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People | 07.08.2017

Gemeinderätin Anna Hopper

Top 143 der Top 333 Steirerinnen.

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Die junge Gemeinderätin Anna Hopper. © Thomas Luef

Anna Hopper ist mit 21 Jahren die jüngste Gemeinderätin, die die Grazer ÖVP jemals hatte. Sie empfängt die STEIRERIN im Rathaus. „Per Du?“ „Ich bitte darum“, sagt sie und weist den Weg in das Vorzimmer des Bürgermeisters.

Was bedeutet Politik für dich?
Hopper: Dass man etwas erreichen kann, vorausgesetzt, man formuliert sein Anliegen korrekt. Das war zumindest eine prägende Erfahrung während meiner Zeit als Schülervertreterin.

Du studierst Englisch und Katholische Religion auf Lehramt. Siehst du dich eher als Lehrerin oder Politikerin?
Ich sehe mich definitiv in der Klasse. Auf der anderen Seite wäre ich nicht in der Politik, wenn ich nicht den Wunsch hätte, mitzugestalten. Wenn, dann sehe ich mich eher in der Kommunalpolitik.

Wie wichtig ist Religion für dich?
Sehr wichtig. Glaube gibt mir Halt und Sicherheit, in dem bestätigt zu werden, was ich tue, und dass alles einen Sinn haben wird. Der Abt von St. Lamprecht hat den Glauben mit einem Navigationssystem verglichen. Es berechnet das Ziel, die Probleme auf dem Weg muss man selbst lösen.

Für welche Themen setzt du dich ein?
Wenn Dinge, die mir wichtig sind, vernachlässigt werden, etwa dass 30 Prozent der Grazer unter 30 sind und Seniorenkarten überdimensional lang diskutiert werden, Vergünstigungen für z. B. Studierende aber nicht.

Ist Sebastian Kurz Vorbild für dich?
Definitiv. Vor allem seine Art, komplexe Vorgänge klar auszudrücken.

Kurz wird oft seine Jugend vorgeworfen. Dir auch?
Ich finde, man sollte Menschen immer an Leistungen messen und nicht, wie lange sie auf ihrem Sessel gesessen sind. In Graz ist es sehr willkommen, Neues einzubringen, Dinge zu hinterfragen, weil sie oft neue Blickwinkel zeigen. 

Immer mehr Frauen gehen in die Politik. Glaubst du, die Zeit der „grau melierten Anzugträger“ geht zu Ende?
Es kommt definitiv eine neue Generation nach, der es wichtig ist, auch Frauen und ihre Anliegen zu repräsentieren.

Ist dir die Quote wichtig?
Ja, vorausgesetzt, die Frau bekommt den Job, weil sie gleich qualifiziert ist. Ich glaube, dass Frauen besser ausgerüstet sind mit Fähigkeiten, die es braucht, um produktiv und zielorientiert zu arbeiten. Das wird langsam auch von den „Anzugträgern“ so gesehen.

Bist du Feministin?
(Überlegt lange) Ja, in einer produktiven Weise: Es kann heute nicht mehr sein, dass Frauen, wenn sie dieselben Leistungen bringen, nicht dasselbe verdienen. Ich sehe mich dahingehend als Feministin, dass es mir wichtig ist, wenn sich Frauen untereinander vernetzen. Männer tun das ja auch.

Wo könnten wir Frauen besser sein?
Ich glaube, dass wir uns schwer tun, gleich Ja zu sagen, wenn uns eine neue Herausforderung angeboten wird. Ich finde aber auch, dass wir die Fähigkeit haben, breitere Kontexte mitzudenken. Wir Frauen unterschätzen oft, was wir können.   

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Anna Hopper © Thomas Luef
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