angeregt. Daher sollten Lebensmittel wie Soja, die viele Phytoöstrogene enthalten, nicht zugeführt werden. Nicht hormonabhängige Tumore kommen zu 30 Prozent und vermehrt bei jüngeren Patientinnen vor. Hier liegt das Augenmerk auf Nahrungsergänzungsmitteln: Obwohl unser erster Instinkt immer die Stärkung der Abwehrkräfte mit viel Vitamin C ist, sind antioxidative Substanzen tatsächlich kontraproduktiv. Sie verpacken die Zellen in eine Art Schutzhülle, wodurch Chemo und Strahlentherapie nicht so gut wirken können.
Ein entscheidender Punkt ist auch, die Ernährung an die verschriebenen Medikamente anzupassen. Gewisse Inhaltsstoffe mindern die Wirkkraft von Chemo-Medikamenten, etwa Kalzium, das in Milchprodukten vorkommt. Sogar Kaffee und Grüntee, die in der Vorsorge hoch geschätzt sind, stören bestimmte Chemo-Medikamente im Abbau. Wir sollten die Natur als Unterstützung nutzen. Drei Handvoll Gemüse und maximal zwei Handvoll Obst täglich sind die Richtlinien.

Wie schädlich ist Zucker?
Die These stimmt: Krebs ernährt sich von Glukose. Allerdings hat jeder Mensch, egal wie gesund oder krank, einen Blutzuckerwert zwischen 70 und 110. Korrekterweise dürfte man bei einer zuckerfreien Ernährung gar keine Kohlen­hydrate zu sich nehmen, denn das Abbauprodukt ist immer Zucker. Selbst bei einer kohlenhydratarmen Ernährung bleibt der Zuckerspiegel derselbe, weil die Leber mit der Zeit beginnt, Zucker aus anderen Stoffen zu gewinnen. Fazit: Auch hier geht es wieder um die Menge. Es ist demnach gut, Süßes einzuschränken. Aber ein bisschen Schokolade, Marmelade oder Honig müssen wir uns nicht verbieten.

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