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Lifestyle | 28.10.2021

Wilde Schönheit

Das steirische Lassingtal ist nun offiziell als „Wildnisgebiet“ anerkannt – ein europaweit einzigartiger Schritt für die Natur, aber auch für die Weiterentwicklung der gesamten Region.

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Fotos: Theo Kust, Reinhard Penny, Christoph Leditznig, Hans Glader, Werner Gamerith

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Das Gebiet im Norden der Steiermark rund um den weitgehend unregulierten Lassingbach in den Gemeinden Landl und Wildalpen umfasst etwa 3.500 Hektar unberührte Natur, die seit 1. August unter Schutz gestellt worden sind. Durch den Zusammenschluss mit dem direkt angrenzenden, ebenso großen Wildnisgebiet Dürrenstein (Niederösterreich) entsteht somit ein europaweit einmaliges Schutzgebiet mit dem größten noch vorhandenen Urwald des Alpenbogens.

Das Lassingtal – wild und unbändig

Der Lassingbach ist ein weitgehend unregulierter Alpenfluss von europäischer Bedeutung. Seine ausgedehnten Schotterflächen und einmalige Begleitvegetation wurden unter besonderen Schutz gestellt. Dieser Umstand ist bedeutend, weil der Urwald „Rothwald“ in den Lassingbach entwässert und sich entlang von Bächen und Flüssen wichtige Migrationswege für verschiedene Organismen finden. Auch die teilweise lange ungenützten, wenig erschlossenen Hangwälder entlang des Lassingbaches bieten wegen ihrer Naturnähe großes Potenzial für den Naturschutz. Mit der Ausweitung kann nun also ein weitläufiges und artenreiches Ökosystem umfassend geschützt werden.

Entwicklungsschub für die Region

Das neue Wildnisgebiet ist aber nicht nur ein wichtiger Schritt im Naturschutz, sondern für die positive Weiterentwicklung der gesamten Region. Um BesucherInnen die Einzigartigkeit des Wildnisgebietes und dessen Bedeutung für den Naturschutz näherzubringen, wird am Rande des Gebietes viel Neues entstehen, wie etwa Themenwege mit Informations- und Erlebnisstationen wie ein Naturbadeplatz oder die Erweiterung des touristischen Jahresprogramms inklusive Winterangebote in der Region.

www.wildnisgebiet.at

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3 Fragen an …

Ursula Lackner,
Klimaschutz- und Umweltlandesrätin

Was haben Sie im Naturschutz im letzten Jahr vorangebracht?
Mir ist es ein Herzensanliegen, dass auch die kommenden Generationen die wunderbare Natur in unserem Bundesland erleben können. Daher unterstütze ich ein großes und starkes Netzwerk von Partnern wie die steirischen Naturparke, den Naturschutzbund, den Nationalpark Gesäuse und viele mehr. Worüber ich mich aber ganz besonders freue: 2021 ist es mir gelungen, mit dem steirischen Biodiversitätspreis – „Silberdistel“ genannt – und mit dem Wildnisgebiet Dürrenstein-­Lassingtal zwei große Schritte zu tun.

Stichwort Wildnisgebiet Lassingtal: Welche Bedeutung hat dieses Projekt für Sie?
Kurz gesagt: eine enorme! Nach jahrelangen Verhandlungen ist es uns heuer gelungen, dieses wertvolle Naturjuwel unter strengsten Schutz zu stellen. Das ist ein Meilenstein – wenn nicht sogar ein Jahrhunderterfolg – für den Naturschutz in unserem Bundesland. Damit haben wir es geschafft, den Generationen nach uns ein großes Vermächtnis zu hinterlassen.

Was ist an dem Gebiet so besonders?
Durch einen ursprünglich historischen Zufall konnte sich die Natur dort ungehindert entwickeln. Über Jahrhunderte hinweg hat der Mensch nicht eingegriffen. Das Resultat ist beeindruckend: In dem Gebiet ist der letzte Urwald des Alpenbogens.