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Lifestyle | 03.10.2022

Pink & powerful

Sich wieder schön fühlen, als Frau wahrnehmen und sich selbst im Spiegel anlachen können – die Spuren der Brustkrebserkrankung lassen sich gekonnt wegschminken. Dem Make-up-Coaching sei Dank!

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Fotografin Birgit Machtinger (l.) und Visagistin Catharina Flieger von „feel again“ nutzen ihren Beruf, um Gutes zu tun – und helfen damit Frauen mit Brustkrebs. © feelagain/PaulSzimak

Oft sind es die kleinen Taten, die große Wirkung haben. Das haben sich wohl auch die Visagistin Catharina Flieger und Fotografin Birgit Machtinger von „feel again“ gedacht. Zusammen geben sie nämlich bei einem kostenlosen Wohlfühlvormittag Frauen und Mädchen mit Brustkrebs eine neue Sicht auf sich selbst – die eine überschminkt professionell die Spuren der Brustkrebserkrankung, die andere setzt anschließend bei einem Fotoshooting die Frauen in ein völlig neues Licht. Damit sie sich endlich wieder schön fühlen und sich auch so sehen können.

Catharina Flieger ist Visagistin und weiß, worauf es beim Schminken ankommt, wenn das Gesicht von der Chemotherapie gezeichnet ist. Folge­erscheinungen wie Hautprobleme, fehlende Haare am Kopf, aber auch fehlende Wimpern und Augenbrauen werden zu Alltagsproblemen, die das Selbstwertgefühl der Patientinnen zusätzlich ankratzen. Was dann hilft, ist manchmal etwas Unbefangenheit. Und die richtigen Tipps und Tricks, wie man sich im Alltag ohne großen Aufwand schminken kann.

STEIRERIN: Mit „feel again“ bietet ihr unter anderem in Graz ein kostenloses Make-up-Coaching für Frauen mit Brustkrebs an. Welche Veränderungen spielen dabei eine kosmetische Rolle?
Catharina Flieger: Bei einem dreistündigen Beauty-Coaching erfahren an Krebs erkrankte Teilnehmerinnen durch einfache Tipps und Tricks, wie sie im Alltag Augenbrauen und Wimpern vortäuschen oder das eine oder andere besser betonen können. Der Verlust der Haare ist bei den Teilnehmerinnen ein sehr trauriges Thema, denn sie fühlen sich nackt oder befürchten, dass man die Krankheit sofort sieht. Bei diesem Wohlfühlvormittag findet aber auch ein Austausch mit anderen Betroffenen statt, woraus schon viele innige Freundschaften entstanden sind.

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© feelagain/PaulSzimak

Hautveränderungen, Augenringe, Verlust von Wimpern und Augenbrauen bis hin zum Haupthaarverlust: Wie geht man bei einem gelungenen Make-up nun vor?
Wichtig ist die typgerechte Gesichtsreinigung und Tagespflege, danach werden mit einem Concealer Rötungen und Augenringe abgedeckt. Beim Make-up oder der getönten Tagescreme sollte auf die passenden Nuancen geachtet werden, danach geht es mit dem Contouring weiter – Contouringpuder/-cream wird unterhalb der Wangenknochen, entlang der Nasenflügel sowie unter dem Kinn verblendet. Mit transparentem Puder fixieren und schon darf man sich über eine schöne Basis freuen.

Wie schminkt man Augenbrauen und Wimpern, wenn keine da sind?
Um Wimpern vorzutäuschen oder zu verdichten, wird am Wimpernkranz oben und unten eine zarte schwarze oder dunkelgraue Linie gezogen, um das Auge zu umranden. Um die Augenbrauen zu verdichten, kann man mit einem braunen Lidschatten oder einem braunen Stift einfach Härchen zeichnen.

Ist in diesem Fall eigentlich Permanent Make-up eine gute Idee?
Einige Damen, vor allem jene, bei denen die Brauen nicht mehr nachwachsen, entscheiden sich für Permanent Make-­up. Wichtig ist hier, sich immer gut beraten zu lassen, die Chemotherapie abzuwarten und immer Rücksprache mit dem/der Onkolog:in zu halten.

Wie sieht das gelungene Make-up-­Ergebnis aus?
Es gibt kein richtiges oder falsches Make-up. Worauf es bei einem Make-up bei Krebspatientinnen ankommt, sind die alltäglichen Probleme beim Schminken und wie man diese löst. Wichtig ist, dass sich die Trägerin mit ihrem Look wohlfühlt. Natürlich ist die Gesichtshaut während und nach der Chemo anders, deswegen ist es wichtig, vorab die Pflege mit einem Hautarzt oder einer Hautärztin abzuklären.

Wann bietet ihr in der Steiermark wieder ein Make-up-Coaching inklusive Fotoshooting an?
Unser großer Herzenswunsch ist es, 2023 mit unserem Wohlfühlvormittag wieder nach Graz zu kommen. Das hängt aber ganz stark davon ab, ob wir SponsorInnen finden, die uns finanziell unter die Arme greifen wollen/werden. Aktuell haben wir noch niemanden gefunden …

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© feelagain/PaulSzimak

Helfen, um zu helfen

Unter dem Motto „Gemeinsam schaffen wir mehr“ freuen sich die zwei Initiatorinnen auf Sponsoren- und Kooperationsanfragen via [email protected], oder werden Sie mit Ihrer Spende Herzenshelfer:in:

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