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Fashion | 14.12.2021

Zeit Eco-Fashion!

Wenn Mode und Nach­haltigkeit gemeinsame Sache machen, dann kann dabei nur etwas Gutes herauskommen. Kleidung etwa, die für Umwelt und Mensch besser ist. Dafür steht auch das Grazer Label „Zerum“, das sein zehntes Jubiläum feiert.

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© Zerum

Der Weg von der Bio-Baumwollfaser zum fertigen Shirt im Grazer Shop „Zerum“ ist kurz. Ganze 3.800 km statt 37.000 km bei einem Fast-Fashion-Shirt, um genau zu sein. Das ist ein Unterschied, der kumuliert auf 14 Kollektionen pro Jahr, die Mode­ketten versprechen, ins ökologische Gewicht fällt. Die Wahl von nachhaltiger und fairer Mode sollte daher keine Wahlmöglichkeit mehr sein, sondern fundamentales Grundbedürfnis. Inzwischen ist das Angebot an nachhaltiger Kleidung zwar groß, doch leider auch die Unterschiede. Bei manchen Anbietern besteht die Nachhaltigkeit lediglich aus der Unterstützung eines Sozialprojektes oder präsentiert sich als kleiner Teil der Gesamtkollektion, genutzt wird der Werbe­effekt aber für alle Produkte. Wer sich also mit reinem Gewissen kleiden möchte, der muss schon genauer hinsehen!


Sich mit gutem Gewissen kleiden und Mensch wie Umwelt damit etwas Gutes tun war von Anfang an der Wunsch der beiden Grazer Sigmund Benzinger und Marco Toth, die die Idee zu „Zerum“ während ihres BWL-Studiums hatten. Das war 2009. „Unser Ziel war es, das T-Shirt mit reinem Gewissen zu produzieren, da die Modeindustrie, gemessen an der Umweltverschmutzung und der Ausbeutung von Arbeitern, eine der schlimmsten Industrien weltweit ist“, erinnert sich Sigmund Benzinger an die Gründungsidee. „Fair produzieren war uns dabei allerdingst nicht genug, sondern langfristig gesehen wollten wir auch so regional und nachhaltig wie möglich produzieren.“ Die größte Herausforderung damals war zunächst die eigene Stoffproduktion. Firmen, die auch kleine Mengen produzieren, mussten also her und halfen letztendlich beim Start des zunächst kleinen Shirt-Labels „Zerum“. Heute gehört „Zerum“ zum ersten fairen Conceptstore in Graz und hat damit echte Pionierarbeit geleistet. „Außerdem sind wir in allen Aspekten – von der Verpackung über Shopeinrichtung bis hin zum Lager – nachhaltig aufgestellt. Nachhaltigkeit hört für uns nämlich nicht bei unserer Kleidung auf, sondern zieht sich durch den gesamten Firmenkreislauf.“ So waren Sigmund Benzinger und Marco Toth auch die Ersten, die alle Shops mit Secondhand-Möbeln eingerichtet haben, um Ressourcen zu schonen.

Zerum-Eco-Fashion
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ZU ZERUM:

Das Modelabel „Zerum“ etablierte sich 2011 als erster nachhaltiger Conceptstore in Graz. Die Gründer Sigmund Benzinger und Marco Toth stehen für ökologisch wertvolle und faire Mode aus Eigenproduktion. Im Store selbst werden auch viele andere Eco-Labels angeboten.

© Zerum

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ZU ZERUM:

Das Modelabel „Zerum“ etablierte sich 2011 als erster nachhaltiger Conceptstore in Graz. Die Gründer Sigmund Benzinger und Marco Toth stehen für ökologisch wertvolle und faire Mode aus Eigenproduktion. Im Store selbst werden auch viele andere Eco-Labels angeboten.

© Zerum

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ZU ZERUM:

Das Modelabel „Zerum“ etablierte sich 2011 als erster nachhaltiger Conceptstore in Graz. Die Gründer Sigmund Benzinger und Marco Toth stehen für ökologisch wertvolle und faire Mode aus Eigenproduktion. Im Store selbst werden auch viele andere Eco-Labels angeboten.

© Zerum

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ZU ZERUM:

Das Modelabel „Zerum“ etablierte sich 2011 als erster nachhaltiger Conceptstore in Graz. Die Gründer Sigmund Benzinger und Marco Toth stehen für ökologisch wertvolle und faire Mode aus Eigenproduktion. Im Store selbst werden auch viele andere Eco-Labels angeboten.

