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Lifestyle | 16.09.2021

Mediation: Effiziente Konfliktlösung

Möchte man eine strittige Scheidung vermeiden, ist Mediation eine ideale Alternative. Der große Vorteil: Mithilfe einer Mediation können die Kosten einer Scheidung erheblich reduziert werden.

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Ziel einer Mediation ist es, die Ehegatten über alle relevanten Rechtslagen bezüglich ihrer Scheidung zu informieren und idealerweise den Scheidungskonflikt ohne einen Rechtsstreit zu klären. Zentrale Fragen dabei sind: Kann man sich gut trennen? Ist es möglich, sich nach einer Scheidung respektvoll zu begegnen? Wie schützt man die Kinder am besten?
Gerade wenn Kinder im Spiel sind, bekommt Mediation noch eine zusätzliche Bedeutung. Seit 2013 gilt für alle Paare in Österreich, die eine einvernehmliche Scheidung wollen, eine gesetzliche Verpflichtung dazu, sich über die mit einer Scheidung verbundenen Folgen für minderjährige Kinder beraten zu lassen, und dies auch gegenüber dem Gericht zu bestätigen.
Ist eine einvernehmliche Scheidung aufgrund des Konfliktpotenzials noch kein Thema, kann Mediation den Weg dahin ebnen. Im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren sind Mediationen nämlich die deutlich kostengünstigere Variante.

Konstruktive Gespräche suchen
Wie hilfreich eine Mediation im Scheidungsfall sein kann, weiß Juristin und Mediatorin Silke Pauritsch von der Streit.Werk.Statt aus Erfahrung. „Wenn sich ein Paar trennt, bedeutet das fast immer große Veränderungen in allen Lebensbereichen. Es stellen sich weit mehr Fragen als jene, wie man das gemeinsame Eigentum aufteilt.“ Trennungen sind komplexe und schmerzvolle Prozesse. „Vieles ist bis dahin geschehen, das nun wie Stacheldraht zwischen dem ehemaligen Liebespaar steht. Verletzung, Enttäuschung, Frust, Wut und Trauer“, erklärt Pauritsch. Emotionen, die konstruktive Gespräche sehr schwer machen. Sind auch Kinder von der Trennung betroffen, braucht es zu ihrem Schutz besondere Achtsamkeit und Disziplin der Eltern. Alles in allem verlangt der Trennungsprozess den Beteiligten sehr viel ab. Zum Glück gibt es Verfahren und Expert*innen, die dabei unterstützen und anleiten.
Mediation ist ein bewährtes Verfahren für respektvolle und faire Trennungen. Sie ermöglicht einen achtsamen und klärenden Prozess. Das mediative Verfahren orientiert sich an den Themen und Bedürfnissen des trennungswilligen Paares. Es bietet die Zeit und den Raum, um über alles Notwendige zu sprechen.

 

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Der Schlussstrich mit gutem Gefühl
Die Mediator*innen leiten kompetent durch den gesamten Prozess. „Sie sorgen für den sicheren Rahmen und die Ausgeglichenheit zwischen den sich Trennenden. Ein respektvoller Umgang wird gefördert und gefordert“, beschreibt Mediatorin Pauritsch den Ablauf. Die Mediator*innen schaffen eine Gesprächsbasis, die Vereinbarungen und Aussprachen möglich macht. „Alles, was man sich sagen wollte, sollte mit dem abgeschlossenen Vorgang gesagt worden sein. Alles, was man fordern wollte, sollte gefordert worden sein und über alles sollte man verhandelt haben und sich letzten Endes geeinigt haben. Ein Schlussstrich mit gutem Gefühl, sozusagen.“
Wichtige Schritte nicht nur für den Trennungsprozess, sondern auch für die Zeit danach. Nach der Trennung kann ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Ein guter Trennungsprozess ist die optimale Basis für eine glückliche Zukunft. Denn vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind, ist es wichtig zumindest eine gute Gesprächsbasis auch nach der Trennung zu haben.  „Wer es schafft, ohne Bitterkeit durch diesen Lösungsprozess zu gehen, wird eines Tages mit Wohlwollen auf das gemeinsam Geschaffene und Erlebte blicken können.“

 

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Was ist eigentlich Besuchsbegleitung?

Dass der Kontakt zu beiden Elternteilen das Beste für die Entwicklung eines Kindes ist, ist normalerweise klar. Kinder können die Trennung oder Scheidung der Eltern auch dann am besten verarbeiten, wenn sie weiterhin regelmäßig Kontakt zu Vater und Mutter haben. Dennoch gibt es Situationen, in denen Trennungen und Scheidungen mit einem hohen Konfliktpotenzial einhergehen oder aufgrund einer möglichen Kindeswohlgefährdung ein Elternteil das Kind nicht alleine sehen kann.

Besuchsbegleitung soll in solchen Fällen helfen den Kontakt zwischen dem besuchsberechtigtem Elternteil und dessen minderjährigen Kindern zu ermöglichen.Gedacht als Übergangslösung, dient sie der Neu- oder Wiederanbahnung des Kontakts zwischen dem Elternteil, der nicht im gemeinsamen Haushalt lebt, und dem Kind. Besuchsbegleitung kann von Eltern auch ohne gerichtlichen Auftrag in Anspruch genommen werden und findet auf neutralem Boden statt. Das heißt, es ist während der gesamten Kontaktzeit eine Besuchsbegleiterin oder ein Besuchsbegleiter anwesend. BesuchsbegleiterInnen haben eine psychosoziale Ausbildung, wobei vorwiegend PsychologInnen, PädagogInnen/ErziehungswissenschafterInnen und SozialarbeiterInnen die Besuchsbegleitung durchführen.

Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es auch Förderungen für Besuchsbegleitungen.
Informationen dazu unter: www.sozialministerium.at

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Dieses Interview ist Teil unseres STEIRERIN Scheidungsguides. Zusätzliche Infos und mehr zum Nachlesen findest du HIER.