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People | 03.12.2019

Wirtschaft wird weiblich

Gabriele Lechner, die neue Vizepräsidentin der steirischen Wirtschaftskammer, will Zeichen setzen: für mehr Frauenpower, Nachhaltigkeit und Wertschätzung.

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© Benedikt Lechner

Sie ist eine echte Powerfrau, das spürt man, sobald Gabriele Lechner den Raum betritt. Mit ihrer Agentur „werbelechner“ ist sie seit 2007 erfolgreich, gestaltete als Leiterin des Netzwerks „Frau in der Wirtschaft“ seit März 2019 die Kammerpolitik aktiv mit – und ist seit Kurzem auch Vizepräsidentin der steirischen Wirtschaftskammer. Eine Herausforderung, die sie ohne zu zögern angenommen hat: „Ich wollte schon in der Schule mitgestalten. Auch bei ,Frau in der Wirtschaft‘ war es mir ein Anliegen, die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen zu verbessern; ich will die Frauen in der Wirtschaft sichtbarer machen, denn ich bin überzeugt, das wird auch gesellschaftspolitische Veränderungen nach sich ziehen.“ Immerhin gründen mittlerweile schon fast so viele Frauen wie Männer ein Unternehmen, 37,8 Prozent der österreichischen Unternehmen werden von Frauen geleitet. Die Motive liegen auf der Hand: „Die Frauen wollen ihre eigene Chefin sein, sich verwirklichen und ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten.“

Neben dem Frauenthema will Lechner sich auch verstärkt um Ökologie und Nachhaltigkeit kümmern. „Die WKO Steiermark widmet sich diesem Thema schon seit Jahren. Wir wollen die Unternehmen dazu ermutigen, nachhaltige Technologien zu entwickeln, die internationale Nachahmer finden – das sichert auch hierzulande nicht nur bestehende Arbeitsplätze, sondern sorgt für eine Vielzahl neuer Jobs“, ist sich die Unternehmerin sicher. Von der Politik wünscht sie sich „mehr Wertschätzung den Unternehmern gegenüber“; diese nähmen ein großes Risiko auf sich, haften oft mit ihrem Privatvermögen. „Es braucht eine Senkung der Lohnnebenkosten“, ist sich die Agenturchefin sicher – das würde langfristig Jobs sichern und den Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig halten.

Dass sie einmal eine Firma leiten würde, war Gabriele Lechner schon als Kind klar. „Ich stamme aus einer Unternehmerfamilie, schon meine Großeltern waren selbstständig, mein Vater hat einen Verlag geleitet.“ Auch Lechner wollte einen Kinderbuchverlag gründen, ist dann aber durch Zufall in der Werbebranche gelandet. Marketing fasziniert sie noch immer, auch wenn sich viel verändert hat. „Die Budgets wandern immer mehr in Richtung Internet und Social Media – da darf man den Anschluss nicht verpassen.“

Kraft für ihre vielfältigen Aufgaben holt sich die 52-Jährige in der Familie. „Mein Mann ist zu jeder Zeit absolut hinter mir gestanden, mit ihm kann ich alles besprechen.“ Abschalten kann sie am besten bei einem Kurztrip. Und dafür steht schon das nächste Projekt an: „Wir wollen uns ein Wohnmobil kaufen, mit dem wir einfach losdüsen können, wann immer wir Lust haben.“