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Lifestyle | 10.05.2016

Wir ziehen raus!

Grillen, gärtnern, genießen: Im Sommer wandert der Wohnraum ins Freie. Ob mit edler Gartengestaltung oder upgecycelten Paletten-Möbeln: Es ist herrlich im Grünen.

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©Shutterstock

War der letzte Sommer nicht ein Traum?! Das Frühstück auf der Terrasse genossen und lange nach Sonnenuntergang noch im Garten gesessen! Das Wohnzimmer wanderte während langer, warmer Wochen nach draußen. Die Gartenmöbelhersteller reiben sich die Hände. Ihre Idee, gemütliche Wohnzimmersofas samt Einrichtungsgegenständen wetterfest zu machen und auf Balkon und Veranda zu stellen, ging in den letzten Jahren voll auf. Loungemöbel eroberten die Freiräume und sind aktueller denn je. Die neuen Freiluft-Wohnzimmer sind mit Bildern, Beistelltischen oder Leuchten ausgestattet, sogar mit Teppichen. Outdoorteppiche grenzen den Sitzbereich optisch ein und schaffen dadurch Harmonie und Raumgefühl. Das Thema Outdoorliving – oder einfach nur: Draußensein – spielt auch bei der Neuplanung eines Hauses eine sehr große Rolle. Die moderne Architektur lässt das Innen und Außen überhaupt eins werden. Statt Mauern finden sich Glaswände oder raumhohe Terrassentüren, die durchs Öffnen im Nu den Wohnraum erweitern. Weil Gartenfreunde unter der Woche oft nur abends ihre Zeit im eigenen Grünen verbringen können, wird immer mehr Wert auf die Lichtgestaltung gelegt. Beim Licht gilt die Regel: Alles, was nach oben strahlt, zieht Insekten an. LED-Lampen bieten bei der Außenbeleuchtung praktische und energiesparende Lösungen. Übrigens: Weil die Lampen „kalt“ sind, locken sie weniger Insekten an. Bei der Gartengestaltung lassen sich zwei Hauptrichtungen ausmachen: der geometrische, schlichte und edel wirkende Garten mit Gräsern und Pflanzen in geradliniger Wuchsform bis hin zum Zen-Garten mit Kies. Auf der anderen Seite dominiert der Landhausgarten mit wilder, üppiger Bepflanzung, der durch Hecken und Sträucher dennoch in Bereiche strukturiert ist. Der Garten ist optisch an das Haus angepasst, Nebenhäuser werden bei der Gestaltung einbezogen. Die im Garten verwendeten Materialien sollten alt wirken oder zumindest auf Alt getrimmt sein, Stichwort: Shabby Look. Hier kann man freilich schummeln: Wie echt aussehende Terracotta-Kübel gibt es auch aus hochwertigem Plastik-Material. Accessoires aus rostigem Eisen sind im Landhausgarten immer ein Blickfang.

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Auer-Woodwork-Sitzsysteme sind so ausgerichtet, dass sie vor oder hinter Glasfassaden eine schöne Optik ergeben. Man benötigt keine zusätzlichen Verbauten. www.auer-woodwork.at ©Oliver Wolf

