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People | 09.01.2020

Vom Lebensretter zum Lieblingsmensch

Grete und Hans Umschaden, Gründer der Schwarzl Klinik auf der Laßnitzhöhe, gehen seit 33 Jahren gemeinsam ihren Weg – privat wie beruflich. Ob und wie sich ihr Leben nach dem Verkauf der Klinik verändert hat, erzählten sie exklusiv der STEIRERIN.

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Grete und Hans Umschaden, Gründer der Schwarzl Klinik auf der Laßnitzhöhe. © Marija Kanizaj

Am Anfang stand eine Lebensrettung. Grete Umschaden, Tochter des Immobilienexperten Karl Schwarzl, besserte sich 1983 als damals 18-Jährige durch Mitarbeit im Schwarzl Freizeitzentrum ihr Taschengeld auf, als plötzlich ein Gast zu ertrinken drohte. Die lebensrettende Reanimation führte ein junger Medizinstudent durch, der zufällig vor Ort war – Hans Umschaden. Die beiden fanden sofort Gefallen aneinander, trotzdem sollte es noch drei Jahre dauern, bis sie sich wiedertrafen. „Dann hat es aber so richtig gefunkt. Und seitdem sind wir unzertrennlich“, erinnert sich die Steirerin zurück. „Jetzt sind wir fast seit 33 Jahren verheiratet und ich bereue keinen einzigen Tag davon. Sie ist einfach mein Lebensmensch“, so der gebürtige Kärntner.

Ihr Beziehungs-Erfolgsrezept? Ein ganz simples, findet Grete: „Eine Beziehung bedeutet immer auch, Kompromisse einzugehen, und wenn der Partner komplett andere Interessen hat, ist das schwierig. Da haben wir einfach das Glück, dass wir uns für dieselben Dinge interessieren. Wir lieben das Wasser, die Berge, Skifahren, Schifffahren, Kunst, Kultur und Architektur. Der Hans war für mich wie ein Lottosechser.“ – „Uns waren auch immer die gleichen Werte wichtig: in der Familie, in der Erziehung unserer beiden Kinder und auch im Job. Wir würden nie etwas tun, wobei wir uns nicht in den Spiegel schauen könnten“, ergänzt ihr Mann.

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STEIRERIN-Redakteurin Lissi Stoimaier im Gespräch mit Grete und Hans Umschaden. © Marija Kanizaj

Und gibt es denn gar keine Unterschiede? „Ich bin vielleicht etwas strukturierter und wirtschaftlich denkender als mein Mann, dafür hat er eine sehr künstlerische Seite, was garantiert nicht zu meinen Stärken gehört. Er kann toll zeichnen und auch schnitzen. Ich bringe maximal ein Strichmännchen zusammen. Aber gerade diese Kreativität ist ein wichtiger Bestandteil seines Jobs – ein gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen.“ Diese künstlerische Seite hat Hans Umschaden schon als Kind entwickelt. „Mein Vater war Kunsttischler. Eigentlich war er im Hauptberuf Maschinist, aber er hat es meinen zwei Brüdern und mir mit dem Verkauf von Holzschnitzereien, Bildern und Möbeln ermöglicht, eine Privatschule zu besuchen. Und ich habe mir auch schon als Schüler mit Bildern etwas Geld nebenbei verdient. Mein Vater hätte es auch gerne gesehen, wenn ich auf die Kunstakademie gegangen wäre, aber meine Leidenschaft lag mit 14 schon in der Medizin.“

Eine Leidenschaft, die Jahre später auch seine Frau packen sollte. Denn es entstand der Gedanke, gemeinsam mit Karl Schwarzl eine eigene Klinik, in der Grete als Klinikleitung und Hans, der sich schon einen Namen als plastischer Chirurg gemacht hatte, als ärztlicher Leiter fungieren würden, zu gründen. „Ein besonders hoher Qualitätsanspruch gehörte für mich schon immer zum Standard. Ich war nie bereit, diese Schmalspurmedizin zu machen, die teilweise heute so um sich greift“, erklärt der Mediziner.  1998 wurde die Schwarzl Klinik auf der Laßnitzhöhe dann eröffnet. Über 20 Jahre später hat sie sich schon längst international als renommierte Klinik für Plastische Chirurgie einen Namen gemacht.

Schönheit, ein Thema, das gesellschaftlich immer gefragter wird. Wie geht man da eigentlich als Gattin eines Schönheitschirurgen damit um? „Natürlich werde ich, sobald wir an einem Event teilnehmen, von oben bis unten gescannt, ob ich nicht etwas aufspritzen oder operieren lassen habe. Ich mache viel Sport und ernähre mich gesund – und ja: Ich habe meine Falten und dazu stehe ich auch. Entweder mögen mich die Leute so, wie ich bin, oder eben nicht.“

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© Marija Kanizaj

Anfang 2019 übergaben die beiden Gründer das Haus an die Sanlas Holding. Viele fragten sich warum. „Der Grund ist ganz einfach“, erklärt Hans Umschaden. „Wir wissen, dass die Schwarzl Klinik bei Weitem eines der am besten strukturierten und saubersten Häuser in Österreich ist, und das sollte bestehen bleiben. Wir waren das erste Haus, das ISO-zertifiziert war, und das haben wir auch durch und durch gelebt – zu 100 Prozent. Ich denke zwar noch lange nicht daran, einmal nicht mehr zu arbeiten, aber trotzdem muss man an die Zukunft denken. Was passiert mit der Klinik und den vielen ausgezeichneten Mitarbeitern? Und da sich unsere Kinder beruflich anders orientiert haben und es so keinen direkten Nachfolger gibt, haben wir mit viel Herzblut beschlossen, unser Lebenswerk weiterzugeben.“ Auch kein leichter, aber ein verständlicher Schritt für Grete Umschaden. „Es war unser Baby und manchmal muss man ein Baby, wenn es erwachsen wird, ziehen lassen, damit es sich weiterentwickeln kann.“

Beruflich wird es den beiden aber trotzdem nicht langweilig. „Ich bin ja weiterhin als Plastischer Chirurg in der Klinik tätig, außerdem habe ich noch meine Ordination in Wien. Und meine Frau konzentriert sich jetzt vollständig auf die Leitung der Immobiliengeschäfte der Schwarzl Immobilien GmbH.“ Die Freizeit, die bleibt, wird mit Familie, Freunden und ihrem größten Hobby – dem Bootfahren in Kroatien – verbracht. Vieles ist also beim Alten geblieben, einiges ist neu strukturiert. Und auf etwas ganz spezielles Neues freut sich das Ehepaar heuer noch besonders. „Es wird das erste Weihnachtsfest mit unserem ersten Enkelkind Lea. Sie ist jetzt knapp ein halbes Jahr alt. Weihnachten ist für uns immer ein ganz besonderes Familienfest und mit dem Familienzuwachs wird es gleich noch viel schöner.“