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Fashion | 25.05.2022

Designkraft x 2

Regional, handgemacht und einzigartig. Die perfekte Kombination, um als Start-up durchzustarten, weiß das Designer-Ehepaar Alexandra und Patrick Kolm von „shadeloops“ – und startete ein Revival für Brillenketten.

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Alexandra und Patrick Kolm setzen gemeinsam als Ehepaar und Designer-Duo neue Modetrends. © Thomas Luef

Die Mode wiederholt sich. Ein Konstante, auf die sich Designer verlassen können, um Reminiszenzen aus längst vergangenen Tagen neu aufzugreifen und zeitnah zu interpretieren. Und voilà, schon ist ein neuer Trend geboren. So oder zumindest so ähnlich hält es sich auch mit Brillenketten – dem verstaubten Mode-Relikt aus den 70ern und Lieblingsaccessoire älterer Damen.

Ein kreatives Ehepaar aus Graz hat die alten Accessoires nun wieder hervorgeholt und daraus zusammen das neue Lieblings-Piece für den Sommer kreiert. Und heute? „Sind Brillenketten meist auffälliger als die Brillen selbst. Sie sind ein neues Fashion-Statement geworden und nach wie vor praktisch“, erklärt die Grazer Brillenketten-Designerin Alexandra Kolm, die zusammen mit ihrem Ehemann Patrick 2016 das Label „shadeloops“ (@shadeloops) ins Leben gerufen hat. Das modische Brillenzubehör aus bunten Perlen, Quasten, Muscheln und mit schlichten wie auffälligen Ketten in Gold, Silber, Schwarz oder Rosé kombiniert, kommt gut an. Ganz besonders, wenn Designs aus grobgliedrigen Acetat- und Acrylketten dabei sind. Oder aus Naturmaterialien wie Holzperlen, recycelter Kimonoseide, Süßwasserperlen und Edelsteinen. Hauptsache bunt, auffällig und unikat lautet hier das modische Credo.

Novum in Europa.


© Martin Schönbauer

Die vom Label durchgeführte Marktrecherche zeigte zum Zeitpunkt der Gründung, dass „shadeloops“ eines von insgesamt drei Labels in Europa war, die diese Idee von neu interpretierten Brillenketten aufgriff. Selbst unter diesen hob sich das Grazer Label stilistisch weit von anderen Herstellern ab. Eine Produktnische, die es zu erobern galt. „Wir waren somit wahrscheinlich die Ersten, die Brillenketten mit einzelnen Perlen und Quasten bestückten. Heute gibt es mittlerweile viele Nachahmungen aus dem asiatischen Raum“, so Patrick Kolm. „Unsere Brillenketten sind allesamt handgemacht, mit viel Liebe zum Detail, und somit ist jedes Stück für sich ein Unikat.“

Die Idee zu modischen Brillenketten als Fashion-Statement kam der Lehrerin für Mathematik und Bildnerische Erziehung und dem Techniker im Bereich Batteriesicherheit im Urlaub. „Vor unserer Reise nach Bali habe ich eine Entdeckung gemacht: Brillenketten, und zwar die in die Jahre gekommenen meiner Eltern. Auf Bali erfüllten sie jedoch ihren Zweck“, erinnert sich die Designerin. „Zurück in Österreich machte ich mich auf die Suche nach trendigen Brillenketten. Ohne Erfolg, deshalb habe ich sie einfach selbst kreiert.“ Mit steigender Nachfrage kam das kreative Ehepaar neben den Vollzeitjobs nach und nach zu einer neuen, handwerklichen Nebenbeschäftigung – dem Brillenketten-Design und der Fertigung per Hand. Ein neuer Ausgleich zum regulären Berufsalltag, ein gemeinsames Hobby und mittlerweile ein trendiges Start-up.

Von Graz aus in die Welt.


© shadeloops

 

Aus den handgemachten Brillenketten wurde ein Selbstläufer. „Für uns war 2018 ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Bestellungen wurden immer mehr, die Zeit immer weniger, da wir beide einen Fulltime-Job haben“, erinnern sich Alexandra und Patrick an anfängliche Herausforderungen. „Für uns war aber klar, dass wir die Herstellung nicht auslagern wollen, und haben daher an Wochenenden gearbeitet.“ Produziert wird noch immer in der Wohnungswerkstatt, auf einem einfachen Klapptisch, vollgestopft mit Materialien. „Wenn wir zeitgleich arbeiten, muss auch noch der Esstisch herhalten.“

Von dort aus gehen die bunten Brillenketten in die Welt hinaus, um von namhaften Testimonials wie Sängerin Sarah Lombardi, Bloggerinnen „Carmushka“, Rahle Chiwitt oder Jecky von „Wantgetrepeat“ getragen zu werden. Und auch DJane Mama Feelgood zeigt in Graz, wie die auffälligen Brillenaccessoires zum modischen Hingucker werden. Inspirationen zu so viel Kettenvielfalt findet das Designer-Ehepaar auf den gemeinsamen Reisen und den damit verbundenen Kulturen. Wie zuletzt in Panama oder von den Kuna-Indianern, den Ureinwohnern der karibischen San-Blas-Inseln.

Wie die Brillenketten übrigens genauso stilvoll von Männern getragen werden: „Flippige Badeshorts kombiniert mit einem schlichten Leinenhemd und dazu ,shadeloops‘.“  Somit steht dem Summerfeeling bald nichts mehr im Wege.


© shadeloops