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Lifestyle | 03.02.2021

Unterstützung für queere Familien und Angehörige

Seit 1991 sind die RosaLila PantherInnen Anlaufstelle für schwule, lesbische, bisexuelle und transidentische Menschen.

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Der Nikolaus zu Besuch bei der FAmOs-Gruppe im Dezember 2019. Die Veranstaltungen sind offen für alle Familienformen. © Andy Joe Rosa/Lila PantherInnen

Als gemeinnütziger Verein setzen sie sich für Gleichstellung und Antidiskriminierung aller Lebensformen ein und bieten Peer-Gruppen und psychologische Beratungen für queere Menschen und ihre Angehörigen an. Die PantherInnen organisieren außerdem unter anderem eine Transgendergruppe, Frauengruppe, verschiedene Freizeit- und Kulturgruppen, den Grazer „Christopher Street Day“ und den beliebten Grazer Tuntenball.

FAmOs Steiermark – für bunte Familien. Vor 10 Jahren wurde FAmOs Österreich als Verein für Regenbogenfamilien in Wien gegründet. In Kooperation mit den RosaLila Pantherinnen konnte FAmOs 2019 auch in die Steiermark gebracht werden. Eva Lercher und Martin Gerdenitsch-Petzwinkler übernehmen die Leitung. FAmOs richtet sich an alle Menschen, die in einer queeren Familienform leben oder zukünftig eine solche gründen möchten. Jeder ist willkommen, egal ob Kinder bereits in Planung sind oder man erst mit dem Gedanken spielt. FAmOs bietet eine Plattform für rechtliche, psychoziale und Peer--Beratungen, Austausch mit anderen Regenbogenfamilien und Veranstaltungen für alle Familienformen.
Als Kindergartenpädagoge bietet Martin im Rahmen von FAmOs auch Workshops und Beratungen für PädagogInnen an: „Es kommen viele Anfragen vom Fachpersonal in Kindergärten und Krippen, um mehr über Kinder aus Regenbogenfamilien zu erfahren. Hier geht es um den richtigen Umgang und darum, Sicherheit zu geben.“ PädagogInnen und SozialarbeiterInnen können sich jederzeit melden und informieren.
Einmal hat eine Familie angerufen, erzählt Eva, die bis zum Gespräch dachte, sie wären die einzige Regenbogenfamilie in der Steiermark. „Es ist ein positives Zeichen, dass Familien so stark in die Gesellschaft integriert sind, dass sie gar nicht gesondert auffallen.“ Gleichzeitig ist der Austausch untereinander sehr wichtig und tut gut – zu wissen, man ist nicht alleine und kann mit jemandem sprechen, der die eigene Lage versteht.

Elternbroschüre – anders als erwartet. Das Coming-out vor den Eltern kann eine sehr schwierige Situation für beide Seiten sein. Oft suchen Eltern nach Ursachen oder einer Eigenschuld oder versuchen, die Homo- oder Bisexualität des Kindes als Phase abzugelten. Es ist normal, dass Eltern auf diese neue Situation nicht vorbereitet sind und sich erst an sie gewöhnen müssen. Deshalb haben die RosaLila PantherInnen einen Ratgeber für Eltern queerer Kinder herausgebracht. Der Elternratgeber kann auf www.homo.at gratis heruntergeladen werden. Auf 44 Seiten wird mit vielen Beispielgeschichten das Coming-out erklärt, Erfahrungen von Eltern und Kindern erzählt und viele Fragen beantwortet, die Eltern beschäftigen.
Die Broschüre bietet Informationen, damit Sie Ihr Kind beim Coming-out gut unterstützen können und lernen, besser damit umzugehen. Sie deckt Vorurteile auf und hilft dabei, Ihrem Kind mit Vertrauen und Sicherheit zu begegnen.
Eva Lercher kann Eltern diesen Ratschlag mitgeben: „Das Wichtigste ist, dass Eltern wissen, dass ihre Kinder das nicht extra machen und sie dieselben bleiben. Es ist okay zu sagen, dass man erst mal Zeit braucht. Aber dennoch zu vermitteln, dass, auch wenn ich erst reinwachsen muss, du mein Kind bist und ich für dich da bin. Wenn die Familie positiv reagiert, macht das ganz viel mit einem,  wenn nicht, kann sehr viel kaputtgehen.“

www.homo.at
www.regenbogenfamilien.at