Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 25.02.2019

Leben in Down Under

Sydney ist eine dieser fernen Städte, die man einmal im Leben besuchen möchte. Aber auch leben? Ja, meint Sandra Bendersky, die dort neu angefangen hat. Über den Alltag am anderen Ende der Welt.

Mit einem zwölfminütigen Feuerwerk vor dem Opernhaus startete Sydney bei frühlingshaften Temperaturen ins neue Jahr 2019. Fulminant zur Musik inszeniert und so einmalig, dass dieses alljährliche bunte Spektakel zur kulturellen Institution geworden und weltweit bekannt ist. So startete auch Sandra Bendersky ins neue Jahr. Für sie ist es bereits das fünfte Jahr, in dem sie die steirische Toskana gegen das australische Beachlife getauscht hat. Seither ist viel passiert. Familiengründung, Jobeinstieg und ein ganz neuer Lifestyle, der wie Urlaub anmutet. „Es sieht wie Urlaub aus, es fühlt sich zugegeben auch so an, aber wie in jeder neuen Stadt kehrt auch hier das Alltägliche ein.“ Alltag am anderen Ende der Welt meint für sie im Gegensatz zu Österreich ein Leben am Strand, denn dieses spiele sich in Sydney ob der schönen Wetterlage hauptsächlich draußen ab: Picknicks, Nachmittagsprogramm am Strand mit der ganzen Familie und Joggen entlang dem „Coastal Walk“, der sich von Bondi Beach bis nach Coogee zieht. Die Philosophie des „Easy Living“ beherrschen die Aussies eben wie keine zweite Nation. „Sydney ist die Hochburg der Hipster und Trendsetter. Gesunde Ernährung, Sport und ,the sunny side of life‘ werden hier großgeschrieben, vielleicht macht das Leben am Wasser tatsächlich das Gemüt sonniger …“, erzählt Sandra, auch wenn ihr australischer Mann Dharma, für den sie nach Australien gezogen ist, immer wieder klarstellt, dass sie in einer „Sydney Bubble“ lebe. Denn gesunder Lifestyle werde sonst in Australien genauso wie in den USA gehandhabt – viel Fastfood, kaum Bewegung. Als Foodstylistin und Rezeptentwicklerin für gesunde Ernährung für Kinder blühe sie in Sydney besonders auf: „Sydney ist sehr multikulturell, daher finde ich oft innovative Gerichte, unterschiedlichste Restaurants reihen sich entlang der Strände, und in Sydney gibt es den besten Kaffee, wie ich finde.“ So abwechslungsreich und vielfältig das Angebot der Weltmetropole auch ist, auf Regionalität wird dennoch geachtet: „Jeder Bezirk bietet kleine Shops mit heimischen Designern und Greislern, trotz großer Ketten. Diese sind besonders beliebt und werden von den Sydneysiders bevorzugt. Sonst wird gerne online bestellt, um sich von heimischen Betrieben alles nach Hause liefern zu lassen.“ Das fange bei Obst und Gemüse von australischen Bauern an und gehe bis zu kleinen Alltagshelfern.

 

Leben in „Little Bay“. Kürzlich ist Sandra mit ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Sohn von Bondi nach „Little Bay“, eines der wohlhabenderen Viertel (Eastern Suburbs) von Sydney, gezogen – rund zehn Kilometer von Bondi Beach entfernt und nur drei Gehminuten zum Strand. Dort sei das Meer ruhiger als im Surferparadies Bondi, etwas versteckt mit einem tollen Unterwasserparadies zum Schnorcheln und nicht so touristisch. Der Bezirk befindet sich noch dazu stark im Aufschwung, Immobilien werden vermehrt gebaut und hippe Res-taurants siedeln sich an. Dahinter liegt einer der vielen Nationalparks, der für reichlich Besuch im Garten sorgt. „Zu Hause laufen mir Füchse oder Opossums über den Weg.“ Weniger willkommen sind da gefährliche Schlangen und Spinnen, die zu den giftigsten Tieren Australiens zählen. „Deshalb ist es hier üblich, einen Spinnenguide am Kühlschrank aufzuhängen“, so die Auswanderin, die selbst zu Hause oft von ungiftigen, aber handgroßen Riesenkrabbenspinnen (Huntsman spiders) überrascht wird. „Gegen regelmäßigen Besuch von Kakerlaken und Huntsman kann man nur wenig machen.“ Was man aber tun könne, sei der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur, deshalb schicken australische Moms ihre Kinder ab drei Jahren in die „Bush School“, wo Tier- und Pflanzenkunde spielerisch näher gebracht wird.