Seinen eigenen Raum schaffen, der Realität entfliehen: Wenn es in den Nachrichten kaum noch positive Schlagzeilen gibt, wird Eskapismus, die Flucht in die eigenen vier Wände, zum neuen Ideal. Besonders der Garten entschleunigt. Es ist mittlerweile auch wissenschaftlich belegt, dass Gartenbesitzer eine „gemütlichere“ Auffassung von Zeit und Schnelllebigkeit haben. In einer IMAS-Studie wurde der Zusammenhang von Stress und Garten untersucht. Neun von zehn Gartenbesitzer stimmten der Aussage „Der Garten ist für mich ein Ort der Entspannung und des Wohlfühlens“ zu, vier Fünftel der Gartenbesitzer sehen die Gartenarbeit als „wunderbaren Ausgleich zu anderen hektischen Bereichen im Leben“. Auch wenn ein Garten viel Arbeit ist: Erde gibt uns Kraft und hilft, vom Stress des Alltags herunterzukommen. Aber auch ohne Obst- und Gemüsegarten wird der Garten immer mehr zum Rückzugsort. Darauf haben sich die zahlreichen Anbieter von Gartenzubehör sowie die Grillindustrie eingestellt. Der kleine, kompakte Griller wurde zur Gartenküche, in der gegrillt, gebraten oder gebacken werden kann. Bei den Möbeln dominiert der Loungestil, die Teak-holzgarnitur hat mit wetterfesten Edelstahlmöbeln Konkurrenz bekommen. Heuer ist die monochrome Farbgestaltung ein großes Thema: Gartenmöbel und Gestaltung in nur einer Farbe, und das eher dunkel. Dem stehen Freiräume bei der Gartengestaltung gegenüber: Die schlichte Bepflanzung mit klaren Wuchsformen wirkt dabei ebenso elegant wie bunte Pflanztröge und Blumenbeete. Wer es lieber bunt hat, wird ebenfalls fündig. Die Farbpalette bei Gartenmöbeln reicht dabei von den zarten Pastelltönen bis zu kräftigen Farben à la Colour Blocking. Mit Geschick und Kreativität lassen sich auch Gartenmöbel selbst gestalten. Sei es, indem man alte Möbel abschleift und neu streicht, oder auf den Trend Palettenmöbel aufspringt.

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Inspiriert von den Flecht­möbeln in französischen Gärten ist diese Kollektion von Grange. www.wohndesign.at ©Schranzer

Denn aus Europaletten lassen sich schnell, kostengünstig und kreativ Gartenmöbel zaubern. Gefallen sie nicht mehr, können sie einfach entsorgt werden. Wer es besonders individuell möchte, kann sich dazu die Pölster selbst nähen. Das ist keine Hexerei, Anleitungen gibt es im Internet. Upcycling ist überhaupt ein großes Thema: Alte Gegenstände lassen sich mit etwas Kreativität charmant in neue Form bringen. Haben Sie einen rostigen Eisenkübel, alte Emailtöpfe oder eine nicht mehr funktionsfähige Scheibtruhe? Bohren Sie Löcher in den Boden und setzen Sie Pflanzen! Gar nicht so wenige Österreicher verfügen über einen Garten. Konkret besitzen hierzulande zwei von fünf den Luxus, von der Terrassentüre direkt ins Grüne gehen zu können. Jeder dritte Garten in Österreich ist laut Marktforschungsunternehmen MarktMeinungMensch über 500 Quadratmeter groß, die durchschnittliche Gartengröße liegt bei 374 Quadratmetern. 60 Prozent der über 50-Jährigen betätigen sich als Hobbygärtner – darunter mehr Frauen als Männer. Nur jeder fünfte 14- bis 29-Jährige hat Lust aufs Gärtnern.

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Liege „Ninix“ mit Edelstahlgestell gebürstet oder pulverbechichtet, Netzbespannung aus Kunststoff, einzigartiger stufenloser Verstellmechanismus, mit Rollen. Erhältlich bei Inside Gartner www.inside-wohnen.at ©Inside Wohnen

Junge Menschen nutzen den Garten überwiegend, um sich zu erholen. 62 Prozent aller Befragten betonten, am liebsten mit Freunden und Familie im Garten zu sitzen. Die Analyse des Marktforschungsinstituts ist wenig überraschend: Im Stress und der Hektik des Alltags wird der Stellenwert des Gartens künftig noch steigen. Und je mehr der Garten zum Rückzugsort wird, desto mehr will man die Natur unbelastet bewahren – Stichwort Bio und Verzicht auf den Einsatz von Chemie. Apropos Rückzug: Der Sichtschutz ist ein wichtiger Aspekt, um das Alleinsein genießen zu können. Hier sorgen Naturmaterialien wie der einfache Schilfrohrzaun oder Lamellenwände aus Holz für Natürlichkeit, Luftdurchfluss und angenehme Optik. Beliebt sind auch Sichtschutzelemente aus Cortenstahl. Die rostige Oberfläche fügt sich dabei harmonisch in das Grün der Natur ein.

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