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People | 14.05.2018

Tierisch gut beraten

Er ist unser bester Freund, dennoch kann es in der Mensch-Hund-Beziehung zu Problemen in der Kommunikation kommen. In solchen Fällen hilft Hundetrainer Richard Exner.

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© Thomas Luef

Do you speak dog? Um den richtigen Umgang mit Hunden zu lernen, ist es auch notwendig, den Hund zu verstehen. Einer, der fließend Hündisch spricht, ist Richard Exner von Richdogs Hundetraining.

STEIRERIN: Wie kommt es, dass Sie so gut „Hündisch“ sprechen?

Schon als Kind hatte ich ein gutes Gespür für Tiere. Hunde und Katzen haben immer meine Nähe gesucht, sodass meine Eltern meinten, dass Tiere anscheinend gerne bei mir sind. Ich habe dabei immer versucht zu verstehen, was das Tier brauchen könnte, und nicht darum, was für mich passt.

Wie kam es dann von der Berufung zum Beruf?

Zuerst einmal habe ich einen sehr klassischen Berufsweg als Elektrotechniker eingeschlagen. Nach Stationen in Kärnten und Wien bin ich dann wieder zurück nach Graz. Irgendwann war dann der Punkt erreicht, wo ich mir selbst die Frage stellte: „War es das jetzt? Ist das jetzt mein Ziel im Leben?“ Ich hatte damals eine Rottweiler-Berner-Sennen-Hündin. Sie war ein Goldschatz, aber nicht so einfach. In der klassischen Hundeschule hatte ich das Gefühl, dass wir schon an unsere Grenzen gestoßen waren. Daher beschäftigte ich mich privat viel mit diesem Thema.

Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen?

Sozusagen. Als ich dann 2012 das erste Mal Beiträge von Hundetrainer Cesar Millan sah, war das für mich die Antwort darauf, wie Mensch und Hund gemeinsam in Harmonie leben können.

Was ist für Sie das Faszinierende an der Cesar-Millan-Philosophie?

Gar nicht so die einzelnen Methoden an sich – es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten – sondern die Haltung und Energie dahinter. Ich war ja auch bei ihm im Dog Psychology Center in Los Angeles und da lernte ich viel rund um „Was brauche ich letztendlich als Mensch selber für eine Haltung, um einen Hund anleiten zu können“. Hunde sollen meist nach unseren menschlichen Vorstellungen funktionieren, was aber nicht immer unbedingt artgerecht ist.

Mit welchen Problemen kommen Hundebesitzer häufig zu Ihnen?

Hauptthemen sind sicher das Leinenziehen beim Gehen an der Leine, Aggression gegenüber Artgenossen, territoriales Verhalten und dass Hunde nicht alleine daheim gelassen werden können. Im Alltag fehlen dem Hund oft Grenzen, die braucht er aber, um sich gut zu orientieren und entspannt sein zu können.

 

 

Es ist sehr wichtig,
den Hund auch Hund
sein zu lassen.

Hundeprofi Richard Exner

Wie kann man sich den Unterricht vorstellen?

Speziell beim Ersttermin komme ich zu den Leuten nach Hause, um mir den Alltag und das Umfeld einmal anzuschauen. Wir besprechen dann beim Ersttermin die Probleme, ich erkläre Lösungsansätze. Was sind Dinge, die der Besitzer tun kann, was kann gemeinsam erarbeitet werden? Was ist notwendig, damit der Hund sich orientieren kann und sich im „Rudel“ wohlfühlt und seinen Platz findet?

Die weiteren Termine finden dann je nach Trainingsfortschritt entweder weiter zu Hause oder nach Bedarf beziehungsweise Problem unterwegs statt.

Ist das eher ein Lernprozess für den Hund oder für den Besitzer?

Für beide. Zu Beginn ist es aber zuerst meist wichtig, dem Besitzer zu zeigen, dass der Hund die Dinge prinzipiell kann. Der Rest ist Übungssache.

Kann ich auch mit einem jungen Hund gleich zum Hundetrainer kommen?

Ich würde es sogar empfehlen, gleich zu Beginn zu kommen. Idealerweise sogar, bevor man sich einen Hund holt, zur Beratung. Nicht jeder Hund passt zu jeder Lebenssituation. Nicht jede Rasse ist ideal als Familienhund. Die Entscheidung, welchen Hund ich mir nehme, sollte auf keinen Fall eine optische sein.

 

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© Thomas Luef

Für eine solide Mensch-Hund-Beziehung – ist es da wichtig, dass der Hund von klein auf bei einem ist?

Nicht unbedingt. Viele wollen einen Welpen haben. Manche würden sich aber einen Gefallen tun, wenn sie einem Hund aus dem Tierheim eine Chance geben würden. Wenn ein Hund schon ein, zwei Jahre alt ist, kann er gewisse Dinge einfach schon und auch der Charakter des Hundes ist schon gut ersichtlich. Zusätzlich kann man den Hund vorab gut kennenlernen und herausfinden, ob er gut zu mir passt.

Sie engagieren sich ja auch ehrenamtlich im Tierheim.

Ja, ich arbeite ehrenamtlich im Landestierschutzverein mit, um dort verhaltensauffälligen Hunden ein Training zu ermöglichen. Ich mache auch alle zwei Monate einen Tierheimausflug, wo ich gemeinsam mit Hunde--Spaziergängern gehe und die Leute Fragen stellen können. 

Macht es Sinn, auch mit älteren Hunden zum Hundetrainer zu gehen?

Hunde reagieren relativ unmittelbar auf das, was der Besitzer tut. Laut meiner Erfahrung sind da altersmäßig keine Grenzen gesetzt. 

Welchen allgemeinen Tipp würden Sie Hundebesitzern gerne mitgeben?

Wir tendieren dazu menschlich zu denken und Hunde sehr zu vermenschlichen. Damit tun wir nicht immer das, was aus der Sicht des Hundes gut wäre. Man soll den Hund auch Hund sein lassen. Er braucht keine Dauerbespaßung, sondern klare Regeln und Führung, an denen er dann gut orientieren kann.

Haben Sie Fragen an unseren Experten? Dann schreiben Sie uns unter dem Kennwort „Hundetrainer“ an [email protected] und vielleicht wird Ihre Frage in einer unserer nächsten Ausgaben beantwortet.

 

Richdogs Hundetraining

• Individuelles Trainingskonzept
• Psychologisches Training vor Ort im gewohnten Umfeld von Hund und Besitzer
• Auf Basis von Vertrauen, Respekt und Liebe mit seinem Hund kommunizieren
• Techniken erlernen und Wissen erwerben

www.richdogs.at

 

Dog Rescue by Richdogs

Hilfe für Straßenhunde und private Tierheime in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Serbien, Spanien, Italien und Griechenland

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