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People | 02.12.2016

Verliebt in Wien

Nadine Friedrich ist leidenschaftliche Journalistin, moderiert eine ­Nachrichtensendung und schützt in „Supernowak“ Konsumenten. Wir verbrachten mit der gebürtigen Grazerin einen recht lustigen Tag in ihrer neuen Heimat Wien.

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„Dann setze ich mich halt in den Kasten, wenn Ihr das so wollt.“ ©VanDeHart Photography/Vanessa Hartmann

Der Bauernhof der Großeltern war ihre erste Bühne. Nadine Friedrich zog sich dort im zarten Kindesalter gerne auf den Heuboden zurück, um zu moderieren. Ihr Publikum waren die Katzen des Hofes. Ihnen hat sie Geschichten aus Magazinen vorgelesen und so dem ohnehin sehr bequemen Katzenleben ein weiteres Stück Gemütlichkeit beschert. Ihr Hobby blieb hartnäckig bestehen, auch in der Pubertät strebte sie noch immer eine Karriere im erzählenden Metier an. Bis auf einen kleinen Umweg ist Friedrich dort auch gelandet. Nach der Matura in der Grazer Klusemannschule zog sie nach Wien und studierte ohne Abschluss drei Jahre Ernährungswissenschaften. Ihre sehr sportlichen und gesund lebenden Eltern haben sie dahingehend geprägt – was nicht von Nachteil war, wie sich später herausstellen sollte. Sie hängte ein Publizistikstudium an und machte es unter Mindeststudienzeit fertig mit ausgezeichnetem Erfolg.

Schon zu Studienzeiten produzierte sie für Barbara Stöckl Gesundheitssendungen, ebenso für den ORF und für Servus TV. Hier kamen ihr beide Studienrichtungen zugute. Oft hatte sie vier Jobs gleichzeitig. Einmal zwängte sie sich dafür in ein „Fettkostüm“, ging und fuhr als künstlich ausgestattete 120-Kilo-Frau einen ganzen Tag durch Wien. Es sei nicht angenehm gewesen, erzählt die Frau mit Kleidergröße 34, am eigenen Leib zu spüren, was es heiße, dick zu sein. Die ganzen Blicke, die harschen Worte. Doch sie liebt ihren Job in der Medienbranche auch deshalb, weil man viel für das Leben lernen könne, wie Fried­rich betont. Und weil es auch die traurigen Seiten des Lebens zeigt, denen zu begegnen die 32-Jährige keine Scheu hat. Sie begleitete für das Fernsehen eine an Lungenkrebs erkrankte Frau beim Sterben, mit ihr verband sie bis zu ihrem Tod eine besondere Beziehung. Eine tiefe Dankbarkeit spüre sie in solchen Momenten, dass es das Leben mit ihr gut meint.

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Ins Rochus geht die TV-Beauty zum Frühstücken, zum Mittagessen, am Abend. Manchmal wird es auch ein ganzer Tag. ©VanDeHart Photography/Vanessa Hartmann

In den Schoß gefallen ist ihr das nicht, trotz ihres attraktiven Äußeren. Friedrich absolvierte Zusatzausbildungen, nahm Sprechunterricht, ließ sich beim Moderieren coachen. Seit September steht sie für den neuen Fernsehsender oe24.TV als Anchorwoman vor der Kamera und präsentiert Nachrichten und Storys, für die Puls4-Sendung „Supernowak“ kämpft sie beherzt für die Rechte der Konsumenten. Sie moderiert nebenbei noch Veranstaltungen und arbeitet journalistisch bei anderen Sendern. 60-Stunden-Wochen sind für die TV-Beauty keine Seltenheit, sehr zu ihrem Leidwesen, da nicht allzu viel Raum für den Partner, Freunde und Familie bleibt. Doch als Selbstständige, als die sie lange Jahre tätig war und ist, heißt es Aufträge anzunehmen und zu arbeiten. Schließlich weiß man nie, was der nächste Tag bringt.

