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People | 24.01.2019

Die Türen sind stets offen

Silvia Schneller ist stellvertretende Betriebsleiterin im Blockwalzwerk bei Voestalpine und noch immer begeistert vom Werkstoff Edelstahl, mit dem sie zu tun hat. Für ihre Mitarbeiter hat sie stets ein offenes Ohr.

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Silvia Schneller (l.) mit Hedi Grager. © Reinhard A. Sudy

Die Größe des Werksgeländes ist beeindruckend, ebenso die Eingangskontrolle auf meinem Weg zu Silvia Schneller. Voestalpine Böhler Edelstahl ist mit mehr als 200 Stahlmarken einer der weltweit bedeutendsten Anbieter von Werkzeug- und Schnellarbeitsstählen sowie Sonderwerkstoffen, die in der Kunststoffindustrie, für Werkzeuge wie Bohrer und Fräser, Teile für Flugzeuge und Autos sowie Produkte für die Öl- und Gasindustrie eingesetzt werden. Die 43-Jährige bearbeitet hier alle technischen Fragen und ist für Organisatorisches wie Prozessverbesserung, Organisationsstrukturen, Produktqualität und Mitarbeiterführung verantwortlich.

Interessierte sich Silvia Schneller erst für Sprachen, war es später technische Mathematik. „Kurz vor der Matura gab es an der Handelsakademie einen Infotag der Montanuniversität Leoben und da habe ich mir gedacht: ,Metallurgie – warum nicht?‘“ Schon während des Studiums jobbte sie im Marketing des damaligen Unternehmens Böhler, wo schon ihr Vater und Großvater arbeiteten. So war es nur „normal“, dass sie nach dem Studium dort zu arbeiten begann, in der Forschung. „Nach einigen Jahren bekam ich die Möglichkeit, ins Blockwalzwerk, also in die Produktion, zu wechseln. Hier bin ich jetzt seit 2012 und es passt super“, gerät die Technikerin ins Schwärmen. „Edelstahl ist so vielfältig, hat ein weites Anwendungsfeld und es ist unglaublich spannend, was man alles aus diesem Werkstoff machen kann.“

Als Leiterin des technischen Büros hat Silvia Schneller fünf Mitarbeiter, in ihrer Funktion als stellvertretende Betriebsleiterin ist sie für rund 160 Mitarbeiter verantwortlich. Ihre Arbeitstage beginnen früh, Schutzausrüstung bei Besuchen „an der Strecke“ ist ein absolutes Muss. Die Technikerin pflegt einen Führungsstil der offenen Tür. „Ich bin bei Problemen jederzeit für meine Mitarbeiter zu sprechen. Das ist nicht immer von Vorteil“, lacht sie, „ist aber meine persönliche Art.“ Bei Mitarbeitern legt sie besonderen Wert darauf, dass sie offen und engagiert sind und Eigeninitiative zeigen. „Sie sollen selbst Ideen haben und aktiv mitarbeiten. Ich finde, dass sie durch ihre Einbindung in Projekte die Wertigkeit sehen und dass dies auch Motivation sein kann.“

Probleme hatte Silvia Schneller als Frau in einem technischen Umfeld nie. „Ich wurde immer akzeptiert, mit Respekt und sehr gut aufgenommen. Ich bin sehr offen, vielleicht hilft das“, schmunzelt sie. Sie selbst arbeitet am liebsten im Team und gerne auch abteilungsübergreifend, denn „das ist noch herausfordernder“.

Erholung findet sie beim Wandern, im Spiel mit den beiden Golden Retrievern ihres Bruders und bei Urlauben mit ihrem Mann. „Er arbeitet auch in einem metallverarbeitenden Unternehmen, zu Hause wird aber wenig über die Arbeit gesprochen“, verrät Silvia Schneller, die sich als kollegial, ehrlich und offen für jede Art von Spaß bezeichnet. Gerne verbringen sie ihre Freizeit auch in Wien mit Besuchen von Theater und Museen. Abschließend möchte ich noch wissen, was für sie Erfolg bedeutet. „Ich habe nie etwas mit Zwang angestrebt, es hat sich alles entwickelt. Hier kann ich mich bei meinem breiten Tätigkeitsfeld wunderbar entfalten. Mein persönlicher Erfolg ist, dass ich genau dort glücklich bin, wo ich bin – anders würde es nicht gehen.“ 

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© Reinhard A. Sudy