Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 29.07.2022

Wohnen wie andere Urlaub machen

Die fernsten Welten ins eigene Zuhause geholt.

Bild micheile-dot-com-AX-hGV70sd0-unsplash.jpeg

Am liebsten würden wir alle wahrscheinlich die gesamte warme Jahreszeit dazu nutzen, um um die Welt zu jetten und von einem noch unbekannten und exotischen Ort zum nächsten zu reisen. Gänzlich neue Erfahrungen, frische Eindrücke und unverbrauchte Inspirationen zu sammeln und mit nach Hause zu nehmen, ist wohl eine der schönsten Beschäftigungen der Welt.

Sigma

Wer allerdings nicht über die zeitlichen oder monetären Ressourcen verfügt, um ein solches Traumerlebnis auch tatsächlich umzusetzen, muss nicht verzagen. Mit ein paar kleinen Kniff en, ein wenig Fantasie und einer Portion Kreativität lassen sich auch die fernsten Destinationen ganz einfach in die eigenen vier Wände holen. Denn so unterschiedlich die verschiedenen ästhetischen Strömungen unserer Welt auch sein mögen, sie haben doch eines gemeinsam: Ihren Ausdruck finden sie stets in der Gestaltung ihrer einzelnen Elemente. Ob Material, Farbe, Muster oder Form – ein Stil ist die Summe seiner Einzelteile und lässt sich so auch in abgeschwächter Form in ihm eigentlich nicht angestammte Gefilde transportieren.

Bild daniel-chen-SoNaNOFT974-unsplash.jpeg

Grenzenlos

Freilich lässt sich dies mit einem kleinen türkisch/griechischen Nazar-Amulett an der Wand leichter bewerkstelligen als mit einem mehrere Tonnen schweren olmekischen Kolossalkopf – welchen Aufwand man betreiben möchte, bleibt jeder Person natürlich selbst überlassen. Wer will, kann das eigene Haus beispielsweise komplett in eine skandinavische Stabkirche oder einen marokkanischen Riad ummodeln – die einzige Grenze bildet bei solchen Vorhaben die Kreativität der umsetzenden Personen.

Marokko

Die Küstenregionen Nordafrikas und Marokko im Speziellen, sind spätestens seit der Antike ein wahres Mosaik aus unterschiedlichen geschichtlichen, kulturellen und künstlerischen Einflüssen, die sich heute wie auch schon vor Jahrhunderten in einer bunten, vielgestalten und facettenreichen visuellen Ausgestaltung äußern, die weltweit einzigartig ist. Nach dem Fall des phönizischen Handelsreichs, das von Karthago aus seinen Einfluss im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus sichtbar machte, wurden schon bald Aspekte römischer Gestaltung in die ansässige Ästhetik integriert. Noch heute sind die „Riad“ genannten Gebäude, die sich durch ihre opulent ausgestalteten Innenhöfe auszeichnen, kleine Wahrzeichen der marokkanischen Architektur. Mindestens ebenso prägend sind die bunten Fliesen, die die Fassaden, Böden und Wände eines typischen marokkanischen Heims schmücken. Diese werden oftmals sogar noch in echter Handarbeit hergestellt, sind in allen erdenklichen Formen und Farben erhätlich und sind, in großen Mosaiken angeordnet, eines der bekanntesten Aushängeschilder nordafrikanischen Designs.

Bild Bildschirmfoto 2022-07-28 um 09.41.39.png
Inspirationen
Bild annie-spratt-75evqcCk8BQ-unsplash.jpeg
 
