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Lifestyle | 03.04.2018

Geschenk des Huhnes

Der Tierschutz soll auch bei der Frage eine Rolle spielen, woher das Osterei kommt. Denn nur Tiere und Produkte aus guter Haltung ergeben hochwertige Lebensmittel.

Fotos Shutterstock, Land schafft Leben, Land Steiermark

Für Hund und Katz’ ist vielen Tierbesitzern nichts zu teuer. Tierschutz sollte aber weitergehen, gerade zu Ostern, wo sehr viele Eier verarbeitet werden. Der für Tierschutz zuständige Landesrat Anton Lang erklärt: „In der Steiermark ist es uns ein großes Anliegen, tierfreundliche Bedingungen für unsere Hühner zu gewährleisten – nicht umsonst ist es unser Anspruch, Tierschutzland Nummer eins zu werden.“ Zwar ist die Käfighaltung („Legebatterien“) seit einigen Jahren verboten, dennoch gibt es laut Lang ein Problem: „Bei gekochten Eiern sowie bei industriell verarbeiteten Produkten mit Eiern und Eierzeugnissen ist keine Kennzeichnung notwendig. Diese konsumieren wir aber zum Großteil.“ Qualität im Tierschutz liegt hier auch beim Verbraucher. „Ich appelliere daher an alle Konsumentinnen und Konsumenten: Achten Sie auf die Herkunft der Eier, auch in verarbeiteten Lebensmitteln, und greifen Sie zu regionalen und freiwillig gekennzeichneten Produkten.“

 

In der Steiermark werden die meisten Eier produziert. 40 Prozent aller in Österreich verkauften Eier stammen von hier. Pro Jahr verbrauchen die Österreicherinnen und Österreicher 235 Eier, ein Legehuhn legt rund 300 Eier im Jahr. Der Verein „Land schafft Leben“ hat Informationen um das Thema Ei gesammelt und zeigt in einer fünfteiligen Videoreihe, aufrufbar unter www.landschafftleben.at, den „Weg des Eis“ mit noch nie gezeigten Einblicken in die Entstehung von Eiern bis in das Innere einer Legehenne. Für den Initiator des Vereines, Hannes Royer, zeigt sich am Beispiel des Eis die Macht der Konsumenten: „Weltweit kommen 95 Prozent der Eier aus Käfighaltung. In Österreich haben die Konsumenten irgendwann gesagt, dass sie das aus Tierschutzgründen nicht mehr wollen.“ Heute stammen elf Prozent der österreichischen Eier aus Biohaltung, 22 Prozent aus Freilandhaltung, 66 Prozent aus Bodenhaltung. Hühner aus Bodenhaltung haben im Vergleich zur Freilandhaltung keinen Auslauf, in Bodenhaltung können die Hühner Bedürfnisse wie die Futtersuche im Freien nicht ausleben und haben viel weniger Licht. Die Eier sind günstiger, weil diese Haltungsform weniger aufwendig ist. Auch Royer appelliert, den Tierschutz ernst zu nehmen. „Haustiere bekommen bei uns nur das Beste. Unser eigener Körper ist uns nicht so viel wert. Dabei hat am Ende des Tages alles, was wir essen, Einfluss auf uns.“ Royer gibt zu Bedenken, dass Konsumenten sich Gedanken machen, mit welchen Chemikalien Kleidung gefärbt seien, beim Essen jedoch würden keine so strengen Maßstäbe angesetzt: „Es ist wissenschaftlich etwa erwiesen, dass sich die Stresshormone, die ein Tier beim Töten hatte, auch im Menschen messen lassen.“

Was hat ihn bei seinen Recherchen zum Thema Ei erstaunt? „Dass der Mensch 80 bis 90 Prozent des Cholesterins selbst produziert und nur der Rest durch die Ernährung aufgenommen wird.“ Man kann also mehr Eier essen, als immer angenommen. So gesehen: Lassen Sie sich Ihre Ostereier schmecken!

Landesrat Anton Lang

Hannes Royer, Obmann „Land schafft Leben“.