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Lifestyle | 13.04.2022

„Frühzeitig vorsorgen zahlt sich aus“

Warum ist die Vorsorge zur Vermeidung einer drohenden Pensionslücke so wichtig? In welchem Alter sollte man damit beginnen? Und was sind die größten Irrtümer beim Thema Altersvorsorge? Uniqa-Landesdirektor Johannes Rumpl hat die Antworten auf diese Fragen.

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Johannes Rumpl
Uniqa-Landesdirektor

DIE STEIRERIN: Die Themen Gesundheit und an die Zukunft denken sind so präsent wie nie. Würden Sie sagen, dass sich Frauen und Männer aktuell mehr Gedanken um ihre Vorsorge machen?
Johannes Rumpel: Wir beobachten bereits seit Längerem, dass das Bewusstsein für die eigene Gesundheit steigt. Durch die Pandemie beschäftigen sich die Menschen noch intensiver mit ihrer Gesundheit und wie sie diese – im Sinne eines besseren Lebens – möglichst lange erhalten können. Das spiegelt sich stark in den Beratungsgesprächen wider. Auch bei der finanziellen Altersvorsorge entwickelt es sich, langsam aber doch, in diese Richtung. Im Grunde ist es bei den Menschen angekommen, dass sich das öffentliche Pensionssystem irgendwann nicht mehr ausgehen kann. Immer mehr Menschen werden immer älter. Immer weniger Erwerbstätige stehen immer mehr Menschen im Ruhestand gegenüber. Das bedeutet: Immer weniger zahlen für immer mehr. Auf einen über 65-Jährigen kommen derzeit zwar noch 3,3 Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 65, doch nur 1,7 Pensionsversicherte zahlen pro Pensionisten ein. Die erste Säule ist nach wie vor unverzichtbar im Sinne einer Grundabsicherung, alles Darüberhinausgehende kann nur durch private Vorsorge abgedeckt werden. Nur so kann einer drohenden Pensionslücke vorgebeugt und der Lebensstandard auch nach dem Erwerbsleben beibehalten werden. Im Rahmen einer repräsentativen Studie, die vom Marktforschungsinstitut MindTake in Auftrag von Uniqa kürzlich durchgeführt wurde, haben wir uns genauer angesehen, wie die Menschen zum Thema finanzielle Vorsorge stehen.

 

Was sind die größten Irrtümer beim Thema Altersvorsorge?
Die Studie hat gezeigt, dass für rund drei Viertel der Menschen finanzielle Vorsorge wichtig ist, aber sich bisher nur jede vierte Frau und jeder dritte Mann intensiv damit beschäftigt hat. Darüber hinaus ist selbstverständlich die Leistbarkeit der privaten Altersvorsorge ein Thema. Doch junge Menschen bis 24 können bereits mit 25 Euro beginnen. Für jene mit eher geringerem Einkommen ist es meist leichter, monatlich einen kleinen Betrag wegzulegen, als beispielsweise jährlich eine größere Summe auf einmal aufzubringen, zumal eine monatliche Ansparung keinerlei Kostennachteile verursacht.

 

Welche Vorsorgeschritte empfehlen Sie den unterschiedlichen Generationen?
Der erste Schritt in der Beratung ist immer die gemeinsame Analyse mit dem Kunden, bei der die finanzielle Situation ebenso miteinfließt wie der Familienstand.

 