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Das Leben ist nicht jeden Tag nur schön. Nadine Friedrich blendet das nicht aus. Zum Erden begibt sie sich gerne auf den Zentralfriedhof. ©VanDeHart Photography/Vanessa Hartmann

Für uns nahm sich Nadine Friedrich einen ganzen Tag Zeit, um uns ihre Lieblingsplätze in Wien zu zeigen. Es sollte ein langer, intensiver und aufregender Tag werden, begleitet von der reizenden Fotografin Vanessa Hartmann. Er beginnt im Salon Boluminski, einem neuen Designer-Hotspot in Wien, mit anregenden Kennenlern-Gesprächen und einer feinen Tasse Kaffee. Nadine erscheint – für das Covershooting perfekt geschminkt und umwerfend schön. Elisa Malec, die im Salon Boluminski ihre neue Kollektion zeigte, die Nadine wie auf den Leib geschneidert waren, sucht die Mode für das Shooting heraus. Nadine ist begeistert, probiert durch, setzt sich für das Foto in den Kleiderkasten. Weil sie bei Unfug gern mal vorne dabei ist. Nach dem Covershooting geht’s in ihr Lieblingslokal Rochus im 3. Wiener Gemeindebezirk. „Egal, wohin ich ziehe, das Rochus kommt immer mit“, lacht Nadine. Hier erzählt sie Highlights aus ihrem Leben: die Reisen in Länder, in denen es Wale zu beobachten gibt – nach Costa Rica, Kenia, Norwegen, Sri Lanka – und über ihren großen Wunsch, einmal einem Buckelwal in die Augen zu blicken. Sie berichtet über lustige Begegnungen, etwa mit dem Regisseur Paul Harather, der bei einer Veranstaltung auf sie zukam und meinte, er suche für seine Serie „Schlawiner“ genau sie und sie solle sich einen Vornamen aussuchen. Nadine, die an einen Scherz glaubte, sagte: „Nikita“. Harather ergänzte: „Scheiderbauer“. Sie hatte die Episode bereits vergessen, als ein Assistent des Regisseurs anruft, es gehe um die Rolle der Nikita Scheiderbauer in „Schlawiner“.

Nach einem feinen Mittagessen (empfehlenswert: Eiernockerl und Salat mit Chilihuhn), anregenden Gesprächen und viel Gelächter schlägt die Gastgeberin einen etwas besinnlicheren Programmpunkt vor: Wir fahren zum Zentralfriedhof, schlendern durch das riesige Areal, stapfen durch Herbstlaub, vorbei an den Grabstellen bekannter Persönlichkeiten, stehen vor dem Grab von Udo Jürgens, plaudern über Leben, über Sterben. Die Zeit spielt auf dem altehrwürdigen Gelände keine Rolle, der Tod ist normal. Und doch holt uns die Zeit ein – just in dem Moment, als uns der Friedhofswärter zuruft, wir hätten Glück gehabt, er wolle gerade zusperren.

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Nadine Friedrich ist gern zu Gast im Salon Boluminski von Petra Boluminski (links). Die ­zart-feminine Mode von Designerin Elisa Malec (re.) ist ihr wie auf den Leib geschnitten. ©VanDeHart Photography/Vanessa Hartmann

Nadine Friedrich

  • geboren am 24.8.1984 in Graz
  • Mutter Yogalehrerin, Vater Lehrer, die Schwester Valerie, 25, wohnt in Deutschland und ist dort Trainerin für ­Westernreiten.
  • Lebt seit ihrer Studienzeit in Wien, ist in einer Beziehung. Seit September ist sie Anchorwoman bei oe24.TV.
  • Sie gestaltete Beiträge in Sendungen „Bewusst gesund“ (ORF), war vor der Kamera bei „Servus am ­Morgen“ (Servus TV) und „direkt – das ­Magazin“ (ORF). Große Bekanntheit hat sie erlangt als Konsumentenschützerin bei „Supernowak“.
  • Als Schauspielerin war sie zu sehen in ­„Schlawiner“, „Hast du Nerven?“ und „Die 4 da“ und Werbefilmen.

www.nadinefriedrich.com