Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 30.10.2019

Tour de Success

Walburga Seidl ist Vorstandsmitglied in der Steiermärkischen Sparkasse, sie ist auch Role Model. Die braucht es in der Gesellschaft, weil sie vorleben, was möglich ist. Etwa eine Vereinbarkeit von Job und Familie.

Bild 1910_ST_ME_RadlnSeidl-4.jpg
© Thomas Luef

Wenn nicht gerade ein wichtiger geschäftlicher Termin ansteht, der keine Abgehetztheit erlaubt, setzt sich Walburga Seidl gerne auf das Fahrrad. Die neue und erste Vorständin der Steiermärkischen Sparkasse hat es beim Radfahren gerne gemütlich und ihren Partner und Sohn dabei. Doch egal, ob Rad statt Auto oder andere Themen: Nachhaltigkeit ist der Managerin ein sehr wichtiges Thema: „Wir müssen alles tun, wenn wir die Lebensqualität der künftigen Generationen erhalten wollen“, sagt sie.

Früh beginnen. Das betrifft freilich auch die Finanzen. Sie rät gerade Frauen, rechtzeitig auf ihr Geld zu schauen. „Schon kleine regelmäßige Beiträge führen dazu, dass die Pensionsleistung später einmal besser wird.“ Seidls erste Altersvorsorge haben die Eltern abgeschlossen, die Mutter war selbst Vorständin bei einer Bank. Der richtige Umgang mit Geld war damit quasi in die Wiege gelegt. Im Umgang mit Geld sieht Seidl noch viel Aufklärungsbedarf, dabei wäre es so einfach: „Nicht mehr ausgeben, als man einnimmt, sich um Geld und Erspartes kümmern und unnötige Kosten vermeiden.“ Gerade Frauen sollten genau prüfen, was sie unterschreiben, wenn es um Haftungen geht. „Es kommt immer wieder vor, dass Frauen im Privatkonkurs landen, weil sie für die Schulden des Partners haften.“ Nachhaltigkeit empfiehlt sie auch beim Sparen und bei der Vorsorge. Mit dem Kauf von Papieren sogenannter Nachhaltigkeitsfonds bekommen jene Unternehmen frisches Geld, die Zukunftstechnologien entwickeln und herstellen, die wiederum dem Klimaschutz dienen. Frauen rät sie, sich einen Schritt Richtung Aktienveranlagung  zu trauen. „Langfristig gesehen ist das noch immer die beste Anlageform“, betont die studierte Betriebswirtin.

 

Bild 1910_ST_ME_RadlnSeidl-2.jpg
© Thomas Luef

Role Model. Als erste Vorständin in der Steiermärkischen Sparkasse ist sie auch ein Role Model. Walburga Seidl kann ganz gut damit leben. „Bei der Steiermärkischen Sparkasse werden Frauen gleich stark gefördert wie Männer. Ich habe mich jedenfalls in den 23 Jahren nie benachteiligt gefühlt.“ Dennoch erachtet sie es als wichtig, dass man über Frauen in Führungsrollen nicht nur abstrakt spricht, sondern auch zeigt, dass ein ausgeglichenes und vollumfängliches Leben möglich ist, „in meinem Fall eben mit Familie“. Ihr Sohn ist neun Jahre, der Partner kümmert sich gleichermaßen um ihn. Die Zeit zu dritt verbringen sie gerne mit Radfahren oder Kochen. „Mein Sohn weiß zum Glück, wie gute Ernährung sinnvollerweise ausschauen sollte“, sagt sie und erzählt lachend, dass er gern mit seiner Lehrerin die Kochrezepte austauscht.

Sozialer Friede. Werte, nicht nur in Bezug auf Geld oder Ernährung, sind Seidl wichtig. Es geht ihr stets auch um den richtigen Ton. „Es ist befremdlich, mit welcher Sprache heute Themen in den Fokus gerückt und mit negativen Emotionen versetzt werden oder mit welchen Methoden auf Social Media Ziele verfolgt werden.“ Mehr Ausgewogenheit, mehr Verantwortung und weniger Populismus, das würde sich Seidl für die Zukunft wünschen. Der soziale Friede sei letztlich existenziell für die Gesellschaft, „zu großes Ungleichgewicht bei Vermögen oder Einkommen sowie die Polarisierung von Interessen machen eine Gesellschaft instabil“, betont Seidl. „Wir müssen schauen, dass die Unterschiede nicht zu groß werden, die Lebensqualität für die Menschen hoch bleibt und Verunsicherungen vermieden werden.“ Denn je weiter die Kluft auseinandergeht, desto instabiler wird die Gesellschaft.

Verantwortung. Für ihren Vorstandsjob hat sie klare Ziele: Ihre Funktion gut auszufüllen und die Ziele des Unternehmens gemeinsam weiterentwickeln. Und das mit größtmöglicher Verantwortung.