Bild annie-spratt-pitxaomeYKY-unsplash.jpeg
 
Bild maria-orlova-V2zaAunY-yw-unsplash.jpeg
 
Bild lindsey-lamont-zOFWHSN3oTQ-unsplash.jpeg
 
Bild simon-humler-OyNvaeBolaM-unsplash.jpeg
 
Bild stefan-maass-zI7OP6GWrd0-unsplash.jpeg
 

Japan

Japanisches Interieur genießt schon seit Jahrhunderten weltweites Ansehen. Bereits portugiesische und niederländische Seefahrer und Händler schätzten die immense Detailverliebheit und den hohen Grad an Perfektionismus, den japanische Handwerker:innen an den Tag legten. Eine Neigung zur extremen Spezialisierung, hohe Ansprüche an das eigene Schaffen und ein durch Ressourcenknappheit bedingter Erfi ndungsreichtum machen japanische Inneneinrichtung bis heute zu einer gefragten Stilrichtung. Visuell zeichnet sich diese besonders durch ihre elegante Reduktion auf das vermeintlich Nötigste aus. Die Verwendung von Naturmaterialien wie Holz, Papier und Stroh verstärkt die asketisch anmutende Atmosphäre noch zusätzlich. Im Kontrast dazu stehen die oft schon fast verschwenderisch aufwändigen  uster, die Textilien sowie besondere Gegenstände oder Elemente der Innen- und Außengestaltung verzieren. Sich wiederholende geometrische  uster kommen hierbei genauso zum Einsatz wie organisch wirkende Strukturen. Ihnen gemeinsam ist aber der meist großfl ächige Einsatz, der die Repetititon immer gleicher  otive zu einem großen Ganzen verschmelzen und so umso plastisch wirken lässt.

Aufgehende Sonne
Bild oriento-9kk22G44kvg-unsplash.jpeg
 
Bild jack-zhang-l827PgM-7Yk-unsplash.jpeg
 
Bild reinaldo-kevin-FZaBLAEyIZY-unsplash.jpeg
 
Bild linh-le-giP0e750Dr8-unsplash.jpeg
 
Bild linh-le-giP0e750Dr8-unsplash.jpeg
 

Skandinavien

Kaum eine zweite Strömung war die letzten Jahre so stark und schon fast omnipräsent wie der Trend zum skandinavischen Design. Vom quasi allgegenwärtigen Hygge bis zur hyper-cleanen dänischen Reduziertheit waren die nordischen Länder die tonangebende  acht der letzten Zeit. Dabei ist der skandinavische Wohnstil modern, minimalistisch, reduziert und flexibel. Große und prunkvolle Möbel werden in diesem Stil vergeblich gesucht.  öbel und Deko werden locker und mittig im Raum platziert und von Wänden weggerückt. So entsteht der Eindruck von Ungezwungenheit und Freiheit, alles Drückende entfällt. Die zum Einsatz kommenden natürlichen  aterialien wie Wolle, Holz, Stoff oder auch Fell machen diesen Stil noch gemütlicher und einladender. Auch farb- und mustertechnisch hält man sich hier eher zurück. Am ehesten wird noch ein einzelnes Möbelstück in knalliger Farbe als Eyecatcher platziert, bunte Kaleidoskopzimmer sucht man aber vergeblich. Ebenso bleibt die Bemusterung der meisten Gegenstände recht simpel. Einfachste Geometrien, organisch unperfekt angeordnet, erzeugen dennoch eine wohnliche und lebensfrohe Atmosphäre.

Nordlichter
Bild spacejoy-c0JoR_-2x3E-unsplash.jpeg
 
Bild oriento-S_ncR5Q41PI-unsplash.jpeg
 
Bild katja-rooke-77JACslA8G0-unsplash.jpeg
 

Southwestern

Der heute in den USA sehr beliebte „Southwestern-Style“ ist ein Musterbeispiel für die gelungene Verwebung zweier sich ursprünglich gänzlich unbekannter Stile, die sich nach ihrem Aufeinandertreffen aber zu einem großartig gelungenen großen Ganzen zusammenfügten. Spanische Metallbeschläge und Holzschnitzereien, gepaart mit den traditionellen Stoffen der amerikanischen Ureinwohner:innen und den eindrucksvollen Erdtönen der Wüstenlandschaften des US-amerikanischen Südwestens machen ihn auch heute noch zu einem der markantesten Interieurstile überhaupt. Sattes Ziegel- bis Rostrot, ruhiges Naturweiß und subtile Sandtöne holen gemeinsam mit dem Grün der Kakteen und dem Blau des schier unendlich weiten Himmels die Farben der Naturkulisse in die Wohnräume und schaffen so eine ganz einfache, aber doch alles durchdringende Natürlichkeit. Terracotta ist eines der dominierenden Materialien der ansässigen Handwerkskunst, und aufwändig verzierte Töpferwaren gehören in fast jeden Haushalt. Aber auch simpel anmutende Holzmöbel und insbesondere grob gewebte Teppiche, Decken und Pölster mit indigenen Mustern prägen das Interieur der US-amerikanisch-mexikanischen Grenzregion.

Wild Southwest
Bild sonnie-hiles-L0BaowhFe4c-unsplash.jpeg
 
Bild alexandra-gorn-W5dsm9n6e3g-unsplash.jpeg