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Lifestyle | 27.08.2021

Haus-Rat: Eine Sorge weniger

So wie Hochzeit oft mit Hausbau verbunden wird, so ist es auch bei einer Scheidung. Und was passiert dann eigentlich mit dem Eigentum? Ein Experte berät zur Immobilien-Frage in Scheidungsfällen.

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© Shutterstock

Eine Scheidung ist eine höchst emotionale Situation. Konflikte tun sich oft schon vor dem finanziellen oder wohnlichen Aspekt auf. Zudem stellt der gemeinsame Wohnsitz meist den größten Vermögenswert innerhalb der einstigen Partnerschaft dar – und dann kommt noch die Frage nach der Wohnsituation an sich hinzu. Roland
Jagersbacher, Geschäftsführer bei s REAL Steiermark, erklärt, wie in Fällen von geteiltem Immobilienbesitz am besten und einfachsten verfahren wird.
„Entweder einer zieht aus, oder beide wollen raus. „In beiden Fällen bedarf es einer Verkehrswertberechnung – zu welchem Wert lässt sich die Immobilie überhaupt verkaufen? In einem derartigen Spannungsfeld macht es natürlich Sinn, einen neutralen Partner hinzuzuziehen. Einen Mediator, der die Last der Immobilienfrage übernimmt. In vielen Fällen sind Kinder und Unterhaltszahlungen bereits in den Scheidungsprozess involviert – das ist genug Stress“, erzählt Jagersbacher.

 

Neutrale Position

Stichwort: Erleichterung. Eine neutrale Partei hinzuzuziehen, erweist sich in vielerlei Hinsicht – vor allem in schwergewichtigen Thematiken wie diesen – als die klügere Entscheidung, weil sie der Situation etwas von ihrer Schwere nimmt. „Unsere Makler haben die absolute Verpflichtung, auch immer neutral zu bleiben. Zu versuchen, die Emotionen herauszunehmen und den Immobilienverkauf und die Beratung professionell vorzunehmen. Entscheidungen wie jene über gemeinsame Immobilien rational und vor allem ohne Hilfe zu treffen, kann sich für getrennte Paare als sehr schwer erweisen.“ 
Neben Emotionen sei das Thema aber auch wirtschaftlich ein wesentliches, meint der Experte. Beispielsweise in Fällen, in denen die Immobilie gemeinsam angeschafft wurde, und eben auch nur gemeinsam leistbar ist. Daher sei es gar nicht möglich, den Ex-Partner auszuzahlen, oder das Heim alleine weiter zu finanzieren. „In Standardfällen wie diesen ist der Makler da ein wichtiger Zugang.“ Entscheidend sei jedoch, dass beide Parteien mit der Beauftragung des Maklers einverstanden sind. „Immerhin soll er als hilfreicher Vermittler zwischen beiden Seiten fungieren und erfolgreich versuchen können, eine Einigung herbeizuführen. Das geht nur, wenn beide Parteien volles Vertrauen mitbringen.“

 

 

Roland Jagersbacher,
Geschäftsführer bei
s REAL Steiermark

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Schnell weg?

Sehr oft finden sich Ex-Ehepaare in dem Wunsch, schnell getrennte Wege gehen zu wollen, wieder. „Meist wird dann im ersten Schritt eine vorrübergehende Mietwohnung gesucht. Erst, wenn sich alles beruhigt hat, begibt man sich auf die Suche nach dem endgültigen Wohnsitz. Oft geht es aufgrund des Vermögenswertes auch gar nicht anders. In Standardfällen steht hinter der gemeinsam erworbenen Immobilie eine Finanzierung, manchmal ist auch der Moment des Verkaufs noch ungünstig.“ Abhängig von der Immobilie und deren Lage, sei der Standardprozess von der Erstbesichtigung und Bewertung bis hin zur endgültigen Abwicklung des Verkaufs jedoch durchschnittlich binnen zwei bis drei Monaten erledigt. „Momentan gibt es jedoch in allen Bereichen eine sehr hohe Nachfrage.“   
Ein Experten-Tipp zum Schluss: „Es macht sowohl emotional als auch wirtschaftlich Sinn, Experten gewisse Themen zu überlassen – allen Experten. Und nicht auf sie zu verzichten, um unterm Strich vielleicht ein schlechteres Ergebnis zu erzielen.“ Denn oft besteht die Gefahr, sich dabei selbst oder gegenseitig im Weg zu stehen, meint Jagersbacher. „Es ist und tut einfach gut, das Thema auszulagern.“


Dieses Interview ist Teil unseres STEIRERIN Scheidungsguides. Zusätzliche Infos und mehr zum Nachlesen findest du HIER.