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People | 07.11.2019

Prädikat: feminin

Sabine Karner zählt zu den Designersternen am Mode­himmel. Und als solcher kann man überall auf der Welt leuchten. Wie das geht und welche Rolle unerschöpfliche Kreativität dabei spielt, erzählt die Modedesignerin.

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© Stefan J. Wolf

Traumhaft schwingen bodenlange Roben. In Karo oder Unifarben einerseits, mit Volants und in samtenen Stoffen andererseits: Die aktuelle Herbst/Winter-Kollektion von Sabine Karner erfüllte auf der Vienna Fashion Week alle Erwartungen und ist überraschend wie tragbar zugleich. Natürlich bekommen Sabine-Karner-Fans die feminine Linienführung geliefert, auf die sie gehofft und gewartet haben – in Form von besonders locker am Körper herabfallenden Stoffen mit verspielten Details in klarer Designsprache, damit der weibliche Körper stets vorteilhaft im Vordergrund steht. Der Auftritt hatte seinen gewünschten Effekt: Zigtausende Besucher der Fashion Week vor Ort und auf Social-Media-Kanälen schauten auf den neuen Clou (bestehend aus 50 Outfits) der Grazer Designerin, die seit zehn Jahren in Wien ihren „Sabine Karner Open Showroom“ in der Beletage eines schönen Altbaus mit Blick auf den Stephansplatz hat. „Hier werden meine Kundinnen persönlich und diskret betreut“, erklärt die Designerin, zu deren Trägerinnen Schauspielerin Marion Mitterhammer, Topmodel Lena Gercke, Musikerin Christina Stürmer und Moderatorin Claudia Stöckl zählen. Die Liste bekannter Frauen ließe sich noch weiterführen. Und weil wir gerade bei Namen sind: Für Skoda durfte Sabine Karner die Limited Edition „Fashion“ des Skoda Fabia gestalten, sie arbeitet mit Firmen wie Colgate, Campari, Ferrero Rocher und aktuell mit dem Maler Christian Ludwig Attersee zusammen. Ja, man darf also durchaus behaupten, dass die Grazerin als talentierter Stern am Modehimmel leuchtet.
Es ist die Diversität in der aktuellen Kollektion, die, wie die Designerin selbst meint, diese so einzigartig mache. „Einerseits gibt es zarte Farben wie Eisblau und Nude zu sehen, andererseits die starke Farbe Rot. Muster wie Karo und Animalprints werden vermischt, Schmetterlinge und Insekten, die dreidimensional auf den Modellen eingearbeitet wurden, tummeln sich auf den Kleidern.“ Teilweise wurden Stücke per Hand bemalt, eine Technik, die mittlerweile zum Markenzeichen von Sabine Karner avancierte. Die Kollektion wurde erst kürzlich veröffentlicht und schon jetzt arbeitet die Designerin an der Herbst/Winter-Kollektion 2020/21, welche im Dezember fertig sein muss, und an den Designs für die „Thai Silk Fashion Week“ in Bangkok. Ihr Erfolgsrezept: „Do all things with love“, so Sabine Karner. „Damit und mit viel Humor sowie Gelassenheit habe ich zu meinem Erfolg gefunden.“

 

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Die neue Kollektion von Sabine Karner wurde kürzlich auf der MQ Vienna Fashion Week 2019 präsentiert. © Stefan J. Wolf

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Die neue Kollektion von Sabine Karner wurde kürzlich auf der MQ Vienna Fashion Week 2019 präsentiert. © Stefan J. Wolf

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Die neue Kollektion von Sabine Karner wurde kürzlich auf der MQ Vienna Fashion Week 2019 präsentiert. © Stefan J. Wolf

Mode als Berufung. Dass Mode zu ihrem Leben gehöre, habe sie bereits als Kind gemerkt, wie die Steirerin erzählt. „Schon als kleines Mädchen habe ich Puppenkleider genäht“, erinnert sich die Designerin. „Meine Mutter und meine Oma waren Schneiderinnen, das Handwerk habe ich also von ihnen gelernt. Und das hilft schon sehr, wenn man seine Kollektionen umsetzen möchte.“ Die Entwicklung als Modeschöpferin bezeichnet Sabine Karner als eine Art „Fluss“, bei dem unerschöpfliche Kreativität der Quell für ihre feminine Designsprache sei. Manchmal sind ihre Kreationen clean, manchmal verspielt. Aber immer sollen sich Frauen in ihnen wiederfinden, jede nach ihrer eigenen Art. Ganz so, wie es wohl auch ihr Designervorbild Karl Lagerfeld getan hat. Ihre Looks richten sich zunächst immer an den Materialien aus, denn das Haptische ist Sabine Karner besonders wichtig. „Wie fühlt sich der Stoff an, was sagt er mir? Danach richtet sich das Design aus.“ Oder sie geht den Weg einfach umgekehrt und sucht ein bestimmtes Material für eine bestimmte Idee. Beides hat bei ihr Platz im Entwurfsprozess und spiegelt tatsächlich die Leichtigkeit ihrer Arbeitsweise, ja fast schon ihres Charakters, wider. Der restliche Weg ist aber immer der Gleiche: Weibliche Formen und Schnitte stehen im Vordergrund, denn die Kleidungsstücke sollen schmeicheln. Dabei setzt Sabine Karner immer auf regionale Produktionen und auf „Slow Fashion“, die dank ihrer Langlebigkeit der Wegwerf-Mentalität entgegenwirkt. „Oft bringen mir Kunden auch Stücke aus früheren Kollektionen, damit ich diese für sie anpasse.“ Genau das macht eben das eine wahre Lieblingsstück aus.

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Sabine Karner, Modedesignerin. © Sascha van der Werf