© Zerum


Zehn Jahre Zerum

Damals wie heute steht „Zerum“ für ein Alleinstellungsmerkmal – die Grazer Eco-Marke ist Vorreiter in der ganzheitlichen regionalen Produktion und die Einzige, die in dieser Art und Weise Mode produziert und zudem noch mit Stoffwebereien sowie Stickereien aus Österreich zusammenarbeitet. Das Resultat: Qualität und Langlebigkeit von Kleidung. Und was damals mit einer einfachen, ökologisch nachhaltigen Shirt-Kollektion angefangen hat, hat sich in den letzten zehn Jahren weiterentwickelt: „Wir haben die Produkte erweitert, bieten alternative Stoffe zu Bio-Baumwolle, die weniger Wasser und Ressourcen benötigen, an und sind mit weiteren Brands wie ,Mela Wear‘, ,Komodo‘, ,Widda‘ und vielen mehr breiter aufgestellt. Und ja, wir sind selbst von einer T-Shirt-Marke zu einem Modelabel mit Hemden, Hoodies, Kleidern, Röcken und Co. gewachsen“, so der Zerum-Mitgründer. Dabei hat das Ze­rum-­Team auch die nächsten zehn Jahre ein Ziel: „Wir möchten einen Beitrag zu einem bewussten Umgang mit Mode leisten, den Zugang vermitteln, Kleidung auch reparieren zu lassen und der Mode mehr Wertigkeit zuzuschreiben. Zudem gehört es sich, auch auf Ressourcen zu achten und gleichzeitig an nachfolgende Generationen zu denken. Wir schaffen weiterhin zeitlose und langlebige Mode, ohne Trends zu folgen.“


100 Prozent Eco

Aber was ist nachhaltige Mode überhaupt und wie kann der Konsument „Greenwashing“ erkennen? Der Global Organic Textil Standard (GOTS) ist ein weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern und eines der wohl sichersten Siegel auf diesem Gebiet. „Doch nachhaltige Mode ist es für uns erst dann, wenn in allen Bereichen nachhaltig agiert wird. Das bedeutet, nicht nur Bio-Baumwolle zu verwenden, sondern auch darauf zu achten, wie sie gefärbt wird und wer diese vernäht. Zudem sollte nicht ‚mit‘ Bio-Baumwolle draufstehen, sondern ‚aus‘ Bio-Baumwolle!“ Zerum weiß bei seiner Mode, woher welche Bestandteile kommen und wie diese zertifiziert sind. Und damit die Produktion nach ihren Vorstellungen verläuft, sind die Gründer bei ihren Produktionsbetrieben auch vor Ort. Prägnantes Detail: Alleine sechs Prozent des Haushaltmülls in Österreich macht Bekleidung. Über 80.000 Tonnen Kleidung werden in Österreich entsorgt. „Jetzt könnte man sagen: Ja, das kann man doch recyceln. Nein, denn man kann ausschließlich Produkte gut recyceln, die aus einer Komponente bestehen – etwa 100 Prozent Bio-Baumwolle oder 100 Prozent PET … Leider sind die meisten Stoffe aus der Fast-Fashion Industriestoffe aus unterschiedlichen Gemischen“, klärt Sigmund Benzinger auf. Zeit also, umzudenken!


So kauft man Eco-Mode richtig ein: 

  • Das weltweit führende Siegel „GOTS“ gibt Auskunft zu umweltschützenden Produktionsprozessen und sozialen Kriterien.

  • Lieber zwei gute als zehn schlechte Teile kaufen. Der „Cost per Wear“ ist bei kostengünstigen und schlecht verarbeiteten Stücken am Ende teurer als bei fairen, qualitativen Teilen.

  • Nachfragen: Unter welchen Umständen wurden die Textilien gefärbt und verarbeitet?

  • Zu wertvollen Stoffen wie Eco Vero oder Tencel greifen. Aber auch Bananatex, Brenn­nessel-Baumwolle und Hanf sind neuartige, umweltschonende Gewebe.

  • Bei Bademode bietet sich Econyl, ein kreislauffähiges Nylon, an. Die Produktion von 10.000 Tonnen Econyl soll laut Hersteller 57.100 Tonnen CO2-Emission vermeiden.