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Lifestyle | 12.04.2022

Genießbare Wissenschaft

Mit ihrem Foodtech-Start-up Viffff haben Johannes Biener und Neena Gupta-Biener unverhofft völlig neue Wege im Bereich Ernährung geöffnet.

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Fragt man Neena Gupta-Biener, einen der zwei Köpfe hinter dem Foodtech-Start-up Viffff, nach dem Kern, dem Ursprung ihrer Produktidee, so erwartet einen eine ungewöhnliche Antwort, wenn auch nachvollziehbar für eine Vielzahl an AkademikerInnen: „Ich bin ‚Mensa-traumatisiert‘“, sagt sie schmunzelnd. Denn ihre akademische Laufbahn sei nicht nur durch unzählige Lehrstunden als Professorin, sondern auch durch etliche Gänge durch Mensen und Kantinen geprägt. Doch dabei, ein geteiltes Leid, fiel das Angebot an veganen Alternativen meist dürftig aus – ebenso in Restaurants und Supermärkten. „Ich war auf der Suche nach veganer Kost mit pflanzlichem Eiweiß, das kein Bauchweh verursacht und trotzdem satt macht. Aber ich hatte in meinem normalen Arbeitsalltag wenig Zeit. Daraus entsprang die Idee meines Mannes, unsere Viffffs zu entwickeln.“

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Was ist Viffff?
Die in halbkugel-artiger Form servierten Viffff-„Knöderln“ der „Fermented Functional Food Factory“ werden aus ausgesuchtem glutenfreiem Getreide, Hülsenfrüchten und Ölsaaten produziert, wobei auf eine Auswahl aus 100 % natürlichen Zutaten gesetzt wird. Das Endprodukt: umweltfreundlich und vegan. „Was Vifffs aber besonders macht, ist die spezielle mehrstufige, komplexe Fermentation mit bestimmten Kulturen“, so Gupta-Biener. „Um sie herzustellen, braucht es mindestens 16 Stunden Arbeitszeit, viel Ausdauer und einiges an Personal, besondere Küchenausstattung und Erfahrung im Bereich Mikrobiologie.“ Demnach verlangt die Produktion eines solchen im Grunde verzehrfertig kaufbaren Produkts eine entsprechende Großküche, so die Gründer des Foodtech-Start-ups: „Nach einer langen Suche sind wir auf einen großen Hersteller in Wien gestoßen, der bereit war, gemeinsam mit uns den Herstellungsprozess zu testen und für die Großproduktion zu standardisieren.“

Ein Diagnosen-Wendepunkt.
Noch zu Beginn des Entwicklungsprozesses des revolutionären, veganen Produkts wurde die jüngste Tochter der (Gupta-)Biener-Familie mit Diabetes Typ 1 diagnostiziert. Im Gegensatz zu Typ 2 ist Typ 1 eine Autoimmunkrankheit. „Bei Diabetes ist die richtige Ernährung extrem wichtig“, so Gupta-Biener. „Als ich mit ihr unsere Viffffs getestet habe, überraschte uns das Ergebnis sehr positiv.“ Nach der Verkostung musste sie viel weniger häufig Insulin spritzen, außerdem erfolgte kein rasanter Blutzuckeranstieg. Als Wissenschaftlerin habe sie dieses Resultat dazu motiviert, Tests mit erwachsenen Diabetes-Typ‑1-Patienten durchzuführen, die zu denselben Ergebnissen führten.

Vielkönner-Viffffs.
Mit der Diagnose ihrer Tochter entschied sich Gupta-Biener für das Pausieren ihrer akademischen Laufbahn, um sich in Vollzeit auf die Forschung hinter und die Produktion von ihrem Produkt zu konzentrieren. Das steigende Interesse in so vielen unterschiedlichen Bereichen hat dabei ebenso das Interesse der Med Uni Graz geweckt. In Zukunft sollen nun sogar die gesundheitsfördernden Aspekte der Viffffs an gesunden Probanden und an Diabetes-Typ‑2-Patienten getestet werden. Für Ausdauersportler seien Viffffs ideal als warme Mahlzeit, da sie eine gleichmäßige Energiezufuhr über einen längeren Zeitraum hinweg garantieren, dafür eignen sich die Mais-Viffffs wohl am besten, so das Gründer-Duo. In der Fastenzeit oder aber während einer Intervalldiät raten die beiden zu der Kürbiskern-Variante, die über längere Zeitperioden hinweg satt hält und Heißhunger-attacken verhindert. Auch für ältere Menschen mit Gicht oder anderweitigen gesundheitlichen Problemen bieten sich Viffffs als Basendiät, die Übersäuerung vorbeugt, sehr gut an. Doch auch auf Frauen, die sich gerade in der Menopause befinden, sei das Produkt zugeschnitten, so die Gründer: „Frauen in der Menopause haben häufiger Probleme mit ihrer Verdauung. Auch vegane Produkte können Bauchschmerzen verursachen. Doch dank der komplexen Fermentation der Viffffs bleiben schmerzhafte Blähungen aus. Auch für Allergiker sind sie geeignet.“

 

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Neena Gupta-Biener & Johannes Biener © beigestellt

Das Bauchgefühl macht’s!
Ein wichtiger Start-up-Tipp zum Schluss? Es zeigt sich: Mit der Zeit und der nötigen Erfahrung lässt sich einiges verfeinern. Doch geht es nach dem Gupta-Biener-Duo, so gilt in Sachen Start-up derselbe Grundsatz, der auch ihr Produkt als Leitfaden begleitet: „Ganz wichtig: Auf das Bauchgefühl hören.“

 

www.vif4.com