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Lifestyle | 09.03.2022

Unternehmen erfolgreich übergeben

Generationenmanagement gehört mitunter zu den komplexesten Themen innerhalb eines Betriebes. Wie eine erfolgreiche Übergabe gelingen kann, erklären Walter Pisk und Paulus Halbauer von der Notariatskammer für Steiermark.

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© Shutterstock

Zeitgerechte Planung ist gefragt, wenn es um das Thema Betriebsnachfolge geht. Denn eine gelungene Übergabe ist – gleich ob innerhalb der Familie oder extern – für den Unternehmer und dessen Familienangehörige wie auch für die Mitarbeiter von wesentlicher Bedeutung und eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens. „Viele Unternehmer machen sich zwar Gedanken über eine Übergabe des Unternehmens, jedoch erst, wenn sie kurz vor dem Pensionsantritt stehen. Damit ein Generationenwechsel reibungslos erfolgen kann, sollte dieser gut strukturiert und vor allem zeitgerecht eingeläutet werden“, weiß Walter Pisk. Sich erst ein bis fünf Jahre vor dem geplanten Rückzug mit der Übergabe zu beschäftigen, ist laut Walter Pisk eindeutig zu kurzfristig. „Punkte wie die Auswahl, das frühzeitige Einbinden des geeigneten Nachfolgers, eine vernünftige Trennung zwischen Privat- und Betriebsvermögen sowie die Vorbereitungen der eigenen Altersvorsorge erfordern einfach Zeit.“ Bei diesen Entscheidungen sollte man nicht im Stress sein.

Die ersten Schritte
Eine der ersten Fragen, die man sich stellen sollte, ist: „Wer wird der Nachfolger?“ Hierbei sollte zuerst innerhalb der Familie geklärt werden, ob es einen oder mehrere Nachfolger gibt und ob dieser oder diese auch bereit sind und auch die Voraussetzungen mitbringen, in die unternehmerischen Fußstapfen des Vorgängers zu treten. Ebenso gilt es die Form der Übergabe mitzubedenken. Soll das Unternehmen verschenkt oder verkauft werden? Wie sind im Falle einer Schenkung „weichende“, pflichtteilsberechtigte Kinder zu berücksichtigen? Oder soll ein Verkauf an einen Mitarbeiter, Branchenkollegen oder andere Interessenten erfolgen? Entscheidet man sich für einen Verkauf, stellen aus Sicht der Beteiligten primär die Einigung auf einen für beide Seiten annehmbaren Kaufpreis und die Finanzierung des Kaufes die größten Herausforderungen dar. „Die Vorstellungen von Käufer und Verkäufer liegen hierbei häufig deutlich auseinander“, weiß Paulus Halbauer aus der Praxis. Ist eine einvernehmliche Festlegung des Kaufpreises nicht möglich, ist es sinnvoll, Experten beizuziehen, die eine Bewertung des Unternehmens vornehmen. So kann eine mehr oder weniger objektive Basis für den Kaufpreis festgestellt werden. „Auch das Thema Haftung und Gewährleistung sollte mit einem professionellen Berater rechtzeitig analysiert und genau besprochen werden“, ergänzt Paulus Halbauer.

Schritt für Schritt
Infolge der Übergabe muss der Übergeber bereit sein, Kompetenzen an die Unternehmensnachfolger abzugeben und diesen somit die Möglichkeit geben, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Nur durch einen geordneten Rückzug des Vorgängers können die Nachfolger des Unternehmens das notwendige Standing bei Geschäftspartnern und Mitarbeitern erhalten. Dazu Walter Pisk und Paulus Halbauer unisono: „Die nächste Generation muss die Möglichkeit bekommen, sich frei zu entfalten, sonst kann eine Übergabe in der Familie gleich unterbleiben.“

Individuelle Beratung
Ob bei einem Verkauf oder auch bei einer Übergabe eines Unternehmens innerhalb der Familie: Bei einer Unternehmensübergabe ist es auf jeden Fall zu empfehlen, rechtzeitig rechtliche und steuerliche Beratung in Anspruch zu nehmen, sodass unangenehme Konsequenzen für alle Beteiligten und das Unternehmen ausgeschlossen werden können. Die steirischen Notarinnen und Notare unterstützen Unternehmer hierbei als erste Ansprechpartner, sodass das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft geführt werden kann.

Notariatskammer für Steiermark
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Walter Pisk

© Marija Kanizaj

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und Paulus Halbauer

© Marija Kanizaj


Gut zu wissen

Die wichtigsten Tipps, die bei einer Betriebsübergabe zu beachten sind:

• Rechtzeitiger Beginn mit der Suche nach geeigneten Nachfolgern

• Passende Form (Verkauf, Schenkung) der Übergabe wählen

• Kaufpreis und Haftungen definieren

• Bei Übergabe innerhalb der Familie „weichende“ Kinder berücksichtigen

• Steuerliche Konsequenzen beachten


Dieser Artikel ist Teil unseres STEIRERIN Vorsorge-Ratgebers. Zusätzliche Infos und mehr zum Nachlesen findest du HIER.