Wie viel der Einkünfte kann für Versicherungen aufgewendet werden und welche persönlichen Bedürfnisse gibt es?
Ein wichtiger Bereich der privaten Vorsorge ist die Absicherung von Biometrischen Risiken – sprich: die Ablebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und der Schutz bei schweren Erkrankungen (Dread Disease). Denn damit wird die eigene bzw. die Existenz der Familie abgesichert, für den Fall, dass eine zentrale Säule der Familieneinkünfte wegfällt. Gemeinsam mit dem Kunden wird eine entsprechende Priorisierung vorgenommen. Diese ist immer sehr individuell – manche legen großen Wert auf ihr Auto und entscheiden sich für eine hohe Leasingrate und eine entsprechende Versicherung, andere investieren mehr in ihre Vorsorge – von der Gesundheit bis zur Altersvorsorge. Möchte jemand erst jenseits der 40 mit dem Ansparprozess beginnen, sind höhere Erträge selbstverständlich ein Thema. Höhere Ertragschancen werden allerdings weitläufig mit risikobehafteten Anlageformen in Verbindung gebracht. Dass es attraktivere Optionen als Sparbücher und Girokonten gibt und es unter den zahlreichen Möglichkeiten auch Lösungen gibt, die beides – also Sicherheit und Ertragschancen – miteinander vereinen, ist vielen nicht bewusst. Deshalb lautet meine Empfehlung für alle: Lassen Sie sich von Expertinnen und Experten beraten, mit denen Sie die für Sie individuell beste Vorsorgemöglichkeit erarbeiten können.

 

Welche Anlageformen sind besonders gefragt?
Aus Kundensicht sind Garantieprodukte trotz niedrigen Zinsumfelds auch
weiterhin durchaus attraktiv bzw. werden nachgefragt. Der Grund dafür ist, dass Menschen tendenziell sicherheitsorientiert veranlagt sind. Die Präferenzen sind sehr individuell, allgemein lässt sich aber eine klare Entwicklung
hin zu fondsgebundenen Lösungen, die ein deutlich höheres Ertragspotenzial aufweisen, erkennen. Grundsätzlich sind Lebensversicherungen für die langfristige Altersvorsorge zentral und mit vielen Vorteilen für den Kunden verbunden. Beispielsweise fällt für Kapitalerträge im Rahmen einer Lebensversicherung keine KESt an. Und nur eine Versicherung kann dem Kunden eine lebenslange Rente garantieren.

 

Warum ist es vor allem für Frauen empfehlenswert, sich früh um die Vorsorge zu kümmern?
Auch wenn sich grundsätzlich alle aktiv mit ihrer finanziellen Vorsorge beschäftigen sollten, ist das besonders für Frauen wichtig: Es ist nach wie vor so, dass Frauen öfter und länger in Karenz gehen und danach lange Zeit in Teilzeit-Anstellungen verbleiben. Neben oder nach der Betreuung von Kindern wird oft auch die Betreuung älterer Angehöriger übernommen. Dadurch verdienen Frauen im Schnitt um 32 Prozent weniger Pension als Männer, für jede zweite Frau bedeutet das, im Alter mit weniger als 1.000 Euro über die Runden kommen zu müssen.

 

Pensionierung und Vorsorgethemen sind für junge Menschen meist noch weit weg. Warum ist es trotzdem so wichtig, gerade in jungen Jahren daran zu denken?
Bei jeder Art der Vorsorge gilt: Je später, desto teurer. Oder anders gesagt: Je früher, desto leistbarer. Genau deshalb ist es wichtig, bereits in jungen Jahren zu beginnen, am besten legen schon die Eltern oder Großeltern den Grundstein für ihre Kinder beziehungsweise Enkelkinder. Wenn man ab dem ersten Lebensjahr eines Kindes beginnt, kann man mit 25 Euro im Monat bis zum Pensionsantritt auf eine monatliche Auszahlung von rund 300 Euro kommen.

 

Sollte schon in der Schule das Thema Vorsorge vermehrt behandelt werden?
Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig ein Grundverständnis für Finanzen und somit auch die finanzielle Vorsorge erwerben. Hier sind sowohl Eltern als auch Bildungseinrichtungen in der Pflicht – im Rahmen der Studie haben dem knapp 70 Prozent der Befragten zugestimmt. Ganz wichtig ist auch, dass Mädchen und Burschen gleichermaßen an das Thema herangeführt werden.


Dieser Artikel ist Teil unseres STEIRERIN Vorsorge-Ratgebers. Zusätzliche Infos und mehr zum Nachlesen findest du HIER.