Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 17.02.2019

Chalet-Auszeit

Chalets sind Sehnsuchts- und Zufluchtsorte in einer gehetzten Welt. Und eine gute Investition. Wie das „Weinhaus“, ein ehemaliges Presshaus im Sausal, inmitten südsteirischer Weingärten.

Hoch über dem südsteirischen Tal, dort wo sich Weinreben in Wellenformationen reihen und der Nebel an den Hügelspitzen hängen bleibt, liegt auf einem Aussichtsplateau, gleich neben archaischen Baumreihen, das „Weinhaus“ im Chalet-Stil. Ein Rückzugsort im Sausal, der von Architekt Dieter Maitz, Baumeisterin Marianne Dobler-Hubmann und Tischlermeister Berthold Ferschli revitalisiert wurde, dessen Altholz-Bestand blieb und mit heimischer Handwerkskunst im Heute angekommen ist. Ursprüngliche Materialien sind dabei die Reminiszenz regionaler Landliebe und Details aus Glas, schwarzem Stahl, Kupfer und gebürstetem Eiche-Massivholz zeichnen in linearer Designführung zeitgemäßen Rahmen. Und erst dieser Ausblick! Der schweift über steile Weinberge, hinweg über das weitläufige Tal, bis hin zu den fern liegenden Koralpen und dem Grazer Plabutsch.

 

Das Wort Chalet stammt vom lateinischen Begriff „cala“, was so viel wie „beschützter Ort“ bedeutet. Das sagt eigentlich schon alles. Schon die Hausfassade des ursprünglich als Presshaus genutzten Anwesens verspricht genau das: Hölzern mutet der Bau warm und gemütlich an und lädt bereits von der Ferne aus dazu ein, sich eine Auszeit von allem „da unten“ und jenseits von Jour fixe und morgendlichen Staus zu gönnen. Es ist eine regionale Gemütlichkeit, die als Kontrast zur modernen, kühlen Welt steht und mit Glas, Stein und klarer Formensprache korreliert. „Wir haben ein Presshaus auf die Bedürfnisse von heute gebracht und mit natürlichen Baustoffen sowie mit traditionellem Handwerk – wie vor 100 Jahren – eine zeitlose Architektur erschaffen“, erklärt Baumeisterin Marianne Dobler-Hubmann. Dabei sei es ihr vor allem um den Erhalt regionaler Stilistik, hier am Demmerkogel, und um nachhaltige Bauweise gegangen.
Zur Mixtur aus Stein, Holz, verputztem Mauerwerk, Stahl, Kupfer und dem heutigen Stand der Technik gesellt sich optische Schönheit, die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügt, hinzu. Eine Synergie aus rustikalem Ursprung und modernem, filigran design-tem Innenraumdesign. Drinnen spielt sich klare Formensprache ganz zeitgemäß ab: Puristische Holzarbeiten aus Eiche, teils als Holzvertäfelung, wechseln sich mit floral geprägten Kupferplatten ab und rahmen so ganze Räume. Hier erdet das Alte das Neue und das Neue frischt das Alte auf. „Man fühlt sich sofort wohl, ohne zu wissen warum. Der Grund liegt nämlich an der raffinierten und optisch großzügigen Planung im goldenen Schnitt. Ein Verhältnismaß, das harmonisch auf den Bewohner wirkt.“ Fein ausgearbeitete Details in durchdachter Linienführung zieren die von Tischlerei Ferschli gefertigten Möbelstücke und ruhen förmlich vor kühlen, kunstvoll verzierten Kupfer- und Glasplatten als Wandgestaltung. „Dabei wurde darauf geachtet, dass sich Detailliebe in jedem Raum wiederholt und so einheitlichen Stil ergibt“, so der Tischlermeister. Und die Einrichtungsnachhaltigkeit erlaubt es, dass neben dem Altholz auch diese langsam mit dem Gebäude altern darf – um mit der Zeit natürliche Patina zu erhalten.
Flächenbündige Türen und eine nach oben offen gestaltete Bauweise ziehen sich vom Wohn-Essbereich mit Kachelofen über die beiden Sanitärräume, zum Schlafzimmer mit freistehender Badewanne bis hin in den Keller mit Thekenanlage, der als Veranstaltungsraum gemietet werden kann. LED-Lichtinstallationen schließen sogar mit Tischachsen bündig ab und ganzheitliches Wohndesign findet in einer atemberaubenden Aussicht stilvolle Vollendung. So geht steirisches Chalet!

Luxuriöse Stadtflucht. Fest steht: Herrschaftliche Häuser in alpinen Regionen liegen im Immobilientrend. Als private Residenz im Grünen oder als Anlegereigentum für Vermietung (Stichwort Airbnb). Dabei machen Mieteinnahmen, Gewinn und Kapitalanlagen das Kaufmotiv aus. Aber auch der Pioniergeist, um auf architektonische Weise regionale Bautradition mit dem Heute zu einen und nachhaltig das Bild der Gemeinde zu prägen. Und ganz nebenbei entstehen so neu interpretierte Berghütten, um, ohne auf modernen Komfort verzichten zu müssen, vom rasenden Puls städtischen Treibens wegzuhören und nur noch dem eigenen Rhythmus zu lauschen. Auszeit eben.