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Lifestyle | 20.05.2022

Zwischen Tiefe & frischer Brise

Die Farbpalette der Saison offenbart sich in frischer Vielfalt, die in innovativer Manier sowohl die friedvolle Ruhe als auch die freigeistige Komplexität der Natur miteinander vereint – so ­Wohnexperte Michael Schranzer.

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© Farrow & Ball

Frisch – so lautet im wahrsten Sinne des Wortes wohl das Stichwort der Interieur-Saison 2022. Der Frühlingswind  scheint Klarheit zu verschaffen, sowohl in unserem Geiste als auch in unseren wohnlichen Räumlichkeiten. In aufregenden Übergangszeiten wie diesen, einerseits im Umsprung von einer Jahreszeit zur nächsten, andererseits in Bezug auf die sozialen Wandelsgeschehnisse unserer Zeit, gilt es, unserem Zuhause auch farblich einen Spiegel vorzuhalten, der unsere Bedürfnisse reflektiert.

 

Farbwelten der Natur. 


Laut unserem Wohnexperten lässt sich aus dem Sortiment der aktuellen Farbtrends schließen, dass das Einbringen der bunten Farbvielfalt unserer natürlichen Umgebung im Frühjahr 2022 vermehrt an Aufmerksamkeit  gewinnt. Stehen wir mit unserem tiefgehenden Wunsch nach Ausgewogenheit, Einklang und Sicherheit auf der einen Seite und unserer Sehnsucht nach abwechslungsreichem Aufschwung und Optimismus beinahe buchstäblich zwischen Tür und Angel. Gearbeitet werde daher derzeit dementsprechend mit Farbtönen, mit denen sich beide Sehnsüchte kombinieren lassen. Oft auf unverhofft harmonische Weise, wie auch am faszinierensten Laufsteg der Welt: unserer Mutter Natur.

Klassische Farbgiganten. 


Ob gekonnt als Ausgleich für verspielte Akzente gesetzt oder für sich allein stehend: Beruhigende und zeitlose Farben wie die folgenden Grün- und Blau-Variationen lassen sich nicht von ihren Thrönen stürzen – und das zu Recht. Obgleich in ihrer Erscheinung und Wirkung doch oftmals sehr unterschiedlich, teilen die Trend-Töne doch in vielerlei Hinsicht einen gemeinsamen Nenner: ein Gefühl von Sicherheit, Unbeschwertheit und  Wohlbefinden.

 

Es grünt so grün.


Bewegen wir uns im vielschichtigen Farbspektrum der Farbe Grün, so lautet die Devise aktuell: sanfte Frische und Tiefe. Farbtöne wie ein klassisches „Olive“ wirken beschwichtigend und schaffen ein Geborgenheit vermittelndes Raumklima, ohne dabei unsere Neugier ungestillt außen vor zu lassen. Und lasset euch nicht täuschen: Abwechslungsreiche Arrangements lassen sich auch in der Kombination von Grün mit Grün erzielen. Vom bereits bekannten Monochromie-Trend abgesehen, gelten Grüntöne immer noch als ein wahres Safe Play im Bereich der Akzentsetzung. Wo  sich die einen auf der Suche nach einer entspannten und sorglosen Atmosphäre sehnen, wird zu hellen bis gräulichen Grüntönen geraten, insbesondere wenn so kontrastarm wie möglich akzentuiert wird. In anderen Wohnräumen bedarf es jedoch vielleicht einer sorglos-süßen Note – in diesem Fall greife man diesen Frühling wohl auch immer häufiger zu relativ frischen und dynamischen Tönen und Farbkombinationen, wie etwa im Falle von einem aufheiternden und beschwingenden Mint-Grün oder gar einem natürlichen Emerald – orientiert an dem sogenannten Blaugrünen Erpel –, das den idealen Spagat zwischen Optimismus und Eleganz zu schaffen verspricht. Gerne werden Grüntöne, je nach dem gewünschten Stimmungsbild, unserem Einrichtungsexperten zufolge abseits von monochromen Dekor-Konzepten auch gerne mit schwarzen oder goldenen Akzenten gesehen. 

 

Von schweben bis schwimmen.


