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People | 10.06.2020

Das Geheimnis der Glücksbotin

Die Bloggerin und Mentaltrainerin Melanie Pignitter erklärt, was „Honigperlen“ sind, wie man sich auch in Krisenzeiten die Lebensfreude bewahrt – und warum wir genau jetzt loslassen sollten.

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© Martin Jurycz

Eine chronische Schmerzkrankheit bescherte Melanie Pignitter vor fünf Jahren mehr als 500 Tage unerträgliche Kopfschmerzen. Mit Vorstellungskraft, dem Glauben an das Gute und anderen Methoden des Mentaltrainings fand sie zurück zu einem glücklichen Leben. Auf ihrem Blog „Honigperlen“ und in ihrem neuen gleichnamigen Buch gibt sie Praxistipps für Lebensfreude und Selbstliebe.

STEIRERIN: Was bedeutet das schöne Wort „Honigperlen“ für dich?
Melanie Pignitter: Honigperlen sind Geschenke des Lebens. Paradoxerweise entdeckte ich sie in der wohl schlimmsten Zeit meines Lebens Als ich mir eines Morgens mein Honigbrot schmierte, kleckerte ich und wollte das Malheur sofort beseitigen. Aber dann erkannte ich: Das ist gar kein Malheur, das sind wunderschöne kleine Honigperlen. Diese Situation hat mir bewusst gemacht, dass wir alle Krisen und Probleme bei genauerer Betrachtung in etwas Schönes verwandeln können.

Wir durchleben die größte Krise seit Jahrzehnten. Wie schafft man es, auch in Zeiten wie diesen das Gute zu sehen?
Bevor man das Gute sieht, darf man ruhig einmal Angst haben. Dieses Gefühl will gehört werden und im ersten Schritt müssen wir es zulassen. Oft hilft es, darüber zu sprechen oder alles, was einen belastet, aufzuschreiben. Danach sollte man sich wieder auf etwas Positives fokussieren. In unserem Leben gibt es unzählige Geschenke, die durch die Selbstverständlichkeit unsichtbar wurden. Zehn Antworten auf folgende drei Fragen helfen dabei, die Dankbarkeit und das Glücksempfinden zu steigern: Was läuft in deinem Leben gut? Wofür bist du dankbar? Wen oder was würdest du vermissen, wenn es nicht mehr wäre?


© GU Verlag

In ihrem neuen Buch verrät Melanie Pignitter den Schlüssel zum glücklichen Leben.

Kann man Lebensfreude und Selbstliebe „üben“?
Ja, das muss man sogar! Sie sind Produkte unserer Gedanken und Gefühle. Und diese können wir bewusst steuern. Denk jetzt an ein knallpinkes Nilpferd! Das war der Beweis. Die Gedanken wiederum entfachen Gefühle. Gute Gedanken erzeugen positive Gefühle. Schlechte Gedanken erzeugen negative Gefühle.

Loslassen ist für dich eine wichtige Fähigkeit. Wie können wir das jetzt in dieser schwierigen Zeit tun?
Mit Akzeptanz und Vertrauen. Sich darüber zu ärgern, wie es so weit kommen konnte, Schuldige zu suchen oder sich vergangene Zeiten herbeizusehnen, ist Energieverschwendung. Unsere Gedankenkraft kann die Vergangenheit und Dinge außerhalb unseres Wirkungskreises nicht beeinflussen. Wir sollten uns auf die Zukunft fokussieren. Ich stelle mir dazu etwas vor, das ich in ein paar Monaten erleben möchte, zum Beispiel mit einem Aperol-Spritzer bei meiner Schwester auf der Terrasse sitzen. Ich spüre in mich hinein und fühle, ich werde diesen Moment erleben. Zwar weiß ich noch nicht genau, wann unsere Gesellschaft wieder zur Normalität findet, aber ich spüre, dass es passiert. Wie genau, ist nicht meine Verantwortung.


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© Shutterstock

Positive Perspektive

Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, sich auf die eigene positive Zukunft zu fokussieren. Die Gedanken daran versorgen uns mit der notwendigen Kraft und Motivation. Denk an etwas Schönes, was du nach Corona erreichen oder erleben möchtest.

Soziale Kontakte

Soziale Kontakte sind einer der wichtigsten Glückfaktoren in unserem Leben. Wenn wir die Menschen, die uns am Herzen liegen, nicht persönlich treffen können, empfehlen sich Video-Calls.

Sinnvolle Beschäftigung

Wer abends zu Bett geht und den ganzen Tag nichts Sinn- oder Freudvolles vollbracht hat, fühlt sich meist miserabel. Daher ist Aktivität jetzt besonders wichtig. Auf meinem Blog finden sich als Inspiration 99 Dinge, die man zu Hause tun kann.

Urvertrauen

Das Wichtigste ist jetzt, auf uns selbst, unsere Mitmenschen und unser Land zu vertrauen. „Alles wird gut“ lautet mein Leitsatz, der mir hilft, dieses Vertrauen immer wieder aufzubauen.

Fokus auf das Gute

Unser Gehirn nimmt Negatives vielfach stärker wahr als Positives. Als Ausgleich zu den vielen negativen Schlagzeilen sollten wir daher immer wieder einen Blick auf unser gesamtes Leben werfen und uns bewusst machen, was trotz Coronakrise gut läuft.