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Lifestyle | 09.03.2022

Ordentlich glücklich

Wenn es um Ordnung geht, braucht es ein System. Eines, das uns durchatmen lässt und Wohnräume zu heimeligen Erholungs­oasen avanciert, weiß Aufräumcoach Heidi Depner.

Fotos: © Jessica Delp, Daniel Chen/Unsplash, beigestellt

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Die Wahl-Grazerin Heidi Depner hat ihr Leben der Ordnung gewidmet. Weil das Aufräumen ihre Leidenschaft ist, sie Menschen auf ihrem Weg zu dem für sie perfekten Zuhause begleiten möchte und weil es ohne äußere Ordnung für sie keine innerliche Ruhe geben kann. Kurzum: Eine aufgeräumte Umgebung trägt für die Aufräumexpertin zu mehr Wohlbefinden bei. Das ist übrigens auch Faktum, denn laut diversen Studien mindert Chaos in den eigenen vier Wänden das Gefühl der Geborgenheit und des Glücksempfindens. Mehr noch: Unordnung kann innerlichen Stress sogar noch verstärken.

Damit also das eigene Glücksgefühl nicht mehr ausgebremst wird und wir einen aufgeräumten Neubeginn, der automatisch auch Ordnung in unser komplettes Leben bringen soll, wagen können, verspricht Heidi Depner ein Ende des Chaos und ein Zuhause, das tief durchatmen lässt, sobald man nach Hause kommt und die Tür hinter sich schließt. Dann sei man nach ihrer Aufräummethode endlich in einer perfekten Wohnumgebung angekommen. „Meist ist es so, dass Menschen ihre Unordnung gar nicht mehr wahrnehmen. Hier kann es helfen, die Wohnräume zu fotografieren und diese aus einer anderen Perspektive zu betrachten“, erklärt Aufräumcoach Heidi Depner, die sich vor zwei Jahren nach der Methode der TV-Aufräum-Queen Marie Kondo ausbilden ließ. Ihr Prinzip ist so einfach wie lohnend – einmal richtig und nachhaltig ausmisten und im Alltag schnell und effizient aufräumen. „Den meisten fehlt es an einem System. Sie räumen hie und da auf, schieben Dinge von A nach B. So stellen sich nur wenige Erfolgserlebnisse ein, es verlässt sie daher schnell die Motivation und sie geben auf“, so der Profi, der weiß, dass Unordnung extrem viel Zeit kostet. „Durch entwickelte Alltagsroutinen hingegen habe ich wieder mehr Zeit für Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Zudem habe ich weniger Fehlkäufe und bei allem, was in die Wohnung kommt, frage ich mich, ob es zur persönlichen Vision passt.“

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Quick-Tipps für mehr Ordnung:

  • Nehmen Sie sich Zeit zu reflektieren, wie Sie wohnen möchten. Was machen Sie gerne in Ihrer Wohnung? Wie möchten Sie sich fühlen?
  • Suchen Sie sich Unterstützung wie einen Aufräumcoach oder eine gute Freundin, die Sie – aus neutraler Perspektive – unterstützen kann.
  • Entwickeln Sie Aufräum-Routinen, die es Ihnen ermöglichen, nachhaltig Ordnung in das Leben zu lassen.
  • Feiern Sie Erfolge!
  • Hinterlassen Sie einen Raum beim Verlassen immer ein bisschen ordentlicher, als Sie ihn betreten haben.
  • Dauert das Aufräumen weniger als eine Minute? Erledigen Sie es direkt!

Aufräumen als Mission
Bevor Hand angelegt wird, heißt es erst mal sich Gedanken machen. Sich ein bisschen Zeit nehmen, um herauszufinden, wohin die Aufräumreise gehen soll. Wie soll der finale Zustand aussehen? Wie möchte man sich am Ende in seiner Wohnung fühlen?  Danach kann es auch schon losgehen: praktische Schubladeneinsätze, Schachteln und Aufbewahrungsboxen holen, ausmisten und anschließend einräumen und verstauen. „Dabei wird alles nach Kategorien geprüft, was Freude bereitet, bleibt und bekommt einen festen Platz. Um nachhaltig seine neu gewonnene Ordnung zu genießen, heißt es nur noch Routinen entwickeln und sie im Alltag einbauen. Täglich.“ Am besten nach der Marie-Kondo-Methode. „Das Hauptmerkmal der KonMari-Methode ist das ,Aufräumen nach Kategorien‘ und nicht nach Räumen. Es wird systematisch vorgegangen – Kleidung, Bücher, Papierkram, Verschiedenes und schließlich Sentimentales.“

Ordnungssystem für Mamas
Selbst ist Heidi Depner Mama von zwei Kindern. Dass Ordnung trotz oder auch mit Kind gelingen kann, lebt die Aufräumexpertin zu Hause im Alltag vor. „Wer seine Kinder in die Aufräumroutine miteinbezieht, entwickelt zusammen ein Ritual für nachhaltiges Wohlbefinden.“ Ordnung sei nämlich mitunter Erziehungssache. „Vermitteln Sie Ihren Kindern Spaß beim Aufräumen und Ordnunghalten nach einem System. Wenn sie selbst die Vorteile erleben, werden sie diese auch eher umsetzen.“

Wie alles andere im eigenen Zuhause benötigt auch der Kleiderkasten ein Ordnungssystem. „Wie immer bei der KonMari-Methode kommt erst mal alles raus. Es wird überprüft, was uns Freude bereitet, und dies bekommt – nach einer speziellen Faltmethode – einen festen Platz.“ Um sich selbst einen dauerhaften Überblick im eigenen Kleiderschrank  zu schaffen, werden alle Stücke, die häufig Verwendung finden, an einem greifbaren Platz verstaut. Dazu eigenen sich Schubladen oder Boxen, um die Kleidung übersichtlich und am besten nach Farbe aufzustellen, anstatt diese wie üblich übereinanderzustapeln. Ein übersichtlicher Kleiderkasten gelinge laut dem Profi am besten mit der „Capsule Wardrobe“, bei der sich saisonal zusammengestellte Basics und Lieblingsteile untereinander leicht kombinieren lassen. Weniger ist schließlich in jedem Ordnungssystem mehr – ganz nach den Worten von Modedesignerin Vivienne Westwood:

„Buy less, choose well, make it last.“

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Aufräumexpertin Heidi Depner von „deep breath by Heidi“ arbeitet mit der KonMari-Methode.