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Lifestyle | 07.06.2021

Film ab!

Lichtspiele und Lichtblicke – vom 8. bis 13. Juni 2021 findet die Diagonale, das Festival des österreichischen Films, in Graz statt und die Filmauswahl kann sich sehen lassen.

Fotos: © Sebastian Reiser, Niko Havranek, Bunny Beach Films, filmdelights, Sandeep Kumar Films

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Seit 1998 macht die Diagonale Graz regelmäßig zur Filmhauptstadt Österreichs und hat sich seitdem als unverzichtbarer Treffpunkt für Filmbranche und Publikum etabliert. 2021 wird das Festival entlang eines strengen Covid-19-Sicherheitskonzeptes stattfinden. Im Zentrum des um Onlinepremieren und Digitalangebote erweiterten Programms steht der rund 110 aktuelle österreichische Filme umfassende Wettbewerb. Wie auch die aktualisierten Spezialschienen bietet er die Gelegenheit, sich ein Bild von der Vielfalt und Lebendigkeit der österreichischen Filmlandschaft zu machen: Während das historische Special um die Schlagworte Stadt und Sehnsucht kreist, zeigt die Diagonale mit der Reihe „Zur Person“ die hierzulande erste Gesamtretrospektive des Œuvres von Jessica Hausner.

Neues und lang Geplantes. Eröffnet wird die Diagonale’21 mit „Fuchs im Bau“ (AT 2020), dem neuen Spielfilm von Regisseur Arman T. Riahi. Auf der größten Leinwand des Landes wird das von Wolfgang Riebnigers Erfahrungen als Sonderpädagoge in der Justizanstalt Wien-Josefstadt inspirierte Drama am Eröffnungsabend in zwei aufeinanderfolgenden Vorstellungen gezeigt.
Im Rahmen der Festivaleröffnung am 8. Juni vergibt die Diagonale’21 bereits zum vierzehnten Mal den Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur, der heuer an Christine Ostermayer geht. Die Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin wird den Preis – ein Kunstobjekt von Verena Dengler – in Graz persönlich entgegennehmen.

Tipp: Die Diagonale in ganz Österreich – ausgehend von der Festivalwoche bieten die Streamingportale Flimmit, KINO VOD CLUB und DAFilms spezielle Onlineprogramme für zu Hause.

 

Diagonale

Festival des österreichischen Films
Graz, 8. – 13. Juni 2021
Tickets ab 2. Juni
www.diagonale.at


Filmtipps

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Eva-Maria

Dokumentarfilm von Lukas Ladner
AT 2021, 93 min
Uraufführung: Diagonale’21

Eva-Maria ist Anfang 30 und wünscht sich ein Kind. Für viele mag das ungewöhnlich erscheinen, sitzt Eva-Maria doch im Rollstuhl. Der Kinderwunsch einer Frau, die aufgrund einer Polio-Erkrankung seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzt, ist der Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Eva-Maria“ des Innsbruckers Lukas Ladner. Ladner verfolgt das Projekt „Mutterwerden“ aus vorderster Reihe. Nicht nur weil er eben ein Porträt über Eva-Maria dreht – Ladner ist außerdem ihr persönlicher Assistent. „Eva-Maria“ ist das Dokument eines so ungewöhnlichen wie selbstverständlichen Weges. Lukas Ladner begleitet den Prozess unaufgeregt und empathisch, seine Nähe zu Eva-Maria erlaubt einen unverstellten Einblick.


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Mehrunisa

Spielfilm von Sandeep Kumar
AT 2020, 90 min
Österr. Erstaufführung: Diagonale’21

Der in Wien lebende Filmemacher Sandeep Kumar besetzt in seinem österreichisch-indischen Arthouse-Drama die Grande Dame des indischen Kinos, die legendäre 88-jährige Farrukh Jaffar, erstmals in einer Hauptrolle. Die rührende Emanzipationsgeschichte Mehrunisas, die sich mit zunehmendem Alter keinerlei Diskriminierung mehr bieten lassen will, bricht mit sämtlichen Erzählkonventionen des Mainstream-Bollywood und übt Kritik an der noch immer patriarchal strukturierten indischen Filmbranche. Das Drama begleitet seine Hauptfigur auf ihrem erstaunlichen Weg zur Politisierung und zeigt ihren Kampf für die eigenen Rechte in einem Land, in dem es keine Selbstverständlichkeit ist, dass eine Frau einen Beruf ergreift oder sich gegen eine Heirat entscheidet.


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Glory to the queen

Dokumentarfilm von Tatia Skhirtladze
AT/GE/RS 2020, 82 min,
Uraufführung: CinéDOC-Tbilisi 2020

Begegnet man in Georgien einer Frau mit Namen Nana, Nona oder Maia, ist es möglich, dass deren Eltern sich von einer jener vier Ikonen inspirieren ließen, die das kleine Land am Schwarzen Meer lange zur führenden Schachnation machten. Von den 1960er-Jahren bis zum Fall der Sowjetunion bestimmten Nona Gaprindaschwili, Maia Tschiburdanidze, Nana Alexandria und Nana Iosseliani das internationale Geschehen, holten und verteidigten Titel um Titel, wurden zu Vorbildern für zahlreiche Männer und vor allem Frauen. Tatia Skhirtladze lässt in „Glory to the Queen“ ihr Andenken aufleben und trifft dafür nicht nur die beiden Nanas, Nona und Maia, sondern trägt auch Archivmaterial zusammen, das die Frauen genauso in Aktion zeigt wie in propagandistischer Färbung.