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Lifestyle | 23.05.2018

Videospiele

Female Style

"Spiele sind doch nichts für Frauen!", "Videospiele sind reine Männersache!" Solche und ähnliche Aussagen hört man noch immer häufig, wenn es sich um die Videospielbranche dreht. Warum eigentlich? Haben Frauen etwa kein Interesse an den digitalen Freizeitmöglichkeiten? Tatsächlich handelt es sich bei solchen Aussagen um längst überholte Klischees, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Frauen spielen genauso gerne, wie Männer. Das zeigt sich auch, wenn man die Daten betrachtet - mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung in Österreich spielt Videospiele, davon sind 47 Prozent Frauen. Wie viel Frauenpower kann man also in der Branche finden?

Unterschiedliche Spielpräferenzen zwischen Mann und Frau

Spiele sind also bei beiden Geschlechtern beliebt. Der einzige Unterschied besteht bei den bevorzugten Genres. So setzen Männer auf viel actionreichere Spiele mit mehr Gewalt, während Frauen häufig Puzzlespiele, Aufbauspiele und gewaltfreie Simulationen bevorzugen. Dadurch kommt eine ziemlich ausgeglichene Verteilung zustande. Die größten Differenzen findet man bei traditionellen Spielen in den Casinos. Die Spielhallen sind traditionell von Männern dominiert. Das heißt aber nicht, dass Frauen nicht gerne Roulette und Co. spielen - es gibt hier jedoch eine viel bequemere Alternative, die durch das Internet geboten wird. In Online-Casinos findet man alle möglichen Spiele und kann sich nach Belieben austoben. Auf den persönlichen Aspekt muss man dabei nicht verzichten, schließlich schauen wir Frauen gerne auf die Details. So kann man per Stream direkt mit den Live Dealers kommunizieren. In den Online-Casinos mag es zwar auch noch mehr Männer als Frauen geben, aber der Trend geht wie bei den klassischen Videospielen immer mehr in Richtung Ausgeglichenheit.

Entwicklerinnen ändern die Rolle der weibliche Figuren in Spielen

Ein Grund für die wahrgenommene männliche Dominanz in der Videospielbranche liegt in den Spielen selbst. Man muss dazu verstehen, dass bislang größtenteils männliche Entwickler in den Spieleschmieden tätig sind. Somit werden die Spielinhalte auch aus einer männlichen Perspektive heraus gestaltet. Es heißt daher wie so oft "Sex sells", weshalb weibliche Charaktere in vielen Spielen - besonders in sogenannten MMO-Spielen - mit viel nackter Haut dargestellt werden. So sehen die Rüstungen weiblicher Figuren eher körperbetont aus, während ihre männlichen Gegenparts mit protzigen Rüstungen komplett verhüllt sind. Dabei ist besonders ungerecht, dass Frauen kein Augenschmaus gönnt wird. Wenn man weibliche Charaktere schon freizügig darstellt, sollte man dies bei Männern doch wohl genauso machen. Als Alternative würde sich - eigentlich nicht zuviel verlangt - eine geschmackvolle Darstellung beider Geschlechter empfehlen. Genau hier wollen Spieleentwicklerinnen ansetzen, die sich für Diversität und eine würdevolle Darstellung einsetzen. Der Grundstein für eine egalitäre Repräsentanz von Frauen in der Entwicklung von Videogames ist gelegt: insbesondere durch die Einführung von einschlägigen Studiengängen können junge Entwicklerinnen durch eine formalisierte Laufbahn ihre Karriere starten. Das war in früheren Generationen oft anders, da durch den Mangel an geregelten Ausbildungswegen vor allem über Beziehungen eingestellt wurde. Das geschah meist nach dem Ähnlichkeitsprinzip, was oft darauf hinauslief, dass sich bestimmte Muster durchsetzten. Das ist nun aber dabei, sich zu ändern. Man kann also davon ausgehen, dass die Videospielbranche kräftig aufgemischt wird. 

Besonders im Indiebereich erscheinen heutzutage immer mehr Spiele, die von Frauen entwickelt und geleitet wurden. Zum Abschluss ein populäres Beispiel: Robin Hunicke, die Professorin für Spieledesign an der UC Santa Cruz ist, zeichnete verantwortlich für das Spiel "MySims", eine Wii-Variante des beliebten Spiels "Die Sims". Außerdem setzt sie sich für junge Entwickler ein, ist eine respektierte Größe in der Branche und bekannt für ihr Kampf für Geschlechtergleichheit in der Spielegemeinde.