Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 13.09.2021

Hoch-Gefühl

Abenteurer und „Anderswo“-Veranstalter – der Steirer Matthias Aberer nimmt uns mit auf eine Reise zu tiefen Tälern und beeindruckenden Gipfeln.

Fotos Matthias Aberer, Michael Schlamberger, OlivierBehrat

Bild 2106_ST_FR_Aberer-12.jpg

Bevor es Richtung seriösen Bürojob ging, wollte sich Matthias Aberer nach seinem abgeschlossenen Soziologiestudium erst einmal ein Jahr frei nehmen, um sich seiner großen Leidenschaft zu widmen – dem Bergsteigen. Dass die Faszination Abenteuer von der Berufung zum Beruf wird, konnte er damals noch nicht ahnen.
Seine erste berufliche Station war dann das Berg- und Abenteuerfilmfestival, das seit 1986 in Graz stattfindet. „Organisator Robert Schauer, selbst in jungen Jahren Expeditionsbergsteiger, ließ mich immer wieder für mehrere Wochen oder Monate unbezahlt ziehen und so konnte ich in dieser Zeit viel Reisen. Auch mit der Kamera“, erinnert sich der heute 38-Jährige zurück. „Ein Mietauto, ein Zelt, ein Gaskocher, ein Haufen Bergsportausrüstung und ein ungefährer Plan, einen Berg zu besteigen. Das hat immer gut funktioniert. Egal ob in Chile, Kirgistan, dem Oman, Jordanien, Pakistan oder Marokko. Wenn man sich auf ein Land wirklich einlässt, erlebt man die lustigsten Geschichten. Und das gilt auch für die Heimat.“

Neue Herausforderung. Vor circa fünf Jahren fragte ihn sein Freund Philipp Schaudy, ob nicht ein Festival mit Live-Vorträgen von Reisegeschichten in Graz ein Mehrwert für Besucher wäre. Die Idee zum Anderswo Festival war geboren. „In Zeiten der Digitalisierung kennen wir alles, sehen alles, wodurch aber der Wert des persönlichen Erlebnisses und der persönlichen Erzählung steigt“, erklärt der zweifache Vater. 2019 fand das erste Anderswo Festival im Grazer Orpheum mit acht Vorträgen statt. Der Erfolg war enorm. Alleine im ersten Jahr kamen 4.000 Besucher.

Wie groß war dann die Herausforderung Coronapandemie? „Philipp und ich haben das Jahr dafür genutzt, unsere erfolgreiche Anderswo--Geschichte zu einer ganzen Eventserie auszubauen, die wir ab Herbst starten wollen. So werden Besucher unter anderem Reinhold Messner live sehen, den wir am 1. Oktober nach Graz holen. Das Leben ist wohl nur zur Hälfte planbar, wofür wir alle dankbar sein können, und ich bin gespannt, was da alles in Zukunft noch auf uns wartet.“


www.anderswo.at

Jordanien
Bild 2106_ST_FR_Aberer-14.jpg

Wüsten-Erlebnis. Im Dezember 2019 reiste Matthias Aberer mit einem Freund nach Jordanien. Das Ziel war die Wüste Wadi Rum, wo große Sandsteinwände zum Klettern einladen. Der Fels ist äußerst weich und brüchig, was Abenteuer garantiert. Praktisch: Die Beduinen vor Ort bieten Transport-service und Unterkunft in der Wüste an.

Bild 2106_ST_FR_Aberer-11.jpg

Wüsten-Erlebnis. Im Dezember 2019 reiste Matthias Aberer mit einem Freund nach Jordanien. Das Ziel war die Wüste Wadi Rum, wo große Sandsteinwände zum Klettern einladen. Der Fels ist äußerst weich und brüchig, was Abenteuer garantiert. Praktisch: Die Beduinen vor Ort bieten Transport-service und Unterkunft in der Wüste an.

