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Lifestyle | 18.01.2021

Begleiten & entlasten

Seit 1991 begleitet Rainbows Kinder und Jugendliche, die von der Trennung oder Scheidung der Eltern oder dem Todesfall eines Elternteils betroffen sind.

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© Rainbows

Ein begleitendes und entlastendes Angebot, um Kinder dabei zu unterstützen, Veränderungen annehmen zu können – das ist Rainbows. Christina Kohlfürst ist unter anderem verantwortlich für das Thema Trennung und gestaltet die Rainbows-Gruppen sowie Einzelbetreuungen. Außerdem führt sie vom Familienministerium vorgeschriebene Elternberatungen durch. „Für Kinder verändert sich in der Zeit einer Trennung viel und die meisten fühlen sich für die Situation verantwortlich. Sie brauchen eine alters­adäquate Erklärung“, weiß sie. Je jünger, desto eher nehmen Kinder die Schuld auf sich und fühlen sich oft nicht liebenswert genug, um eine Trennung von Mama und Papa verhindern zu können. „Dabei ist Familie viel mehr als nur örtliche Nähe – und an solchen Bildern kann man gemeinsam arbeiten. Rainbows kann Eltern wie Kinder dabei stärken und stützen.“

Erste wirkliche Krise. Nur „der Kinder wegen“ zusammenzubleiben, sei langfristig keine Lösung. „Heute weiß man, ein Kind kann keine Beziehung retten, und es soll auch nicht die Verantwortung tragen müssen. Man möchte seinen Kindern ja auch vorleben, wie eine tolle Beziehung aussehen kann und wenn sie zwischen Eltern keine Liebe mehr spüren, ist das nicht schön.“ Die Trennung der Eltern sei oft die erste wirkliche Krise im Leben eines Kindes und sie fühlen sich oft völlig allein mit der Situation. Mit Unterstützung schaffen sie das aber, meint Kohlfürst.

Ebenen trennen. Darum sei eine gemeinsame Version der Eltern wichtig. Rainbows versuche in Beratungsgesprächen zu vermitteln, die Paar-Ebene von der Eltern-Kind-Ebene zu separieren und die Trennung als eigene Entscheidung verständlich zu machen. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ solle altersadäquat erklärt werden. Das sei eine große Herausforderung. „Da das Beziehungsende oft von einer Person ausgeht, ist die emotionale Verarbeitung bei der anderen noch nicht so weit fortgeschritten“, betont Kohlfürst. „Dann senden Mama und Papa plötzlich unterschiedliche Botschaften – und wem soll das Kind dann glauben? Natürlich vertritt jeder seine Sichtweise.“ Ein neutraler Rahmen, in dem die Per­spektive des Kindes betrachtet wird, biete die Möglichkeit zum Austausch und um angemessen auf die neue Situation reagieren zu können. Erwachsene seien auch beim Trauern und beim Umgang mit schwierigen Situationen Vorbilder. „Da ist es dann wichtig, den Kindern zum Beispiel zu signalisieren, dass Weinen okay ist, und dann auch Lösungsstrategien vorzuleben, um Trauer sowie Trauerverläufe zu verarbeiten.“ Kinder sollen dabei nicht das Gefühl haben, sie müssten sich zurücknehmen, sondern das Weinen von Mama oder Papa als Akt von Selfcare empfinden. Konflikte seien immerhin Teil einer Trennung, der Abschied von einem Lebenskonzept, einer gemeinsamen Zukunft verständlicherweise hart. „Erwachsene schauen nach vorne, Kinder versuchen festzuhalten“, sagt Kohlfürst. „Sie wollen die Trennung von Mama und Papa im Normalfall nie, aber können auch nicht für immer geschont werden. Wir haben aber die Erfahrung gemacht: Wenn es den Eltern gut geht, gehen die Kinder diesen Weg gut mit. Und wenn Eltern in der fordernden Zeit den Blick auf ihre Kinder richten können, ist das ganz wunderbar.“ 

www.rainbows.at