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Beauty | 03.07.2018

Die neuen Wellnessoasen für Männer? Barber Shops!

Geht es um Beauty, sind Moschusduft, Whiskey und „No Girls“ Faktoren, die Männerherzen höherschlagen lassen.

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Echte Männer achten auf ihr Äußeres. Sagen nicht wir. Das sagen die Inhaber von Barber Shops, bereits seit 120 Jahren. Einer davon muss es ja wissen, immerhin holte er mit seinem ersten Barber Shop in Graz, „Holy Tiger“, das Barberhandwerk in die steirische Männerwelt: Jürgen Niederl, Barbier aus Leidenschaft. Die braucht man(n) auch, wenn Beauty auf pure Männlichkeit treffen soll – wohltuende Heißkompressen, duftendes Bartwachs, perfektionierte Rasur und Haarschnitte von damals werden modisch an den Mann gebracht. Bereits der Shop mit seiner weißen holzvertäfelten Front im Vintage-Stil hält innen, was er außen verspricht: Nostalgie des amerikanischen 19. Jahrhunderts, klassische Rasuren, traditionelle Haarschnitte – und Men only! Für das Legendenhafte längst vergangener Tage steht das Interieur – Originale, die mühevoll aus den USA importiert wurden und dem Gesamtkonzept grobschlächtigen Wohlfühlcharakter geben. Ganz so, wie es Männer eben gerne haben. Hier hat die Saga des Herren-Clubs überlebt und sorgt mit dem Hauch der Moderne für maßgeschneiderte Stylings für Männer. Keine „One Hit Wonder“, keine Trends; hier gibt es „Classics Cuts“, die, inspiriert von Subkulturen, Filmen, Militär und berühmten Persönlichkeiten von damals beeinflusst, aus Grazern smarte Gentlemen machen. „1920 galt Mann als ungepflegt, wenn er seinen Barber nicht wöchentlich besuchte. Seit den 1960er-Jahren wurde die Kosmetik für den Mann in den Hintergrund gerückt“, weiß der mit „Austrias best Barber“ und „International best Barber 3rd Place“ prämierte Barbier Jürgen Niederl. „Männer gehen heute wieder zurück zu ihren alten Traditionen und haben den Kult und die Wichtigkeit dahinter erneut für sich entdeckt. Gut so.

 

Vorher – nachher

Der Cut.

Im Zirkel schönheitsbewusster Männer fallen Beauty-Begriffe wie „Holy Tiger Oldschool Cuts“ oder „Flashcuts“. Haarschnitte, die von längst vergangener Zeit erzählen, an die Kopfform seines Trägers angepasst und in Präzisionsarbeit fein säuberlich geschnitten, rasiert und gelegt werden. Das kann schon mal dauern. Zwei Stunden etwa. Wie ein Styling zum „Executive Cut“ aus den 1940er Jahren mit einer neuen Bartform. Inspiriert vom Schauspieler Monty Woolley, dessen markante Gesichtsbehaarung ihm den Spitznamen „The Beard“ einbrachte. Wir merken: Der Mann von heute ist anspruchsvoll. Er will Schönheit, aber eben cool. Kosmetik, ohne Schnickschnack. Dafür gibt es zunächst ein Glas Whiskey, handfeste Lektüre und alles, bloß keine Frauengespräche. Frauen sind im Barber Shop nämlich nicht erlaubt, und das gönnt sich Mann gerne mal. „Mein Shop gleicht einem Herrenzimmer. Wohlfühlfaktor, Perfektion sowie Qualität des Handwerks steht für uns und unsere Kunden an oberster Stelle“, so Niederl. Das zeigt er uns auch. Nach und nach fällt Haar. Zunächst Haupt-, dann Barthaar. Dabei ist höchste Konzentration gefragt, wenn die Rasierklinge nicht nur den Bart faconiert, sondern sogar Haar­ansätze präzise in Form schneidet. Für mehr Definition. Flink wandern Hand und Rasierer über den Hinterkopf und ergeben durch geschultes Handwerk und Feinarbeit harmonischen Haarverlauf – vom Scheitel bis zum Bartansatz. Dass Beauty – ob für Männer oder eben nicht – doch  etwas mit Kunst zu tun hat, erkennen wir am Ende des Umstylings: Ein Gesamtkunstwerk der 1950er-Jahre, der „Classic Pomadour Cut“, der noch jeden Mann zum Strahlen gebracht hat. Außen sowie innen!

 

Im Burgenland geht man z. B. zum "Der Babier" in Eisenstadt.