Oman
Bild 2106_ST_FR_Aberer-16.jpg

Klettererlebnis. Auf eigene Faust auf Felswände klettern und durch die Wadis – Schluchten in der Felswüste, die durch kleine Wasserläufe entstehen – wandern. Das erlebte Aberer gemeinsam mit den Freunden Paul Kupsa und Clemens Kubicek auf der Reise durch den Oman. „Eine großartige Erfahrung, vor allem da man überall problemlos mit dem Zelt übernachten konnte.“ Von Übernachtungen in großen Felsbänken bis mit Paragleitern an Dünen spielen war bei diesem Abenteuer--Urlaub alles dabei.

Burkina Faso
Bild 2106_ST_FR_Aberer-7.jpg

Faktor Sicherheit. Mit Kameramann Michael Schlamberger ging es 2021 nach Burkina Faso, um dort eine Dokumentation über Umweltschutz zu drehen. „Es ist eines der ärmsten Länder der Welt und viele Teile des Landes sind durch den islamistischen Terror aus der Sahelzone geplagt. Wir reisten in den Nazinga-Nationalpark an der Grenze zu Ghana, um dort Elefanten zu drehen. Da der Staat nur ein geringes Gewaltmonopol hat, muss jedes Business seine eigene Privatarmee haben. Jede Goldmine, jedes Transportunternehmen und auch ein Nationalpark. Die EcoGuards im Nazinga-Nationalpark schützen die Tiere vor Wilderern und achten auf die Einhaltung der Nationalparkgrenzen.“

Pakistan
Bild 2106_ST_FR_Aberer-24.jpg

Beeindruckend. Bereits zweimal bereiste Matthias Aberer Pakistan und war jedes Mal beeindruckt von der Schönheit des Landes und der Gastfreundschaft der Menschen. „Gerade die Mischung aus der Schönheit echter Natur, aber auch der Bedrohung durch echte Natur, falls uns auf der Tour Fehler unterlaufen würden, waren ein großartiges Lehrstück auf dieser Reise. Pakistan ist einfach großartiges Land. Das hier der ständige Nimbus des Terrors Touristen abhält das Land zu besuchen ist schade. Auf der anderen Seite bin ich froh, wenn es keinen Overtourism gibt, weil das weltweit vielen Zielen ihre Attraktivität nimmt.“

Bild 2106_ST_FR_Aberer-21.jpg

Beeindruckend. Bereits zweimal bereiste Matthias Aberer Pakistan und war jedes Mal beeindruckt von der Schönheit des Landes und der Gastfreundschaft der Menschen. „Gerade die Mischung aus der Schönheit echter Natur, aber auch der Bedrohung durch echte Natur, falls uns auf der Tour Fehler unterlaufen würden, waren ein großartiges Lehrstück auf dieser Reise. Pakistan ist einfach großartiges Land. Das hier der ständige Nimbus des Terrors Touristen abhält das Land zu besuchen ist schade. Auf der anderen Seite bin ich froh, wenn es keinen Overtourism gibt, weil das weltweit vielen Zielen ihre Attraktivität nimmt.“

Die Alpen
Bild 2106_ST_FR_Aberer-17.jpg

So nah, so gut. Man muss nicht immer weit wegfahren, um Abenteuer zu erleben oder spannende Menschen zu treffen. Oft ist es mehr die Art des Unterwegsseins und eine Offenheit, die zu den schönsten Erlebnissen führt. Selbst in einer Bersteigerfamilie groß geworden, gibt der zweifache Vater sein Wissen nur zu gerne an seine zwei Töchter weiter. „Gerade in den letzten Jahren war ich vermehrt wieder in den Alpen unterwegs. Ich habe zwar nicht mehr so viel Zeit wie früher, aber ich schaue darauf, dass ich meine Fertigkeiten im Paragleiten, Klettern oder Schitourengehe nutze. Und der Erlebnisfaktor hier bei uns in den Alpen ist um nichts geringer als anderswo.“