City of Lifestyle. Was Sydney so besonders macht? „Obwohl Sydney eine Millionenstadt ist, ist es die grünste Stadt, die ich je gesehen habe. Und übrigens die fünftteuerste der Welt.“ Die Wasserzunge teilt die Hafenstadt, und Wasserwege werden von den „Locals“ mit Fähre und Booten beschritten. Stars wie Gerald Butler joggen den Bondi Beach entlang und wenn man Glück hat, ist man spontan Statist in der Realityshow „Bondi Res-cue – die Rettungsschwimmer von Sydney“, die am Strand gedreht wird. Why not!

Wer nach Sydney reisen möchte, der muss ein kostenloses Visum, das drei Monate gültig ist, beantragen. Seit 2018 gibt es das „Working-Holiday-Visum“, welches Österreichern auch erlaubt, für ein Jahr in Australien zu arbeiten.

Sydney verwöhnt seine Besucher das ganze Jahr über mit moderaten Temperaturen – trotz der vier Jahreszeiten. Der Frühling beginnt in Sydney im September und der Sommer ist von Dezember bis März. Tipp: Wegen der hohen UV-Strahlung südlich des Äquators ist Sonnenschutz besonders wichtig.

Und natürlich sollte man sich die Oper von Sydney nicht entgehen lassen. Mein Tipp: Im Sommer finden vor der Oper tolle Open-Air-Konzerte statt.

Ich mag den Royal Nationalpark, der 29 km südlich von Sydney liegt. Es ist der zweitälteste Nationalpark der Welt, bietet wunderbare Strände und herrliche Wanderwege.

Und ja, Spazieren geht auch hipper: Dann, wenn man den „Coastal Walk“ am Bondi Beach entlang geht: tolle Restaurants, hippe Menschen und ab und an ein Superstar.

Unbedingt das Viertel Surry Hills besuchen! Es ist DIE Kultur- und Cafészene in Sydney. Hier wechseln sich kleine Designershops mit coolen Restaurants ab.

Gesunde Kulinarik wird in Sydney großgeschrieben. Das multikulturelle Angebot an ausgefallenen Leckereien beeindruckt immer wieder. Vor allem vegane und vegetarische Lokale setzen Food-Trends.

Ich empfehle die beiden Wochenendmärkte in Paddington. Im gehobenen Viertel, wo viktorianische Reihenhäuser das Bild prägen, lockt an einem Tag ein Markt mit Mode und Accessoires, an einem anderen dreht sich alles um Food und ausgefallene Speisen.

Einen wunderbaren Blick auf das Opernhaus und den wunderschönen Sydney Harbour bietet der Stadtzoo „Taronga Zoo“, wo man einheimische und seltene exotische Tiere erleben kann.

Genug von der Großstadt? Mit den Mietwagen ist man innerhalb von zwei Stunden im Bergparadies „Blue Mountains“: atemberaubende Wanderwege, Möglichkeiten zum Campen und beeindruckende Eukalyptuswälder.


SYDNEY

  • Größte Stadt in Australien
  • Einwohner: 5 Millionen
  • Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales
  • Fläche: 1.664 km2
  • Währung: Australischer Dollar (AUD)
  • Zeitunterschied zu MEZ: + 9 Stunden