Sowohl in seiner natürlichen Umgebung als auch zum Einsatz in den eigenen vier Wänden genutzt, wirkt das mitreißende, Sorgen in Luft auflösende Spektrum der Farbe Blau transformativ wie nur wenige andere Farben und ist demnach kaum als bloße Wandfarbe abzustempeln, sondern als Sinnbild für die Tiefen unserer Selbst und unserer Hoffnungen, Wünsche und Träume zu verstehen.  Im Trend liegt gegenwärtig alles von luftig-leichtem Himmel-Hellblau bis zu den edlen und tiefen Nuancen der fließenden Wasserwelten. Ob zuckersüßes, stimmungshebendes Pastellblau mit Eskapismus-Charakter oder lieber ein formelleres, kühles Graublau für einen Sinn von Gleichgewicht und Seelenruhe. In anderweitiger Ausführung, fällt die Wahl etwa auf ein satteres Mittel- bis Tiefblau, darf furchtlos mit diverser Intensität und unterschiedlichen Untertönen experimentiert werden. Von düster bis heiter, Cobalt, Navy, oder gar dramatisch-schimmernde und tagträumerische Grün-Blau-Variationen, die auf profunde Weise wahrhaft inspirierende Gedankenfunken zum Sprühen bringen. Kreativität, Einzigartigkeit war noch nie so schön.

 

Zwischen Puder und Pepp.


Insbesondere die vorhin genannten farblichen Nuancen auf dem Grün-Blau-Farbspektrum scheinen gegenwärtig gerne mit diversen Variationen von Pink gesehen zu werden. Weiche, pudrige, beinahe ins „Zuckrige“ gehende Pinktöne stecken mit ihrer wohltuenden und dennoch unkompliziert-verspielten Zartheit geradezu an – delikat ist die Devise. Alternativ stehen dieser risikofreien Entscheidung die leuchtend-mutigen und kraftvollen Seiten der Farbe Pink gegenüber. Das Ergebnis ist ein frischer, vitaler, wenn nicht gar exotischer Touch. Ob als den Ton angebende Wandfarbe oder in Form von vereinzelten Akzenten – leuchtendes Lachs- oder heiteres Holi-Pink: Richtig zum Einsatz gebracht, bestärkt und erhellt ein intensives Pink nicht nur ein jedes Gemüt, sondern auch das Zuhause und lädt mit lockendem Charisma zum Verweilen ein.

 

Grünes Licht für Rot und Orange.


Dramatisch, mutig, aber allem voran wandlungsfähig, brennt und glüht der Interieur-Himmel in den hoffnungsfrohen Farben eines Sonnenaufgangs. Unerwartet gerne am Wohnhorizont gesehen, sind neuerdings imposante, beinahe Aufmerskamkeit heischende Rot- und Orange-töne. Als herausstechende Option für jeden Raum bieten sich die unterschiedlichen Töne auf einem Stimmungs--Spektrum von locker-leger, wie im Falle eines sanften Terrakottas, bis hin zu Spontaneität und Optimimus versprühend an, wie etwa bei intensiv-leuchtenden Rot-tönen, die bis ins Orange gehen können. Nicht zu unterschätzen ist hierbei die erholsame Wirkung leuchtender Nuancen im Wohn- oder Schlafzimmer, etwa ein luxuriöses Tiefrot. Will man den stimulierenden Aspekt von Rot mit der optimistischen Bestimmtheit von Orange und Gelb kombinieren, so sieht man sich mit einem überraschenden Ausmaß an Möglichkeiten konfrontiert. Friedvoll wie ein Frühlingsgarten wirken dabei auch Hell-orangetöne, ein orange nuanciertes Weiß oder aber ein tiefes, gedämpftes Burnt-Orange. Ein strahlendes, stimulierendes Narzissen-Orange regt nicht nur die Fantasie, sondern auch den Appetit an und eignet sich daher ideal für Küche und Esszimmer. 

 

STEIRERIN-Pink

 

Auffallend, lebensfroh, verlockend – strahlende Pink- und zarte Rosatöne sind derzeit stark im Kommen. Die Scheu vor knalligem Farbeinsatz weicht der Experimentierfreude und schafft ein einladendes Milieu im Wohnraum. Insbesondere sticht dabei derzeit die „Farrow & Ball“-Farbe Rangwali hervor – einer der abenteuer-lustigsten Pinktöne des Farbsortiments, inspiriert von dem bei Holi-Festivals verwendeten Pulver. Gerne kombiniert mit ausgleichenden Creme-Nuancen, hellem Holz und zarten, natürlichen Mustern. Um dies zu veranschaulichen, hat Einrichtungsexperte Michael E. Schranzer exklusiv ein STEIRERIN-Moodboard entworfen.

 

Fotos © Farrow & Ball